Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 54. Vorbemerkung über den antiken, mittelalterl. u. modernen Styl. Igl

angegeben, musterartig den nicht anders ausgefüllten Stellen ein sehr ge-fälliges Ansehen und angenehme Wirkung verlieh.

Mit dem Aegyptischcn Styl stehen die Kunstwerke aller alten Na-tionen des Orients in enger Nerbindung, so verschieden auch derselbe vonihnen aufgefaßt wurde. Dahin gehört die gewiß sehr einfache Kunst derZsraelitcn, der Assyrer, der Phönicier und bis zu einem gewissen Gradedie der Griechen.

Dies führt uns zu dein Styl dieser letzteren Nation, durch welcheder bildenden Kunst die erfreulichsten Veränderungen zu Theil wurden, dieje damit vorgenommen worden sind. Während bis zu den Griechen Be-deutung die Hauptbcdingung war, so wurde von ihnen die Schön-heit obenan gestellt. In den architektonischen Werken Griechenlands sindcS der großartige Ernst, daö vollkommene Ebenmaß, die Zierlichkeit, dieZweckmäßigkeit eines jeden Theiles und die Alles beseelende Harmonie,die sie, wenigstens die besten unter ihnen, würdig machen, allen kommendenGeschlechtern zum Vorbilde zu dienen. Dennoch ist dieser Styl seiner Ein-fachheit wegen, wo es sich um Anwendung architektonischer Formen ausWerke aus edlem Metall handelt, meist ausgeschlossen, während sein De-tail für Werke in Bronze, gebrannter Erde, für Goldschmuck und jedenZweig dekorativer Kunst die allerhäusigste Anwendung und Nachahmunggesunden hat.

So mannigfaltig auch die Schulen Griechenlands waren, die obengenannten Vorzüge sind allen eigen. Der dorische Styl (Ordnung),der früheste von allen, wird durch die Triglyphcn im Fries, durch deneinfachen AbacuS und durch Schärfe der Linien zwischen den Kehlen derSäulenschäste erkenntlich; er ist der ernsteste unter allen und wird deshalbfür Metall am wenigsten benutzt. Dem dorischen Style zur Seite bildetesich der Ionische, in welchem der nun bereicherte dorische SäulcnknauflSchnccken) und der Ecchinus (Enrvcrzierung) hinzugefügt werden, wäh-rend die Säule, deren Kanellirung durch kleine hervorstehende Flächen ge-trennt wird, an Schlankheit zunimmt. Die Triglyphc verschwindet ausdem Fries. Die dritte Ordnung der Griechischen Architektur ist die Ko-rinthische , die reichste von allen. Der Hauptunterschied besteht im Säu-lcnknaus. Der Abacus verlängert sich an den vier Ecken, um den Kauferheben sich zwei Reihen Akanthnsblättcr, und zwischen diesen und denVorsprängen des Abacus biegen sich graziös acht Voluten, während achtandere kleinere sich nach der Mitte zu wenden. Die Säule dieser Ordnungkommt nicht ohne Fuß vor.

Frühe Auswanderungen brachten Griechischen Geist nach Italien und kunstlicbendc Kolonnen entstanden, die bald dem Mutterlande an Ge-schmack und Fertigkeit nur wenig nachstanden. In Schmucksachen, welchewir hier besonders zu berücksichtigen haben, dienen uns die Erzeugnissedieser Kolonnen, so wie Etruriens, noch jetzt zum Vorbilde, während die-