Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
133
JPEG-Download
 

tz. 35. Drahtarbcitc».

133

dann in ähnlicher Weise wieder mit einem Hanfkcrne das Seil gebildet,und aus solchen Seilen kann man dann noch einmal eins zusammensetzen,welches also aus 216 Drähten bestebt. Man legt auch, um flacheSeile herzustellen, eine Anzahl Dräbte nebeneinander und knüpft sie mitDrahtbändern zusammen, wo dann immer, damit sich die Bänder nichtverdreben, neben einem rechts gewundenen ein links gewundenes Seilgelegt wird. So stellt man Seile von 20 Psund Tragkraft bis zu einerTragkraft von 4000 Ecntnern dar.

Die Flechtarbeiten aus Draht bestehen meistens aus Lurusgegen-ständen, die an die Stelle der feineren Holzgeslcchte gesetzt werden, wo cösich um größere Stärke oder längere Dauer, Widerstandsfähigkeit gegenden Einfluß der Witterung rc. handelt, wie bei Gartenhäuschcn, leichtenUmzäunungen, Käfigen u. dgl. Aus Hohleisen oder schwachem Rund-eisen gefertigte Sessel, Sopha's u. dgl. werden mit Drahtftechtwerk,welches theils aus freier Hand, theils mit Maschinen gemacht wird,ausgerüstet.

Die Metalltüchcr werden immer häufiger zu Sieben angewandt;außerdem findet ein großer Verbrauch davon bei den Maschinen für end-loses Papier Statt. Ein vollkommen gleichförmiges, seines Metallgewebczu machen hat immer Schwierigkeiten, doch dürsten bei den seinen Gc-weben dieselben mehr in der Herstellung deS feinen Drahts, als in derWeberei selbst liegen, während bei Geweben aus sehr starkem Draht dieHauptschwierigkcit in dem Weben selbst liegt. Den Draht zu den feinenMctalltüchern haben lange Zeit ausschließlich die Nürnberger und Augs-burgcr gefertigt, neuerer Zeit haben aber Frankreich und England dieseFabrikation ebenfalls ergriffen.

Die Steck- und Nähnadel Fabrikation war im Ganzen in der Aus-stellung wenig vertreten, vcrhältnißmäßig am stärksten die der Fischangeln.Der Berichterstatter, leider der edlen Fischerei nicht kundig, kann überdie letzter» nur sagen, daß sie in einer staunenswerthen Mannigfaltigkeitin England gefertigt und dort mit der Herstellung der Fischerei-Apparateder nachgeahmten Insekten, Fischchcn und anderen Köder, welche theuerverkauft werden, viel verdient wird.

Die Drahtstifte werden besonders aus dem Kontinente in täglich zu-nehmender Menge fabrizirt. In England scheint die Konkurrenz derMaschinen-Nägcl ihrer Anwendung engere Grenzen zu setzen. Sie warenin der Ausstellung nur schwach vertreten. Gute Zuspitzung und rundenicht aufgesprungene Köpfe, welche ein gutes Eisen andeuten, werdenbei den Drahtstiften hauptsächlich verlangt, deren richtige Fertigung cineS-thcils durch den Trabt, andcrnthcils durch die Maschine bedingt wird,aus der sie hervorgehen. Ebenso ist eS bei den Holzschrauben, bei welchenein scharfer Schnitt des Gewindes und ein tiefer und kantiger Schnitt inkein gehörig starken Kopfe verlangt wird. Sie waren in der Ausstellungebenfalls nur schwach vertreten.