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XXIIl. Klasse. Arbeite» in edlen Metallen.
jenigcn, welche durch die Ausgrabungen von Pompeji und Hcrculanumauf uns gekommen sind, die besten Beispiele (wenn auch oft nur in Nach-ahmung) von der Kunst des Griechischen Mutterlandes erhalten haben.
Die Römer, welche mehr Mittel als Geschmack hatten, gaben derGriechischen Architektur, bei aller Nachahmung, den Charakter der Pracht.Aber auch aus anderen wichtigen Ursachen nahm die Römische Architektureinen neuen Charakter an. Der Bogen und das Gewölbe brachten we-sentliche Veränderungen hervor. Die Säule verlor ihre Wichtigkeit. Vonoben wurde sie schon durch den Bogen verkürzt, jetzt stellte man sie, wiehülfsbedürstig, aus bohr Fußgcstellc, und doch hatte sie nichts mehr zu wa-gen, da die dicken Mauern diese Funktion übernommen hatten.
Zu den drei bestehenden Ordnungen fügten die Römer die Toska-nische und die aus den drei ersteren zusammengesetzte Römische Ord-nung hinzu. Erstere auffallend einfach, fast von dorischen Verhältnissen, hataber weder Triglyphen im Fries, noch Kehlen in den Säulen: die Säuleselbst ist etwas höher, als die dorische. Die Römische hingegen, welche sichdurch Rcicbtbum ganz besonders für die Anwendung auf Mctallarbeitcneignet, bat die Ionische Volute über dem Korinthischen Akanthus. — Sohaben wir als Eigenthümlichkeiten des Römischen Styls den Bogen unddas Gewölbe, das Römische Kapitäl, das Fusigestell unter der Base undden Master, der hier keiner Säule fehlt, während die Griechen nur einenviereckigen an jede Ecke der Cclle stellten.
Wenn sich dieser Styl durch Reichthum auszeichnet, so läßt er sichauch auf der andern Seite schon früh manche Vcrirrungen und falscheAnwendungen der Bestandtheile zu Schulden kommen, wovon wir nurzwei Beispiele anführen wollen. Der Giebel wird häufig an der Seiteeiner Kuppel oder überhaupt an einer Seite angebracht, während er beiden Griechen natürlich nur an beiden Ausgängen des Daches vorkommenkonnte, und noch unangemessener sind die Sparrenköpfe im Fries einesrunden dorischen Gebäudes, das Fußgestcll der Säule und der Master.
Was die Verzierung anlangt, so herrscht im Römischen Style derAkanthus vor und eine häufige Anwendung desselben ist allein hinreichend,ein Werk diesem Stvle zuzuschreiben.
Als mittelalterlichen Styl bezeichnet man Alles, was seitder Herrschaft dcS Christenthums Entstehung und Ausbildung gesundenhat, und wozu, mehr dem Geiste als der Zeit nach, auch die christlichenKunstprodukte Roms gezählt werden müssen. Denn die Verwerfungalles Heidnischen, welches der Grundzug dieser Kunstrichtung ist, ward amstrengsten gerade in den ersten Jahrhunderten dieser Periode beobach-tet. Wir begreifen daher unter diesem Abschnitte die früheste christ-liche Kunst in Rom , die Byzantinische, die Romanische unddie Germanische (gewöhnlich unter dem Namen der Gothischen be-kannt), die sich zwar wieder in allen Richtungen verzweigen und eineneigenthümlichen Charakter annehmen, die aber durchgängig das Anregen