tz. 65. Frühstück- und Theegeschirre, Urnen, Kessel rc. 221
Endlich befanden sich noch unter der Ausstellung deS oben bei den Altargefäßenrühmlich erwähnten Tostrup aus Christiania sehr artig gearbeitete Messergriffe inmatt vergoldetem Relief die wir, als hierher gehörig, nicht übergehen wollen.
§. 65 .
Frühstück- und Thee-Geschirre, Urnen, Kessel, Zuckerschalen,Kannen aller Art, Brodhalter (Toast-ravlcs) rc.
Wir können nicht umhin, diese Abtheilung mit den Französischen Arbeiten zueröffnen, die alles Andere an Bedeutung, Umfang und Kunstwerth übertreffen.
F. Durand (Paris ) hat wohl die größte Theemaschine, welche je in Silbergearbeitet worden, ausgestellt. Sie mißt 4 Fuß und wird über 1500 Pfb. Sterling(40,000 Fres.) geschätzt, doch entspricht der Kunstwcrth dem Umfange. Zeichner undCiseleur haben gewetteifert, etwas Vollkommenes herzustellen — und das ist ihnenin der That gelungen. Dabei ist daS Werk ein Muster der besten Renaissance.
Die Maschine besteht aus t7 verschiedenen Stücken, welche etagenweise um denmonumentalen Fuß aufgestellt sind, der die große Urne für das Wasser trägt. Weibliche Gruppen mit Kinder» zieren die Nischen des Fußgestells; andere stehende weib-liche Figürchen, gleichfalls unter Nischen, wechseln an der Vase ab mit geflügeltenGenien, welche die Henkel bilden. Außerdem sind unzählige Kinderfigürchen, mit mu-sikalischen Instrumenten spielend oder sie tragend, an allen Theilen dieses Kunstwerksangebracht. Aus dem äußerste» Rande des Untersatzes springen die Träger der Tassenhervor, während auf dem ersten Plateau vier Zuckerschalen und vier Kuchcnteller aufhohe» Füßen abwechseln. Dagegen stehen auf den Vorsprängen des Mittelstücks diezierlichen Rahmgefäße und aus dem Obertheil desselben ragen die Konsols der Thee-kannen hervor und über jeder derselben ist ein kleiner Delphin in der Wafferurne an-gebracht, der so die Füllung der Kanne vermittelt.
Das Stück ist nach einem Modell von Klagemaim in getriebenem Silber undhat nur hier und da vergoldete und orydirte Theile der Verzierung; alle Figürchenz. B. find vergoldet. Email und Niello, welche an den Untersätzen vorkommen, findvon gleich guter Arbeit.
Lebrun (Paris ). Ohne Nummer, aber in gleicher Abtheilung mit Durand be-findet sich unstreitig das schönste und fleißigste Stück in getriebener und ciselirter Ar-beit in orydirtem Silber. Es ist das eine Chokoladentaffe mit Untersatz, von Lebrunfür den Grafen von Mecklenburg gearbeitet, dessen Wappen die Mitte der Tasse ein-nimmt. Dieses Stück, welches unstreitig den ersten Preis erhalten haben würde,wurde so spät ausgestellt, daß es nicht in die Beurtheilung der Jury eingeschlossenwerden konnte.
Die Untertasse zeigt in vier Medaillons die Jahreszeiten als sitzende weiblicheFiguren; die Medaillons in den Rahmen derselben enthalten Kinder, auf die Jahres-zeiten anspielend, und das klebrige füllen Arabesken im schönsten Renaissance-Styl.Die Obertasse trägt, wie gesagt, in der Mitte das Wappen, in Form und Verhält-nissen ein wahres Muster für derlei Arbeit. An den Seiten deS Gefäßes sieht manMedaillons mit Nymphen und Satyren; zu beiden Seiten der Medaillons find, auchhier fitzende, Kindergestalten. Der Deckel ist mit ländlichen Attributen geziert undhat als Krönung des Ganzen eine kleine Maus, welche in Feldfrnchten schwelgt.Masken, Instrumente und Arabesken find aufs Geschmackvollste verbunden und mit