Band 
Dritter und letzter Theil.
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211
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§. 59. Britische Corpus-Arbeiten. 211

len, es als ein Vorbild des guten Geschmacks für eine öffentliche Sammlung zuerwerben.

Ein dem Vorhergehenden nahe kommendes Werk ist eine Schale aus LapiS-Lazuli, in der Form eines Nautilus geschnitten. Der Fuß besteht aus verschlungenenMeernymphen in Email und Gold. den Henkel bildet ein Drache in gleicher Arbeit,alle Farben gleich brillant und harmonisch. Ein drittes Werk gleicher Gattung isteine Schale von Achat mit Tritonen, Nereiden und Delphinen in Email, und Ver-zierungen von Perlen.

Vorzüglich ist auch eine Kanne mit Untersetztester in Bergkrystall, von ausge-zeichneter Arbeit aus dem 17. Jahrhundert, welche von Morel, nach einem Vor-bild im Louvre, in Email gefaßt worden.

Endlich müßen wir noch, ehe wir die Englischen Goldarbeiten verlassen, eineskostbaren goldenen Pokals mit Email- und Juwelierarbeit gedenken, welchen Wather-ston und Brogden (London ) ausgestellt haben, und wofür den Einsendern diePreismedaille zuerkannt wurde. Es ist dies eine der oben erwähnten Kompositionen,die in den Fehler verfallen, eine zu große Menge von Emblemen und symbolischenFiguren zusammenznhäufen, und die dadurch den Werth verlieren, den sie sonst durchMaterial und Arbeit in Anspruch nehmen könnten. Die Form des Gefäßes, welches!>0 Unzen feines Gold enthält, ist gefällig. Auf dem Mittelkörper ist die Landungder Römer in England und die Schlacht von Hastings in (noch unvollendeten«) Re-lief dargestellt. Auf den Henkeln stehen die Figuren des St. Georg und St. Dun-stem. An dem ober» Theile des Fußes sind zwei Famen angebracht, welche dieBüsten des Shakespeare, Milton, Newton. Watt, Nelson und Wellington bekränzen.Auf dem eigentlichen Fuße sitzen Figuren, welche symbolisch die hauptsächlichstenEigenschaften der Englischen Nation: Wahrheit, Klugheit, Gewerbfleiß und Tapferkeitrepräsentiern — wobei auffällt, daß die wesentlichsten Eigenschaften, die der Religiösitätund Loyalität ausgelassen sind — und das ganze Gefäß wird endlich von drei weib-lichen Figuren: England, Irland und Schottland darstellend, gekrönt. Um denRand des Deckels sind durch vier weibliche Büsten die vier Welttheile repräsentirtund mit Guirlanden von Edelsteinen umgebe», welche Rose, Distel und Kleeblätterenthalten. Eine zweite Reihe von Festons in Brillanten umschlingt ^ie Henkel.Eine Menge farbige Edelsteine (meist zu klein für die Stellen, an denen sie ange-bracht sind) wechseln mit Emailarbeiten ab. Letztere ist, eben so wie die Goldarbeit,von großer Vollkommenheit.

Hätte der Idee und Form dieses Werkes nicht einigermaßen die Originalität,dein Geschmacke die Reinheit gemangelt, und ivären die Figuren nicht etwas zulang, die Festons ') nicht unzulässig gefunden worden, so hätte diesem Werke diegroße Verdienstmedaille nicht entgehen können. Die Vortrefflichkeit der Gold- undEmailarbeiten erwarb ihn« aber wenigstens die Preismedaille.

Dieselbe Firma hatte noch sehr geschmackvolle Juwelierarbeiten ausgestellt.

Unter vielen anderen kostbaren und verdienstvollen Arbeiten und auf galvano -plastischem Wege erhaltenen Gegenstände» hatte das Haus Ellington, Masonund Comp. (Birmingham ) auch eine in Silber gegossene Gruppe und eine Testimo-nial- oder Preisvase ausgestellt.

Erstere, die Königin Elisabeth in Kenilworth einziehend, hat in Kompositionund Zeichnung wesentliche Verdienste, und Guß- und Ciselirarbeit lassen nichts zuwünschen übrig. Das Modell ist von dem Französischen Künstler I. Jeanncst.Die Begleiter der Königin sind Graf Leicester und ein Page, der den Zelter führt.

Das erwähnte Ehrengefäß zur Verherrlichung der Wissenschaften, Künste und Me-chanik, die in der großen Ausstellung ihren Ausdruck gefunden, werden wir, weiles auf galvanoplastischem Wege erzeugt, in einer anderen Abtheilung weiter be-sprechen.

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