Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 72. Juwelierarbeiten und Bijouterien.

Es ist besonders dieses Bouquet und die Jupiter-Vase, welche die Jury bewogen, die Herren Hunt und Ro stell für die große Verdienstmedaille vorzuschlagen.

Außerdem befindet sich noch eine große Auswahl sehr geschmackvoller Juwelier-arbeiten in dieser reichen Ausstellung; darunter besonders ein eigenthümlicher Kopf-schmuck, in welchem den Hanpttheil Materialien von geringerem Werthe, nämlichKorallen, bilden, die jedoch geschmackvoll durch Blätter von Email und Gold mitDiamanten eingefaßt find.

ES scheint, daß die Nachahmung der Blumen in den kostbarsten Materialien zuden beliebtesten Dingen des neuesten Geschmacks gehört. Wir finden solche in allenGrößen und unter den besten Arbeiten aller Nationen. Gewiß sind sie auch durchihre Form und Biegsamkeit besonders für diesen Zweck geeignet.

R. und S. Garrard (London ) haben einige sehr verdienstliche Juwelierarbeitenausgestellt, darunter einen Schmuck in Opalen und Brillanten von sehr anmuthigerZusammensetzung; ferner einen Schmuck von Sapphiren, Perlen und Diamanten, end-lich eine Tiara von Perlen, mit Brillanten abwechselnd.

Unter den Arbeiten, in welchen sich Juwelier- und GoldschmicdSknnst verbundenfinden, hat ein Armband mit zwei Engeln, welche eine Perle und einen Rubin halten, sowie nicht weniger ein Armband, mit Brillanten und Rubinen besetzt, imGeschmack der Skulpturen von Ninive , die Aufmerksamkeit der Jury auf sich gezogen.

C. und W. Rowlands (London ). Die Schmuckartikcl dieses Hauses zeich-nen sich Vortheilhaft durch Eleganz und gute Arbeit aus. Vorzüglich erwähnen wireines „8toi»!>et>er" in Brillanten und Smaragden (8tomacl>eo ist ein Brustschmuck,die Stelle der gewöhnlichen Breche einnehmend; er besteht gewöhnlich aus einemlängeren Schmuck, meist durch Ketten verbunden und mit einigen hängenden Steinenoder Perlen versehen) ; sodann einer Broche mit einem großen Karfunkel nebst Bril-lanten und TürkiS-Email im Liiigueoento-Stpl, wenn auch schöner gezeichnet alsciselirt. Drei Genien mit Posaunen und Lorbeerkränzen sind um ein Schild ange-bracht, in dessen Mitte sich der große Karfunkel befindet; darunter hängt eine Me-daille, theils in Email, theils in Brillanten. Die Form des Ganzen ist sehr gut;endlich ein Armband mit Rubinen und Brillanten. Diese Werke sind meist neu inder Erfindung, vielleicht etwas bizarr, aber verdienstvoll, so daß sie ihren Urheberndie Preismcdaille erwarben.

I. Angcll, siehe Email.

James West und Sohn (Dublin ). Diese ausgezeichneten Goldarbeiter habeneine besondere Sorgfalt auf die treue Nachahmung der in Irland aufgefundenenFibulae (aus dem 11. bis 13. Jahrhundert) verwendet. Es kommt in denselben eineMischung von solider Goldarbeit mit einer Gattung starke» Filigrans vor, welchedem antiken Römischen Schmuck nicht unähnlich und von wohlgefälliger Form ist.Runische Knoten, Unthiere, den Mythen des Nordens entnommen, Masken, kleineRosetten mit Halbzirkel, welche gewöhnlich Facette» obiger Vierecke an den vierSeiten einfassen, und eigenthümliche ohrenartige Knoten an den Enden einer Ketten-verzierung, bilden die Hauptelcmente dieser Brochen. Die Form ist meist die einesRinges, dessen Ende» in breite Schilder ausgehen, so daß eine solche kibula, wennsie geschloffen ist, einem Vorlegeschloß nicht unähnlich ist. Auf dem dünnern Theiledes Ringes ist gewöhnlich die Nadel (der Dorn) so befestigt, daß sich ihre Spitzedurch die Oeffnnng zwischen den breiten Enden des Reifs schlingen läßt; bisweilensind diese Nadeln durch eine Kette mit dem Ring verbunden. An letzteren kommensehr zierliche Motive vor; auch sind sie mit spukhaften Formen versehen; bisweilenbesteht die ganze Schnalle aus einem gut gearbeiteten Ring, dessen Enden mit einerKugel mit vielen kleinen Perlen versehen ist.

Aber auch andere Arbeiten sind von diesem Hause ausgestellt, wenn gleich dieBrachen eine Spezialität zu sein scheinen. Eine äußerst verdienstvolle Arbeit ist die,