Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
222
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222 XXIII. Klasse. Arbeiten in edlen Metallen.

so unglaublicher Kunst (von den Brudern Fanniere) ciselirt, daß man sie fast nurmit dem Vergrößerungsglas ganz genießen kann — ein Umstand, der es erklärlichmacht, wie dieses Gefäß, welches kaum für ISO Frcs. Silber enthält, den Preis von10,000 Frcs. hat.

Auch dies ist ein Stück, welches in Abgüssen in keiner technischen Anstalt feh-len sollte.

L. A. Bruneau (Paris) hat in seiner reichen Ausstellung sehr zierliche Thee-und Frühstück-Service, doch kommen wir auf ihn ausführlicher in der nächsten Ab-theilung.

2. Britisches Reich.

Unter denEngländern haben die Herren Morel und Comp. (London ) in ver-goldetem Silber die schönste» Artikel dieser Abtheilung geliefert. Ihre Theeser-vice im Style Ludwigs XV., in Türkischem und Chinesischem Styl, find alle gleichverdienstvoll und charakteristisch.

Als Muster für alle Dinge dieser Art machen wir auf eine Zuckerschale im StylLudwigs XIV. aufmerksam, in Gestalt einer Vase auf hohem Fuß mit tellerar-tigem Untersatze, für eine Russische Fürstin ausgeführt, deren Wappen die Spitzedes Gefäßes einnimmt. Aus diesem Stück kann man erlernen: 1) die schöne Formdes Ganzen, 2) die Quantität des Ornaments (nicht zu viel und nicht zu wenig),3) den Grad des Reliefs und der Größe des Ornaments, 4) endlich die vollendeteAusführung der Zeichnung, in welcher jeder Schlag den gefühlvolle» und verständigenKünstler beurkundet.

Dies gehört, wie das Vorhergehende, zu den Stücken, welche man überall alsVorbild haben sollte.

Ungewöhnlich reich und auch eigenthümlich sind die sogenannten ZarseS odertürkischen Tasse» von der Form unserer Cierstände. Sie wurden für den Sultangearbeitet, woher die Ansichten von Konstantinopel in Email, welche, zusammen mitden kostbare» Steinen, diesen Kunstwerken einen echt orientalischen Charakter verleihen.

Die Herren Garrard und Comp. (London ) habe» ein Thee-Service in Persi-schem Styl, a»S 7 Stücken bestehend, ausgestellt, welches in dem Englischen Jury-berichte durch eine besondere Erwähnung ausgezeichnet wurde.

Den nachstehenden Englischen Aussteller» wurde die ehrenvolle Erwähnung zuTheil, als:

Martin Basket und Martin (Cheltenham ). Unter einer Menge nicht ver-dienstloser Artikel dieses Hauses zeichnet sich das Modell einer Dampfmaschine aus,welches als Kaffeekanne zu dienen hat, und wegen Neuheit der Erfindung und guterArbeit genannt zu werden verdient.

Lister und Söhne (Ncwcastle upon Tync) zeichnen sich durch elegante Formenund saubere Arbeit aus und die Firmen

H. Wilkinson und Comp. (Sheffield ),

R. Attenborough (London ),

G. R. Collis (Birmingham ) lieferten ebenfalls verdienstvolle Artikel, die unterdiese Abtheilung gehören.

Die meisten Thee- und Kaffeegeschirre Englands finden sich übrigens unter derAusstellung von Sheffield , wo sie später erwähnt werden.

Sowohl Deutschland, als Oesterreich und Rußland , haben in dieser Abtheilungnichts auszuweisen.

3. Niederlande .

Der von I. M. Lucardie (Rotterdam ) ausgestellte Theekessel ist durch die ab-scheulichen Figuren, welche die Füße dieses großen silbernen, sonst nicht verdienstlosenGefäßes bilden, zum abgeschmacktesten geworden, was man der Art sehen kann.