ZZ2 ' XXIII. Klasse. Arbeiten in edlen Metallen.
es genüge daher, zu sagen, daß sich alle Kunstarbeitcn dieses Hanfes durch Geschmack,schöne Formen, reine Arbeit, besonders in den Umrissen des Goldes und Silbers,und gewissenhafte Vollendung auszeichnen.
Die Preise find in Betracht des Kunstwcrthes billig zu nennen.
Ganz anders verhält eS fich mit den Gegenständen für den täglichen Gebrauch.Obgleich dieselben in dieser Fabrik besser als in andern ähnlichen gearbeitet werden,so bleibt doch auch hier in den Formen noch vieles zu wünschen übrig, besonders inBetreff der Figuren, während der Mangel aller Elastizität des Materials und die zuhäufig vorkommenden, fast unvermeidlichen Poren, die dann bald arge Flecken erzeu-gen. fich einer allgemeineren Verwendung in den Weg stellen. Deshalb hat fich auchdie Jury bewogen gefühlt, besonders zu bemerken, daß „die Verdienst-Medaille nurfür die Kunstarbeiten gegeben worden, und daß sie fich eines entscheidenden Urtheilsznr Empfehlung dieses Surrogats für Dinge des täglichen Gebrauchs enthalte", in-dem fie zu gleicher Zeit bekennt, „daß die Verwendung der galvanoplastischen Vergol-dung höchst cmpfehlenswerth sei, da fie wesentlich zur Schonung der Gesundheit desArbeiters und zur billigeren und dauerhaften Erzeugung einer schönen Vergoldungbeiträgt."
Es haben noch mehrere Englische Häuser, meist aus Birmingham , mannigfaltigeGegenstände in galvanoplastischer Versilberung ausgestellt, welche aus eben ange-führten Gründen hier Übergängen werden.
Kapitain L. L. B. Jbbetson (Klasse XXX.) hatte einen Glasschrank ausge-stellt, mit Abdrücken der feinsten Gegenstände aus dem Thier- und Pflanzenreiche ge-füllt, welche reiner als je zuvor über die Gegenstände selbst niedergeschlagen sind.Für diese Vervollkommnung der Anwendung, die sich besonders in einer Feder undeinigen Insekten zeigte, so wie für Bereicherung dieses Prozesses durch eine neueMischung von Kupfer und Gold hat Kapitain Jbbetson die Preis-Medaille zuerkanntbekommen.
Seine sehr beachtenswerthe Ausstellung, welche leider durch ihren ungünstigenStandpunkt vielen Beschauern entgangen sein mag, enthält Gegenstände von dreier-lei Natur:
Die ersten sind Bronze-Abgüsse direkt von den Gegenständen der Natur. Er hatdiesen Zweig dadurch ausgebildet, daß er von Einer Form so viel Abgüsse macht, alsverlangt werden, während bisher für jeden Guß eine andere Form gebraucht wurde.
Die zweite Gattung besteht aus Abdrücken eines NiederschlagS aus Gold undKupfer, auf elektrischem Wege erzeugt. Da es bisher angenommen war, daß mannur einzelne Metalle elektrisch niederschlagen könne, so ist diese neue Entdeckung vongroßer Wichtigkeit, da sie durch diese Mischung die Eigenschaften beider Metalle zumVortheil hat. Es ist dies zwar noch ein Geheimniß, indeß hat nach dem Berichtedes ausgezeichneten Chemikers Brande, welcher fich als HülfSjnror mit KapitainJbbetson in Rapport setzte, die Sache sich bewährt gefunden.
Mit dieser Mischung hat er die allerzartesten Gegenstände des Pflanzen- undThierreichs mit einer metallenen Rinde überzogen.
Das dritte Verdienst ist seine neue Manier, das Eisen zu bronziren, welche jedochnicht in unsere Abtheilung gehört. Alles aber trägt dazu bei, die Kräfte und Mittelder Manufaktur zu vermehren und er hat dafür mit Recht die Preis-Medaille erhalten.
Ch. Christofle u. Comp. (Paris ). Sie stellen eine sehr beträchtliche Samm-lung galvanisch erzeugter Gegenstände aus. Die naturhistorischen darunter (Blätter,Insekten -c.), nach Art des Kapitain Jbbetson, über die Naturprodukte selbst nieder-geschlagen, sind nicht ganz so vollkommen wie diese.
Die Jury hatte den Herren Christofle und Comp. die Preis-Medaille nur für