Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 59. Britische Corpus-Arbeiten.

dieser Art, und namentlich auch in Tafelgeschirren, in England entwickelt zn wer-den pflegt. Mehrere sehr bedeutende Arbeiten dieser Aussteller gehören dieser Abtheilungan, die große Medaille aber wurde namentlich für eine prachtvolle Preisvase, ein Ge-schenk des Kaisers von Rußland für die Koofl cvooä-Wettrennen bestimmt, anempfohlen.

Kunst und technische Vollendung haben bei dieser in Silber gegossene» und cise-lirten Arbeit von bedeutender Größe gewetteifert, ihr einen hohen Ehrenplatz zu er-ringen. Am Mittelkörper steht man, als Hauptgruppe, den Kampf des Herkules mitden Rossen des DiomedeS , und die übrigen Theile des Gefäßes enthalten Anspielun-gen auf die Thaten des Halbgottes. Die Lernäische Schlange bildet den Henkel, dieStymphalischen Vögel sitzen nm den Hals des Gefäßes, und der Fuß, vielleicht amwenigsten glücklich in der Idee und gewiß am wenigsten schön in der Form, stelltdie Ströme vor, welche in die Ställe des Augias geleitet wurden, und deren Wellenganz unten in die Höhe schlagen.

Auch die Kandelaber dieses Hauses zeichnen sich durch Eleganz und fleißige Ar-beit aus.

Ein schildähnlicheS Plateau (llailvva/ 8alver, Eisenbahn-Präsentirteller), dasBrassey-Testimonial genannt, weil es einem der Haupt-Unternehmer der Englischen Eisenbahnen von den Unter-Contractors derselben verehrt wurde, ist seiner Größe so-wohl als seiner Details wegen bemerkenswerth. In der Mitte derselben sehen wirPas Wappen des gedachten Eisenbahn Unternehmers mit einem üppigen Kranz um-geben, und eingefaßt mit den Portraits der 12 vorzüglichsten Englischen Eisenbahn -ZngenieurS: G. Stephenso», Locke, W. Cubitt, R. Stephenson, Evrington, Brust,I. Cubitt, Dockrat), Randull, Bidder und Brunel, nebst dem Hauptwerke eines jedenderselben. Das Ganze wird von einem Lorbeerkranze, und ganz außen von einemreichen durchbrochenen Rande umgeben. Da die Bildnisse der Ingenieure und ihrerWerke in Email gemalt sind, so gehört dieses Werk theilweise unter die Abtheilung,die von letzteren Werken handelt.

Die Ausstellung von C. F. Hancock (London , früher Compagnon des großenHauses Storr und Mortimer), zeichnet sich durch Geschmack und klassische For-men aus. Unter den verschiedenen Gruppen, die Königin Elisabeth darstellend, ge-hört die seinige zu den besseren, und besonders ist der dazu gehörige Untersatz vonguter Zeichnung und fleißiger Arbeit. Die Königin, zu Kenilworth einziehend, ange-than mit königlichem Schmuck, reitet auf einem Zelter, welchen ein Page am Zaumleitet; Robert Earl of Leicester geht ihr zur Seite und zwei Windspiele umspringendie Gruppe. Das Werk ist, mit Ausnahme der Hunde, welche von Mc. Carthy sind,von Baron Marochetti modellirt und seiner würdig. Die Architektur des Fußge-stelles von altem Eichenholz mit 12 Marmorsäulchen und eingelegten gravirten Me-tallplatten ist einfach und angemessen. Das Königliche Wappen, das Staatsschwert,die drei Kronen und das von der Königin beliebte Motto sind auf diesen Platteneingegraben.

Ein anderes hierher gehöriges Werk ist ein runder 45 Zoll Engl . im Durch-messer haltender Tisch von Ebenholz, sehr geschmackvoll und sauber im griechischenStyl mit Silber ausgelegt. Er trägt eine silberne Vase, gleichfalls von griechischenVerhältnissen und von ausgezeichneter Arbeit.

Noch möge hier eine Cigarrenkiste in Ebenholz, reich mit getriebenem und cise-Iirtem Silber beschlagen, Erwähnung finden. Sie ist nach einer Zeichnung vonEugene Lamy im Style Ludwigs XIV. gearbeitet, und mehr als die vorhergehendenArbeiten vollendet. Graf Demidoff machte dieselbe dem 29sten Regimente (Laweron)zum Geschenk, deren Fahne, von Genien getragen, in Wasserfarben gemalt, auf demDeckel angebracht ist; eine andere solche Zeichnung, mit einer Ansicht von Gibraltar ,befindet sich auf der einen Seite des Deckels, harmonirt aber wenig mit der Solidi-tät des Ganzen.

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