§§. 30 u. 31. Belgische u. Französische Schmied- u. Schlosserarbeitcn. 125
geliefert, sehr gleichförmig geschmiedet und ohne alle Fehler; ein Meisterstück derEisenschmiederci, wie man wenige findet. Er hat dafür die wohlverdiente Preis-uiedaille erhalte».
Besonders gut waren aus Belgien die Nagel und Drahtstifte vertreten. Nr. 361.Paul de Bavay aus Brüffel, Nr. 353 E. Drion aus Goffelin und Nr. 120 dieSociotö de Marrinclle und Conillet hatten in der größten Anzahl Abstu-fungen die besten Nagel geliefert und erhielten die Prcismedaille. Belgien hat eineenorme Nagelfabrikation und schon Jahre gehabt, in welcher es 8000 Tonnen mei-stens mit der Hand geschmiedete Nagel ausgeführt. Nr. 354. Lefebre und Comp.aus Cherq-leS-Tournay hatten Drahtstifte von großer Vollkommenheit ausgestelltund erhielte» dafür ebenfalls die Preismedaille.
Nr. 359. I. Matthys aus Brüssel hatte drei Kaffenschränke ausgestellt, welchesich besonders durch ihre äußere Ausstattung Vortheilhast auszeichneten. Dieselbe»haben ganz den Bau gewöhnlicher hölzerner Sekrctaire oder Schränke, und da siemit einem das Holz imitircnden Anstriche versehen sind, so sieht man ihnen, wennsie geschloffen sind, ihre besondere Bestimmung gar nicht an; sie ziere» ein Zimmer,während bei anderen Geldschränken gewöhnlich das Gegentheil der Fall ist. Dabeisind sie leicht rein zu halten und deni Roste nicht ausgesetzt. Auch die innere Arbeitdaran ist lobenswcrth, doch bietet sie nichts Besonderes dar. Matthys erhielt fürdiese Schränke und seine Kamine, wie wir bei letzteren schon erwähnt haben, diePreismedaille.
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Nr. 491. Dundoy, Maillard Lucg und Comp. in Maubeuge , Dep. duNord, hatten eine große Sammlung von Werkzeuge» und Spinnerei-Erfordernissenausgestellt. Unter ersteren zeichnete sich besonders eine Reihe verschiedenartig, abersehr sinnreich und solid konstruirter Schraubstöcke mit Parallelbewegnng aus; dieseist sehr einfach durch eine übereck stehende rechtwinklige Nute hergestellt, welche ineiner an dem Stocke, mit welchem die Hinterwange auf den Boden gestützt ist. be-findlichen dem Arbeiter zugekehrten Ausladung sich befindet, und durch die Hinter-wange hindurchläuft. An der Vorderwange ist ein nach hinten gerichteter vierkantigerübereck stehender Fuß, welcher in der erwähnten Nnte gleitet. Durch die langeFührung und durch das Loch im Fuße der Hinterwange gepackt steht die Vorder-wange sehr fest. Die Universalstellung ergiebt sich dadurch, daß die Hinterwangedes SchranbstockS, an welcher die Führung der Vorderwange fest ist, zunächst unterdieser ein Scheiben- oder Zirkelgelenke hat, was die vertikale Drehung giebt. Andiesem Gelenkstücke befindet sich ein noch weiter hinabgehender cylindrischer Dorn,welcher in einer horizontalen Büchse läuft, wodurch die horizontale Drehung gegebenist. Mittelst Stellschrauben kann der Schraubstock in jeder Stellung firirt werden.Er erfordert natürlich erakte Arbeit und starke Konstruktion, um festzustehen. Dieseliefern aber die Aussteller. Sie berechnen Schraubstöcke cn zros etwa zu 8 Sgr.das Pfund und liefern sie zu sehr verschiedenen Größen. Gut und sinnreich gefertigteFlaschenzüge, Schneidkluppen, Schraubenschlüssel, Bohrer und andere Schloffcrwcrk-zeuge waren ebenfalls bei dieser Ausstellung. Die Arbeiten vou Dundoy und Comp.übertreffen fast alle von den Engländern ausgestellte» gleichnamigen bedeutend. Siesind zu spät erschienen, nm von dem Preisgerichte »och berücksichtigt werden zukönne». Die Anerkennung hätte ihnen nicht fehlen können. Sehr merkwürdig ist