Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXIII. Klasse. Arbeiten i» edlen Metallen.

setzen, aus dem Einflüsse des Klimas, den sittlichen Gebräuchen, derPrachtlicbe der Fürsten und regierenden Klassen und auö einer Mengeähnlicher Ursachen. Man gebraucht zwar auch, wie z. B. bei Beurthei-lung von Werken der Literatur, daö Wort „Styl" in einem allgemeinerenSinne als etwas absolut für alle Zeiten und Nationen Gültiges undspricht je nach seinen Eigenschaften von einem energischen, brillanten,leichten, verwirrten rc. Style, allein auf diese Anwendung des Worteswerden wir uns, als nicht hierher gehörig, nicht einlassen.

Will mair den Styl nach Zeiträumen eintheilen, so kann man dieeinzelnen Gattungen desselben füglich aus drei große Hauptabthcilungcn,den alten, den mittelalterlichen und den modernen, zurückführen.Unter den alten Stylen sind der Aegyptische, Griechische undRömische mit allen ihren verwandten Abarten inbegriffcn, unter denmittelalterlichen der Byzantinische, Romanische und Deutsche ;unter den modernen die Renaissance, der Cinque Cento (1450bis l'i:iO) nnd kie verschiedenen Französischen Style, als der Fran-oois I., LouiS XIV. und Louis XV. mit allen ihren Verzweigungenund Vcrirrnngen.

Obgleich jede dieser Hauptgattungen bald gleichzeitig (wie in Grie-chenland ), bald nach und nach, bald endlich durch eine spätere Wiederauf-nahme Veränderungen erlitten hat, hinlänglich wichtig, um in einer Ge-schichte der Kunst anSsührlich behandelt zu werden, so würde es dochhicr zu weit führen, wenn wir in derartige Einzelnheiten eingehen wollten.Wir müssen uns begnügen, diejenigen Formen hier anzudeuten, in welchendie Fundamcntalgesetze eines jeden Hauptstylcs ihren Ausdruck gefundenhaben.

Der älteste Kunststyl ist der der Aegypter. Sein Charakteristischesin der Architektur ist das Massenhafte, das sich nach oben Verjüngende(d. b. abnebmendel, große Sparsamkeit architektonischer Glieder und einegroße Mannigfaltigkeit von Säulen, deren Stelle bisweilen die mensch-liche Figur vertritt. DaS Kapital ist von sehr verschiedener Form, meistreich an Relief und Farbe. Die Säulenplatte (ulmern.) steht durchgän-gig als viereckige Fortsetzung der Säule, würfelartig zwischen Knauf undSims. Die Verzierung ist bei den Aegvptcrn nirgends ohne Bedeutung.Sie entnahmen dieselbe aus allen Reichen der Natur und wendeten sie,sinnreich geordnet und konventionell aufgefaßt, oft einen Gegenstand un-zählige Mal wiederholend, in reichem Farbenschmucke an, dessen Wirkungin den meisten Fällen durch ein aus der Fläche gegrabenes niedriges Re-lief noch vermehrt wurde. Zu diesen, gesellt sich eine häufige Anwendungund Ausbildung geometrischer Linien, die zu ihnen als Sinnbilder spra-chen, allen künftigen Zeiten aber als Grundlage eines reizenden Zweigesder Ornamentik gedient haben. Zuletzt ist es die Hieroglyphenschrist, welche,meist auf oben erwähnte Art leicht vertieft, oft aber auch nur in Farbe