Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
124
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124 XXII. Klasse. Metallwaare».

hoch, 34 Fuß breit und 2 Fuß tief und von 100 bis 600 Thalern. Er erhielt diePreismcdaille.

. Nr. 802. Sonimermeyer und Comp. i» Magdeburg hatten einen polirtcneisernen Geldschrank ausgestellt, welcher allgemein als das schönste Stück Schlosser-arbeit in der Ausstellung anerkannt wurde. Die Fcuerfich/rheit war durch doppelte,mit nicht leitenden Stosse» ausgefüllte Wandungen ebenfalls gegeben, gegen den unbe-fugten Angriff schützte ein verdoppeltes Bramahschlvß, dessen Erfindung von den Ausstel-lern gemacht worden, und eine eigenthümliche Konstruktion der Thüre, welche sich nichtstumpf in das Thürfutter einlegt, sondern in Falze eintritt, so daß, auch wenn dieBänder dnrckssägt werde», so lange irgend ein Schloßriegel »och wirksam ist, dieThüre sich nicht öffnet. Die Form des Schränk« muß als eine sehr wohlgefälligebezeichnet werde». Die Politur, welche sich allerdings für ein Schaustück besser eignet,als für den Gebrauch, war durch Herstellung von geätzten guten Zeichnungen aufden polirten Flächen und durch Abwechselung mit matten Einfassungen (Feiertagen)sehr gehoben. Es konnte nur erfreulich sein, daß ein Deutscher Fabrikant den Be-weis geliefert hat, daß sein Vaterland in der Bearbeitung des Eisens hinter England nicht zurücksteht. Sonimermeyer und Comp. betreiben die Fertigung der Geld-schränke im Große»; sie beschäftigen gegen 150 Arbeiter unter Zuhülfnahme vonDampfkraft, und sollen Tag für Tag ungefäbr zwei Schränke fertig bringen. Siefertigen dieselbe» von 2 Fuß 1 Zoll hoch, 2l Zoll breit und 10 Zoll tief, bis zuS; Fuß hoch, 3) Fuß breit und 2 Fuß 1 Zoll tief, die kleineren mit Braniah-schlöffer», die größeren mit einem Bramah- und zwei Ehubbschlöffern, von 4 bis zu22 Ccntner schwer und von 90 bis zu 500 Nthlrn. und noch höher im Preise. Fürden ausgestellten Geldschrank wurde die Preismedaille mit besonderer Belobung zuer-kannt, nachdem man geltend gemacht hatte, daß den für die bereits beschlossene großeMedaille gestellte» Bedingungen durch eine Arbeit dieser Art bei der besten Leistungnicht entsprochen werden könne. Wir wollen dies dahin gestellt sein lassen, glaubenaber, daß dann den mit der großen Medaille bedachten Englischen Kaminen solcheauch nicht hätte zuerkannt werden können, deren Verdienste wir übrigens gewiß nichtniederer tariren, wen» wir sie aus gleiche Höhe mit der Sommermeyerschen Lei-stung stellen.

2. Bayern .

Nr. 55. Gradmanu in Erbach hatte gewalzte Hufeisen ausgestellt, welche erzu sehr niedern Preisen in den Handel bringt. Sie sind gerade ebenso weit fertiggemacht, als der Schmied sein Hufeisen im Verrath zu schmieden pflegt. Es ist zuwünschen, daß diese Fabrikation in Ausnahme komme, in sofern sie einen in so großerMenge nothwendigen Gegenstand, wie die Hufeisen, um ein Bedeutendes billigerliefern kann. In England hat sie bis jetzt nicht gedeihen können. S. oben S. 114.

3. Frankfurt .

Nr. 18. Ein von Raab gelieferter kunstreicher Schlüffelbart schließt die Reiheder von, Zollverein gelieferten Schlosser- und Schmiedarbeitcn. Der Aussteller magsich recht viele Mühe gegeben haben, um ein doppeltes Schlüffelrvhr nebst Bart inkunstreichen Winvungen und ein Schlüsselloch zu fertigen, in welches letzterer fast herme-tisch paßt. Das Verdienst eines Schlosses liegt aber nicht in der Komplikation desSchlüssels und insbesondere des Schlüffelrohres, das nach einem Wachsabdrucke Nicktnachzumachen ist, sondern in der Konstruktion einer »naufsperrbaren Jnhallung.

§. 30.

Belgische Schmied- und Schlosserarbeiten.

Nr. 356. Puissant aus Brabant hatte einen beiläufig 2^ Fuß tiefen undebenso weiten und 1 Zoll im Eisen starken Schmelztiegel für Münzlaboratorien