Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 68. Galvanoplastischc Erzeugnisse aller Arss

Sachen, welche völlig in Silbcrniederschlag erzeugt sind; darunter besonders ponipe-janische Gefäße. Diese galvanoplastische» Erzeugnisse sind meist mit Metall (Neu-silber oder Argentan ) ausgelegt, »m sie für die Dauer brauchbar und für das Augegefälliger zu machen.

Das erste in Silbcrniederschlag ausgearbeitete Gefäß ist eine große Prcisvase,die sich aber keineswegs günstig durch ihre Form auszeichnet. Dazu ist sie auch inder Hauvtaulage verfehlt, da sie in dem Mittelkörper nach oben, anstatt nach untenan Durchmesser abnimmt. Dieses 4 Fuß hohe Gefäß ist von Beattie gezeichnet undmodcllirt und dient als eine Verherrlichung der Künste und Wissenschaften vermit-telst der großen Ausstellung. Der Englische Renaissance-Styl (bilisabotl>oan-8t)flo),in welchem es komponirt ist, eignet sich aber vielleicht unter alle» Stylen für einensolchen Zweck am wenigsten; deshalb ist auch die Hauptform keineswegs gefällig.

Den Körper der Vase schmücken vier Statuen: die des Baco», Shakespeare ,Newton und Watt. Sie stehen i» Nischen, und zwischen denselben sind in vier Kom-positionen in halb erhabener Arbeit, Vorstellungen der Wissenschaften und der freienund mechanischen Künste, angebracht, welche sich zwischen zurückgebundenen Vorhän-gen zeigen.

Das Gefäß ist von der Statue des Prinzen Albert bekrönt, im Kostüm desKanzlers der Universität Cambridge , niit einer Lorbeerkrone in der Rechte».

Am Fuß der Vase sitzen Krieg, Aufruhr, Haß und Rache, als überwundeneKrieger dargestellt, zwischen reichen Füllhörnern.

Die ganze Arbeit ist ei» Produkt des SilberniederschlagS, auf galvanoplastische»,Wege erzeugt, und giebt schon jetzt an seiner matten, sonst schneeweißen Oberflächeden schlagendsten Beweis der llnpraktikabilität dieses i» England so allgemein belieb-ten Verfahrens, wodurch solche Werke, der großen nöthigen Vorsicht und immerwäh-renden Reparaturen Wege», dem Besitzer sehr ungenießbar gemacht werde».

Ferner haben die Herren Ellington und Mason einen mehr als 5 Fußlangen Schmuckkasten, nach den Zeichnungen des Berichterstatters mit großer Sorg-falt in vergoldetem und versilbertem Kupfer auf galvanoplastischem Wege ausgeführt,aufgestellt, wofür ihnen namentlich die große Verdienstmedaille ertheilt wurde. Derselbeist im Styl des 16. Jahrhunderts entworfen und mit emaillirter Decke versehe», anfwelcher zwei Genien den Englischen Löwen und die Jnsignien der vereinten König-reiche unterstütze». Diese dachartige Decke wird von vier Caryatiden getragen, welchenach den Modellen des Professor HLncl aus DreSdc» gearbeitet sind. Auf den Thürender Hauptseite befinden sich die Bildnisse der Königin mit dem Prinzen von Walesund das des Prinzen Albert, nach Thorburn'S Miniaturen von Eckelmann undWustlich in Koburg sehr fleißig anf Porzellan gemalt. Die ander» Malereien aufden Seiten und dem Rücken des Kastens (Königliche Wappen ,c.) sind aus derMeißner Porzcllanfabrik hervorgegangen. Im Sockel befinden sich i» Silbernieder-schlag die Silhouetten der jungen Königlichen Familie, nach den Modellen vonLeonard Wyon.

Ein anderes vorzügliches Werk ist der kolossale Pferdekopf, »ach den, Modelldes Baron Marochetti.

Ein kleiner reich gearbeiteter Tisch in vergoldeter und versilberter Bronze ausdem Boudoir Ihrer Majestät der Königin, voll mythologischer und symbolischer Be-deutung, nach der Zeichnung des George Stanton, bezeugt das Talent dieses jungenKünstlers.

* Unter den Statuen in Bronze zeichnet sich die des Geoffroy de Mandevillc, Earlof Gloucester, aus, welche nach dem Modell von Westmacott verfertigt und für daSHanS der Lords bestimmt ist.

Doch es würde zu weit führen, selbst nur die Hauptsachen alle zu nennen, und