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XXUI. Klasse. Arbeite» IN edlen Metallen.
man bedenkt, wie langsam das Treiben und Lothen vor sich geht, und wenn manweiß, daß an dieser Gruppe z. B. Hände vorkommen, die allein aus zehn bis zwölfkleinen Plättchen getrieben und znsammcngelöthet werden mußten. Die Schönheitder Zeichnung, die Kühnheit in der Arbeit der Figuren, die Reinheit des StyleSund die Ueberwindung aller technischen Schwierigkeiten haben die Jury bewogen,den Ausstellern ohne Rücksicht aus die vielen andere» trefflichen Arbeiten schon dafür'die große Verdienstmedaille zuzuerkennen.
Denn unter den von demselben Hause gelieferten Werken befinden sich noch meh-rere andere, die eine gleiche Auszeichnung wohl verdient hätten. Wir erwähnen hierzuerst, als ganz vorzüglich, eine große Toilette in vergoldetem Silber, der HerzoginLouise Marie Therese de France bei Gelegenheit ihrer Vermählung mit dem Herzogvon Parma verehrt; ei» Werk im Renaissance-Styl, welches zu seiner Vollendungalle Zweige der Goldschmiedekunst in Anspruch genommen hat und jeden in seinerVollkommenheit zeigt. Auch diese Arbeit, die 400 Mark Silber enthält, erfordertezu ihrer Vollendung Jahre lange Anstrengungen. Sie besteht aus einem Toiletten-tisch, einem Spiegel, zwei Girandolen, zwei Tviletkenkasten und einer Kanne nebst Un-tersatz, alle von vergoldetem Silber und reich mit Email und Steinen ausgestattet.
Der Tisch, 6 Fuß lang 4 Fuß breit, ist mit niellirten, mit Gold verzierten Sil-berplatten bedeckt. Auf dem äußeren Rande dieser Niellen, in der Mitte einer Ver-zierung von Lilien, liest man die Zucigiilingsschrift. Genien tragen die Tafel, anderesitzen zu den Seiten des Wappens, noch andere sind auf den Fußtritten des Tischesausgestreckt. Ranken von Rosen, Lilien und Epheu, in denen man leicht die Mei-sterhand Lienard's erkennt, vergoldet oder versilbert, sind in allen Richtungen mitGeschmack angebracht. Auf dem Tische steht ein prächtig gefaßter Spiegel, dessenRahmen in Spitzbogen die vereinten Wappen von Frankreich und Lucca zwischenzwei mufizirenden Engeln, in Email gemalt, einschließt. Am anderen Theile desRahmens liest man 8oucenir üe kranoe, 10. ^ovbr. 1845. Zwei Engel, mit Dal-matiken bekleidet, mit zahllosen klenrs <ie l,v» auf der Seite von Lucca unddrei kleurs ste auf der Seite Frankreichs , stehen neben dem Spiegel, der eineals Träger der Oriflamme mit den Worten: „blontjoie 8amt Heilig" der anderemit einer ähnlichen Fahne mit der Inschrift: „vcus et Vie8." Sie lehnen gegeneinen Lilienstock, der von Genien getragen wird. Die zwei Schmuckkästchen, derenEmailarbeit der von Limoges nicht unähnlich, enthalten unter Spitzbögen die Bild-nisse von Frankreichs berühmten Frauen in ganzer Figur, in Email gemalt, nämlichvon Jeanne d'Arc, Samte Genevievc, Samte Clotilde, Margherita de Valois, Mariede France , Henriette de France und anderen. An den Ecken stehen unter kleinenBaldachinen Statuetten von acht jungen, durch ritterliche Thaten berühmten Män-nern, als: Bayard, Lantrailles, Gaston de Foir und andern, gleichsam als Wächterund Diener der Damen. Genien oder Engel tragen die Wappen auf dem Dachedes Gebäudes, und getriebene und ciselirte Blumen-Ornamente, in denen Lilien undRosen vorherrschen, füllen die Zwischenräume paffend aus.
Die sehr geschmackvoll gearbeitete Kanne nebst Teller trägt als Hauptverzierungwieder die Wappen von Lucca und Frankreich und die Armleuchter haben als Haupt-motiv Engel mit Lilien und die Fahne mit den kleurs äe
Es gehörte diese Toilette, sowohl ihrer gefälligen Form wegen, als vermöge derMannigfaltigkeit der Arbeit, zu den schönsten Gegenständen, welche die Ausstellungdarbot. Mit großem Talent waren alle Schwierigkeiten überwunden, welche dieGußarbeit, das Email, der Niello und die Stahlarbeit darboten. Der architektoni-sche Entwurf des Ganzen ist vom Architekten Duban; die Herren Feucheres und Lie-nard haben die Skulpturen der Figuren und Ornamente dirigirt, die 31 Figurenselbst find von Feucheres, de Chaume und Froment Meurice, die Emailmalereienendlich von Sollier und Meyer aus Sevres , nach den Zeichnungen FeuchereS'.