Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
224
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S24

XXIII. Klasse. Arbeite» IN edlen Metallen.

E. Maillot (Paris ) hat eine große Mannigfaltigkeit von Riechfläschchen aus-gestellt. Sie sind elegant in Krystall mit Verweil und Silber gefaßt. Er erhieltdie ehrenvolle Erwähnung.

F. Laureat. Ehrenvolle Erwähnung für Geräth zu „Hres»in»-6»5es," welchesaus Silber auf der Drehbank gearbeitet ist.

2. Britisches Reich.

S. Wertheini er (unter Klaffe XXVI), London , erhielt für ein zierlichesSchreibzeug mit eingelegtem Porzellan und vergoldeter Bronze die ehrenvolle Er-wähnung.

3. Zollverein und Norddeutschland.

Fr. Schneider (Berlin ). Ein Schreibzeug von vergoldetem Silber; zumTheil von Gold mit vaterländischen Ausschmückungen (2000 Thlr.), verdient aner-kennende Erwähnung.

Brahmfeld und Gutrup (Hamburg ) haben ein silbernes Schreibzeug aus-gestellt, an welchem recht artige Arbeit angebracht ist.

4. Niederlande .

Was von der Ausstellung von Kempen hierher gehört, ist schon in der vor-hergehenden Abtheilung erwähnt worden.

5. Aegypten

hat unter Nr. 369 Lchreibgcräth eingesandt, zeigt sich aber in diesem eben so roh,wie im Kaffeegeschirr und ganz entgegengesetzt dem Geschmack, welcher in den Gold-stickereien dieses Landes entwickelt ist.

8- 67.

Uhrgehäuse, Uhrschlüssel, Petschaften, Bleistift- und Federhalter,Filigran-Arbeiten und Verwandtes.

Unserem Vorsätze gemäß wollen wir, ehe wir zur Betrachtung der einzelnen indiese Abtheilung gehörigen Artikel übergehen, einige Worte über die Ausdrücke Fili-gran und Email vorausschicken.

Der Name Filigran stammt aus dem Italienischen ; die Kunst wird nach demtilo und granil — dem Faden und Kern oder Korn — den Hanptbestandtheilen,woraus die Filigran-Arbeiten bestehen, benannt. Das dazu verwendete Material istentweder Gold oder Silber; ersteres Metall wird hauptsächlich in Dacca und Su-matra, letzteres, namentlich für größere Arbeiten, in China angewendet.

Die Kunst selbst ist von sehr alter Abkunft, sie wurde vermuthlich im Orienteerfunden und dort längst ausgeübt, ehe sie in Italien ihren jetzigen Namen erhielt.Wir besitzen noch Werke aus der Römerzeit, bei welchen sie in Anwendung gekomnie», noch weit häufiger aber wurde sie im Mittelalter, namentlich für Kirchengerätheund Rcliquienbehälter, benutzt. In der neueren Zeit werden Filigranarbeiten inEuropa fast nur noch in Malta und Genua verfertigt, wo noch besondere Innungenfür die damit beschäftigten Arbeiter bestehen, welche in Betreff des verarbeiteten Me-talls unter strenger Aufsicht gehalten werden.

Benvenuto Cellini , welcher sich auch in dieser Kunst versuchte, und dasdabei beobachtete Verfahren unter dem Namen ,4rte üol tilo beschreibt, giebt dafürVorschriften, die fast in allen Stücken der jetzt noch bei den Malayen üblichen Be-handlungsweise entsprechen, nur daß sein Verfahren etwas umständlicher und diedabei gebrauchten Instrumente vollkommener sind als die einfachen und rohen Werk-zeuge der Orientalischen Arbeiter. Das zu der Arbeit zu verwendende Metall wirdim Schmelztiegel geschmolzen, und entweder in Draht von verschiedener Stärke aus-