142
XXII. Klasse. Metallwaaren.
ausgestellt, welche zur Konstruktion von Dächern ohne Dachstuhl, von Wandun-gen u. s. f. in England sehr häufig angewendet werden, auch jalousienartig ange-bracht zum Verschluß des ganzen Sockels ani AusstellungSgebäude dienten. DieAussteller erhielten die Preismcdaille.
Nr. 63. Tylor und Pace von London , und Nr. 55, H. und W. Treggon,welche die gleiche Fabrikation betreiben, ebenso. Treggon hatte schöne aus Zinkröhren gezogene Gesimse ausgestellt, welche in England an den Schenktischen sehrbeliebt sind, wo sie mit Sorgfalt blank erhalte» werden. Tylor's durchstoßene Blechewaren bis auf 2500 Löcher auf den Quadratzoll seiner Angabe nachgebracht; nachge-zählt hat sie der Berichterstatter nicht.
Stahlschreib federn hatten !l Aussteller, wovon 7 aus Birmingham , zurAusstellung gebracht. Die Beurtheilung derselben war noch schwieriger, als diejenigeder Glocken. Jeder ver Aussteller behauptet die besten Federn zu habe»; dem An-sehen nach waren sie alle vortrefflich, wenn man sie probirte, erwiesen sich von jederSammlung eine um so größere Anzahl nicht gut, je mannigfaltiger die Affortirungwar, weil jeder Hand nur eine Sorte von Federn paßt, und je besser die Ausstellungwar, desto schlechter zeigte sich somit die Probe. Ein ähnliches Resultat konnte sichaber bei schlechten Federn ebenfalls zeigen. Sollten nun die Fcdermacher nicht umdie Ansprüche, die sie wie jeder andere Fabrikant auf die PreiSmedaillc haben, ge-bracht werden, so blieb nichts übrig, als jedem derselben eine solche zn geben, wassich am Ende bei einer neu eingeführten Industrie, welcher das Verdienst überwun-dener Schwierigkeiten und eröffneter weiterer Quellen für den Nationalcrwerb immerzur Seite steht, auch rechtfertigen mag. Und so geschah es denn auch, und die Firmcu I. Gillot, Henrp Willey und Eomp., I. Mitchell, W. Mitchell,A. Hell und Eomp., R. Walker und Eomp., MyerS und Sohn, sämmt-lich aus Birmingham , ferner Knight und Förster und Perry und Conip.,Beide aus London , meistens rühmlich bekannte Namen, erhielten sämmtlich diePreismedaille.
Unter den ausgestellten Stahlfedern waren mehrere Miniaturkiuisistücke: 600 Stahlfedern in einem Pfefferkorn nur 2js Gran schwer, und wieder eine andere kleineSammlung, wovon 15,000 eine Unze wiegen.
Nr. 325. Wilep und Eomp, i» Birmingham hatten sogenannte Golv -,Palladium- und Silberfedern mit den natürlichen Legirungen von Iridium undOsmium, der härtesten bekannte» Metalllegirnng gespitzt, ausgestellt. Als den edle»Metallen angebörig, nahm sie die Jury nicht in ihre Preiscrkcnntniffe auf.
Proben eines in der jetzigen Zeit nur wenig mehr kultivirtc» Gewerbes, derDarstellung von getriebenen Blecharbeiten aus freier Hand, lieferte unter Nr. 700,I. Hartmann aus Birmingham . Wie die Engländer überhaupt in dcrStassirungihrer Ausstellung aufgewendet habe», was nur irgend aufzuwenden war, so war auchfür die im mittelalterlichen Geschmack gearbeiteten Gegenstände ein besonderes Zimmer,der sogenannte meiliaeval ,-ourt eingerichtet und im Gothischen Style dekorirt. Hierherhatte Hartmann eine Reihe von Gegenständen, Kandelaber, Altarleuchter, Kronleuchterund andere Kirchenreguisiten aus getriebenem Messing geliefert, mit vielem Fleiß i»derselben Weise durchgeführt, wie die unvollkommene Technik des Mittelalters solchesgethan hat. Von diesem Standpunkte aus, und wenn man starr an dem Mittel-alterlichen festhalten will, verdienen diese Arbeiten alle Anerkennung. Gegenüber derFranzösischen Arbeit, welche znm Theile im gleiche» Style gefertigt war, konnten sienicht Stich halten. Die Engländer in ihrer Vorliebe fürs Alterthümliche betrach-teten sie als ein Meisterwerk ersten Ranges, wir können diese Ansicht nicht theilen.Bei der Darstellung der fraglichen Arbeiten sind absichtlich die Mittel nicht zu Hülfegenommen worden, welche die neuere Technik darbietet. Die Aufgabe der Industrieist es aber nicht, rückwärts zu gehe», sondern vorwärts, und wenn sie sich in's Gebiet