Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXIII. Klasse. Arbeiten i» edlen Metallen.

Abschnitt II

Vergoldete, versilberte und plattirte Waaren.

§. 68 .

Galvanoplastische Erzeugnisse aller Art.

Die Erzeugung von Werken auf galvanoplastischem Wege, als Sur-rogate für Silbergeschirr, beunruhigte, wie der Steindruck und andre ähn-liche Erfindungen, bei ihrem Aufkommen die Gemüther Tausender vonArbeitern, welche dadurch um ihren Erwerb zu kommen fürchteten, und dochscheint, nachdem nun der neue Kunstzweig in seine rechten Schranken ge-treten, weder den Silberschmieden noch den Fabrikanten nach alter Artplattirter Waaren daraus ein erheblicher Nachtheil entstanden zu sein.Denn auch diese Jury muß in Folge der genauesten Untersuchungen derallgemeinen Anficht beistimmen, daß die galvanoplastischen Artikel desTischgeschirrcs rc. ihrer Bestimmung nicht entsprechen und daß dieser Pro-zeß mit Vortheil nur für die Wiederholung von Kunstwerken und für dieErlangung eleganter Kleinigkeiten verwendet werden kann.

Die Galvanoplastik im eigentlichen Sinne ist das Verfahren, durchelektrische Kräfte und Kupferauflösungen das reine Metall in jeder ge-wünschten Form niederzuschlagen. Man begreift aber auch unter dem-selben Namen die galvanische Ucbcrziehung eines Metalls mit einer dün-nen Schicht eines anderen Metalls, die galvanische Vergoldung, Versilbe-rung rc. Beide Verfahrungswciscn sind sehr einfach und ziemlich be-kannt, und wir können uns daher auf eine kurze Andeutung der hierbei inBetracht kommenden hauptsächlichsten Momente beschränken, die zur Beur-theilung und Würdigung der in diesem Kunstzweige für die Ausstellungeingesandten Artikel hinreichend find.

Daö Verfahren, wodurch man auf elektrischem Wege Geräthschaf-ten, Geschirr und Kunstwerke vervielfältigen kann, besteht der Hauptsachenach in Folgendem:

In einem wasserdichten Gefäße, welches durch eine Scheidewandvon porösem Material (ungebranntem Pfeifenthon, Gyps) in zwei Abthei-lungen getheilt wird, befindet sich auf der einen Seite eine gesättigte Auf-lösung von Kupfervitriol (schwefelsaure Kupferlösung), auf der anderenverdünnte Schwefelsäure. In erstere wird der Gegenstand, dessen Nach-bildung man beabsichtigt, in die andere eine Tafel oder ein Cylinder vonZink gebracht und beide werden vermittelst Kupferdrahts unter sich in Ver-bindung gesetzt. Durch den dadurch erzeugten elektrischen Strom wirdaus der Kupservitriollösung metallisches reines Kupfer niedergeschlagen,daö sich auf der Oberfläche des Gegenstandes, den man vervielfältigen will,