Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 67. Uhrgehäuse und in Gold gravirte Platten.

gezogen, aus dem man durch Breitschlagen, nachheriges Drehen und wiederholtesSchlagen Bänder verfertigt, die zum Ausschneiden von kleinen Blättern, Blumenu. s w. dienen, oder noch flüssig in ein Gefäß mit grobgestoßnen Holzkohlen geschüt-tet, wodurch Metallkörncr von allen Größen entstehen. Das Verfahren der Malayen,um solche Körner zu erzeugen, ist etwas abweichend. Sie nehmen Goldstaub undschmelzen denselben in kleinen in Holzkohlen angebrachten Löchern zu Körnern zusam-men. Um die durchbrochene Arbeit hervorzubringen, werden der Draht, die Blätterund Körner auf ein aus leichtem Holze, oder sogar aus Papier bestehendem Gerüstevermittelst einer klebrigen Flüssigkeit (in Italien Gummi Traganth) am geeignetenOrte befestigt, dann wird das Ganze mit Löthpulver (Goldfeile und Borar) bestreutund auf kurze Zeit einem lebhaften Feuer ausgesetzt, welches das Gerüste verzehrtund die Metalltheile zusammenlöthet. Die vollendete Arbeit wird zuletzt, wenn sieaus Silber besteht, mit Salz und Alaun ausgekocht, oder wenn aus Gold, 24 Stun-den lang in einer Auflösung von Salz in starkem Essig eingetaucht erhalten.

An den aus Indien herrührenden Artikeln findet man öfters Gold von einersehr hoch-rothen Farbe. Diese wird dem Metalle durch Kochen mit Wasser undSchwefel mitgetheilt.

Uhrgehäuse und in Gold gravirte Platten.

Viele der Gegenstände dieser Abtheilung sind auch noch von andern Klaffen inBetracht gezogen worden, besonders die Uhrgehäuse, von denen viele als Kunstwerkein die XXX. Klaffe gekommen sind; andere Artikel, hierher gehörig, hat die XXIX.Klaffe berücksichtigt. Da sie aber in der ,,Headjury"-Liste durchgängig der XXIII.Klaffe zugetheilt werden, so haben wir nicht unterlassen, sie hier zu behandeln, unddas um so mehr, als uns durch die Wegnahme der Emailen und geschnittenen Ar-beiten auf den Uhrgehäusen eine sehr anziehende Parthic entzogen worden wäre.

Schweiz .

Da sich die Schweiz vor Allen durch ihre Arbeiten, nicht nur was die innere,sondern auch was die äußere Ausstattung der Uhren anlangt, hervorthut, so fangenwir billig mit den Produkten dieses Landes an. Wir wenden also diese eben so nütz-liche» als schönen Dinge um und beschäftigen uns mit der Rückseite, indem wir esder Jury der X. Klaffe überlassen, ihren innern Werth zu untersuchen.

A. Dutertre (Genf ). Diesem Hause wurde die Preismcdaille für eine Anzahlhöchst kunstreicher Artikel in Email und Goldschnitt ertheilt, namentlich aber fürzwei in Gold geschnittene Platten, die eine mit einer Scene aus Wilhelm Teil, dieandre mit einer Landschaft mit großem Eichbaum in der Mitte. Beide sind vonFritz Krindert mit unübertrefflichem Fleiß gearbeitet. Der Schnitt gleicht mehreiner Schwarzkunstplatte (merrotiuto) als dem Erzeugniß des Stichels aus freier Hand.

Anch durch seine Arbeiten in Email und eingelegten Edelsteinen auf Uhrgehäu-sen hat dieses Haus sich ausgezeichnet.

P. H. Grandjean (Chaudefond) erhielt die Preismedaille für eine unendlichfleißig geschnittene Goldplatte, einen Wald darstellend.

Dubois (Chaudefond) hat als der dritte für gleich vortreffliche Arbeit, Blumenund Früchte vorstellend, die Preismedaille zuerkannt bekommen. Es wäre schwer,dem einen oder anderen dieser drei Künstler den Vorrang zu geben; sie erscheinenvon gleichem Verdienst.

P. Patek und Comp. (Genf ). Wir haben unter der sehr vollständigen Aus-stellung dieses Hauses mit besonderem Vergnügen die Rückseite einer Uhr gesehen,welche zwei Preußische Helden des Mütelalters, in Niello auf Goldgrund gearbeitet,zeigt. Die Postamente, auf welchen sie stehen, tragen ihre Namen: MieceslauS und

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