146
XXII. Klasse. Metallwaaren.
Form erhielten. Er hatte weiter eine traubenförmige, scharf abgesetzte Backform vonEisenblech, beiläufig 9 Zoll tief ausgetieft, an welcher nicht der »lindeste Riß zu be-merken war, ausgestellt. Außerdem waren noch mehrere Gegenstände vorhanden, wieman fic in Eisenblech ausgeführt zu sehe» nicht gewöhnt ist, z. B. ein aus einemBlechstück aufgetriebener, mit einem hohlen Knopf an der Spitze versehener Liebtlöscher (hohler Kegel), ein bauchiger 3 Zoll im Durchmesser haltender, li Zoll hoherTiegel u. dgl. m. Das Eisen ist hier in derselbe» Weise ausgetieft und gedrückt,wie man sonst nnr das beste Messing behandelt sah. So sehr aber der AusstellerMeister über die Form seiner Fabrikate ist, so ist er es auch über die Verzinnung.Seine gestanztcn Gegenstände find außerordentlich schön, theils auf beiden, theils nuraus einer Seite verzinnt, und durch nachherige Behandlung mit dem Polirwerkzeuggeglättet, ein in Deutschland noch nicht bekanntes Verfahren, durch welches die ge-wöhnlichen Weißblechwaaren völlig so schön werden wie die neusilbernen, während siestärker und viel billiger sind. So viel wir vernehmen konnten, arbeitet Griffith nochmit dem Fallhammcr. Er hat die PreiSmcdaille erhalten.
Nr. 6l. Edward Perrp aus Wolverhampton hatte eine große Auswahl sehrschöner lackirtcr Blechwaaren ausgestellt, an welchen besonders die Schwärze des Lacksund der wohlcrhalteue Mctallglanz des Goldes auffiel. Dabei war übrigens aucheine Lebhaftigkeit der Farben zu bemerke», welche jedenfalls auf sorgfältig ausge-wähltes Material und auf sehr reine Firnisse schließen lassen. Die Glanzvergoldungsoll durch Auftragen des Goldes mil Hausenblase und Wasser erhalten werden, wobeierst polirt und dann überfirnißt wird. Perrv erhielt die Medaille.
Nr. l!9. Wolton und Cvmp. in Wolverhampton eine Reihe lackirter Blech-waaren, welche sich durch schöne Vergoldung auszeichnete». Auch der schwarzeGrund hatte ein sehr dunkles Schwarz, war aber nicht glatt. Ebenso bildete beimehreren bemalten Gegenständen die zwar sehr schöne Malerei bedeutende Erhöhn»gen, welche zu einer baldigen Zerstörung derselben durch Abreiben führen müssen.Dieser Mangel war an vielen lackirtcn Englischen Waaren zn bemerken. Dieselbe»Aussteller hatten zugleich lackirte Blcchwaarcn mit Ueberdruckzeichnungen ausgestellt,die sie als eine neue Erfindung ankündigten. Ein Theil ihrer Blrchwaaren war mitder Parisschen Emaille überzogen.
Weiter zu erwähnen sind einige Apparate für Sturzbäder, wie sie mehrere Fir-men ausgestellt hatten. Ein etwa 3 Fuß Seite haltendes quadratisches 6 bis 8 Zolltiefes Blechgefäß hat au seinen vier Ecken zollweite 7 Fuß hohe blecherne Röhren,welche, etwas geneigt in die Höhe gehend,- oben ei» etwa 2 Fuß im Quadrat hal-tendes Wassergefäß tragen, welches im Boden ein Loch mit einer Brause oder aucheinen siebartig durchlöcherten Boden hat. Neben einem der Eckpfosten ist eine kleinePumpe angebracht, mittelst welcher das Wasser durch die benachbarte Eckröhre inden obern Kasten gepumpt werden kann, was der Badende zur heilsamen Motionselbst verficht. Der Apparat wird mit einem Vorhang verhängt, damit das Wassernicht zur Seite ausspritzt.
Nr. 1M>. W. H. Beutlest von Bcdford hatte eine Sammlung von Gieß-kannen und Kochapparaten verbesserter Konstruktion ausgestellt, welche nachahmens-werth sind. Seine größer» Gießkannen hat er seitwärts mit einer kleinen Pumpe nndeinem Gelcnkrohr versehe», wodurch sie zugleich als Gartenspritze dienen. Die klei-nere», ohne diese Einrichtung, haben das sonst nahe am Boden an der Seite ange-setzte Rohr oben auf der Haube, und in der Oeffnung, durch welche das Wasser ein-gcgoffen ist, sitzt ein Trichter, der entweder durch eine besondere Röhre oder durch diehohle Handhabe das Wasser zunächst dem Boden in's Innere der Kann« leitet. Stattder gewölbten Brausen sind chlindrische angewendet, welche mit dem Ausgußrohreinen rechten Winkel machen oder auf einer Gabel fitzen, in die sich dasselbe spaltet,