§. 70. Vergoldete Bronze. 237
dieser Art war die Stattlichkeit des Stylcs Louis XIV . nicht nothwendig. So wur-den auch vielleicht zu dieser Zeit die besten Artikel in Sevres geliefert.
Die Arbeiten des Herrn Paillard gehören zu den besten Verzierungen reich aus-gestatteter Gemächer.
Lerolles, Gebrüder. (Paris ). Dieses Haus hat eine Menge theilweise ver-goldeter, theilweise versilberter Gegenstände in Bronze ausgestellt, wofür es diePrcismedaille erhalten hat.
Wir machen unter Andern, auf die Stutzuhr aufmerksam mit der Bekehrungeines Mauren zum Christenthum , durch zwei Figuren dargestellt. Ein Armleuchtermit einem Ritter und ein anderer mit einem Mohren kompletiren den Aufsatz inBronze mit Goldverzierungen im maurischen Styl.
Miroy, Gebrüder, (Paris ). Die Eigenthümlichkeit dieses Hauses ist, daßseine Produkte aus geringeren Metallen gearbeitet sind, die dann bronzirt, versilbertoder vergoldet wurden. Sie sind dadurch bei allen, Werth der Form und Ansehenvon Reichthum für verhällnißmäßig sehr billige Preise zu erlangen.
Die Vergoldung und Versilberung ist auf galvanischem Wege erzeugt.
V. P. Boyer (Paris ) erhielt die Preismedaille für seine mannigfache», aufgalvanischem Wege vergoldeten Artikel, wobei er das grüne, gelbe, matte und polirteGold mit Geschmack verwendet.
A. Lacarrierc (Paris ). Die edlen Metalle werde» in dieser Fabrik auf ver-schiedene Weise nachgeahmt. Besonders erwähnungswerth sind zwei große Kandela-ber, welche, aus Eisen gegossen, theilweise bronzirt und theilweise vergoldet sind.Auch zeichnen sich viele Gaslampen durch sorgfältige Arbeit und gute Nachahmungder Metalle aus, wodurch die Jury bestimmt wurde, Herrn Lacarricre die Preis-medaille zu ertheilen.
Villemsens (Paris ). Wir haben bereits im Artikel „Kirchengeräthe" Gele-genheit gehabt, dieses Hauses Erwähnung zu thun; bessere Artikel jedoch finden sichunter den vergoldeten Bronzen dieser Abtheilung.
Villemsens hat eine Kopie des Helms und Schildes Franz I. in vergoldeterBronze ausgestellt, die mit großer Sorgfalt gearbeitet und voll schöner Ciselur ist,welche sich in der Vergoldung vollkommen erhalten hat. ' Das Ganze bietet in jederHinsicht ei» Vorbild für Arbeiten dieser Art dar. Deshalb haben wir mit Bedauerneine Nachahmung dieser Ornamente für eine Kanne und Becken verwendet gesehen,welche im höchsten Grade sorglos und in den Arabesken unverständig gearbeitet wa-ren. Guß und Schnitt sind bedauernswürdig und nur die matte Vergoldung giebtder Sache ein Ansehen. Was wir aber mit noch mehr Bedauern gesehen, ist, daßdie Beschauer meist keinen Unterschied machten und Kanne wie Helm, Becken wieSchild gleich priese».
Auf jeden Fall sind die Bronzen dieses Hauses als Arbeit besser, als ihre Zeich-nung und ihr Styl. So ist uns besonders ein großer Kandelaber mit einem imDurchmesser ovalen Stamm als sehr geschmacklos aufgefallen. Es war jedoch hin-länglich des Verdienstlichen da, um Herrn Villemsens die Preismedaille zuzu-erkennen.
P. I. Lahoche (Paris ). Eine geschmackvolle Verbindung des Porzellans mitder vergoldeten Bronze bei übrigens guter Zeichnung hat dem Chef dieses Hausesdie Preismedaille erworben.
Namentlich zeichneten sich aus: eine Stußuhr von tiefblauem Porzellan, mitAmorinen in vergoldeter Bronze verziert, das Mittelstück eines Tafelaufsatzes mitKandelabern und zwei Vasen, gleichfalls in 6ras bleu-Porzellan mit Bronze-Guirlanden.
C. S. Matifat (Paris ). Diesem Hause ist iu der XXII. Klaffe für seineübrigen Bronzen die große Verdienst-Medaille zuerkannt worden; außerdem ist ihm