Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXIII. Klasse. Arbeiten in edlen Metallen.

Noch haben sich folgende Häuser durch hierher gehörige Silberarbeiten ausge-zeichnet, und sind ihre Verdienste entweder durch die Preismedaille, oder durch ehren-volle Erwähnung anerkannt worden: Smith, Nicholson und Comp. (London )für eine von Mac Carthy modellirte Figur eines Schottischen Jägers, welcher aufeinem erlegten Hirsch knieend, von Hunden umgeben, inS Hüfthorn stößt, eine sehrverdienstvolle Arbeit. Allein die Blumen und Kräuter in polirtem Silber, währendalles klebrige matt, sind kleinlich und störend.

Ein dem Sir Frederic Adams gewidmetes Ehrengeschenk (testimonial) istgut und wäre noch besser, ohne einige daran angebrachte mißrathene Kinderfigurcn.

Wir ergreifen diese Gelegenheit, um hier ein Wort über die jetzt öfters beliebteallzutreue Nachahmung von Pflanzen und Bäumen bei derartigen Silberarbeiten zusagen. Uns erscheint namentlich letzteres als ein unpassendes Element der Verzierung,da Bäume, trotz der daran angebrachte» großen Blätter stets kleinlich erscheinen wer-den, und es steht daher zu hoffen, daß derartige Verzierungen mit den Fortschritten,die der Geschmack macht, nach und nach verschwinden werden. Es wurden zwar auchin den besten Zeiten des Geschmackes dem Pflanzenreich entnommene Gegenstände inder Goldschmiedekunst angewendet, sie wurden aber dann entweder gleichsam symbo-lisch behandelt, oder in architektonische Formen gebracht. Kein anerkannter Styl hin-gegen hat dieselben in der Form ängstlicher Nachahmungen der Natur aufgenommen,und sie gehöre» dann nicht in den Bereich des Künstlerische», sondern nur desKünstlichen.

Lambert und RawlingS (London ) ein HauS, sonst bekannt unter dem Na-men Bridge und Rundell, welches früher unter Leitung des trefflichen Fl ar-man nur gute Produkte lieferte, zeigte durch die wenigen ausgestellten Artikel, daßauch auf die neuen Besitzer der alte Geist des Schönen Übergängen ist.

Vorzüglich ist ein Tafelaufsatz. 4 Fuß hoch und gegen 120V Unzen Silber ent-haltend, in welchem ein Kandelaber mit einem Dessert-Service verbunden ist. DieErfahrung hat gelehrt, daß diese Zusammenstellung in der Anwendung nicht rathsamsei, als Gruppe aber und als Arbeit ist dieses Werk sehr beachtenswerth.

Vier Hss das Knie niedergelassene weibliche Figuren tragen auf ihren Köpfen,von beide» Armen unterstützt, eine doppelte, d. h. eine aus der anderen sich erhebendeFruchtschale. Die Figuren stellen die Jahreszeiten vor, und man bemerkt an ihnennicht die sonst übliche Ueberladung mit Attributen. Zu ihren Füßen, das Plateaustützend, erheben sich Tritonenkinder. Das Mittelstück selbst, mit acht durch FestonSverbundenen Armen für Kerzen, im Style Louis XV. gearbeitet, ist mit einer Statueder Britannia geschmückt, die am wenigsten glücklich ausgefallen ist, und zu sehr andie Darstellung dieses symbolischen Wesens im Strandtheater Londons erinnert.

Zwei große Weingefäße derselben Aussteller find von schöner Arbeit und charakteristischer Zeichnung. Sie sind gegen 2 Fuß hoch und bestehen aus einem großeninelonen- oder kürbiSartigen Körper, welcher ohne Fuß unten flach aufsteht, undaus welchen sich ein eben so hoher gerade aufsteigender Hals erhebt, an welchemnoch ein hoher Kopf mit silberner Kette angebracht ist. Die Gesäße sind durchgängigaus getriebenem Silber. Das eine in Maurischem Geschmack ist am Halse undKörper mit vergoldeten Weinreben verziert, das andere, in der Form eines Paradies-apfels, hat eine Verzierung von Disteln.

Die von I. Angel! (London ) gelieferte Gruppe des Sir Roger de Coverley,der sich von Zigeunern wahrsagen läßt, und ein Schild, mit der Schlacht zwischenAlerander und Darius, gehören zu den besseren Englischen Reliefarbeiten, und einPräsentirteller mit den Thaten des Herkules zeigt in den gravirten Arbeiten einengesunden, frischen Schnitt. Der Preis, den der Aussteller erhielt, wurde für kleinereGefäße und Emails gegeben.