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§. 72. Juwelierarbeiten und Bijouterien.
Säbel (broast orst), dem Dolch (Dirk), dem Pulverhorn, dem Jagdmesser (Lkeonstkm),der Athol-Mütze mit Adlersfeder, Gürtel und Schuhschnallen, — Alles reich inSilber gefaßt und niit Karfunkeln »nd Kairn-gorms ausgeschmückt.
Die Herren Marshall »ud Söhne erhielten die ehrenvolle Erwähnung fürschön gefaßte, zu Schmucksachcn verwendete bicoteli-pobblos (Schottische Kiesel),Kairn-gorms und Achate.
Rettie und Söhne (Aberdecn). Ihnen wurde die ehrenvolle Erwähnungfür eine andere nationelle Eigenthümlichkeit zu Theil: Armbänder nämlich, in welcheAbcrdeen- »nd Peterhead-Granite gefaßt sind; dabei auch andere Schottische Juwelier-Arbeiten, von denen erstere jedoch, bei der Wcrthlosigkeit des gefaßten Steines, dersich überdies weder durch Glanz, Farbe noch Effekt bemerklich macht, kaum nach-ahninngswerth sind; sie bilden eine Eriniicrniig an Schottland , so wie die Lava anNeapel , aber weder das Eine, noch das Andere hat außerdem weiteren Werth.
I. Mayer (Liverpool) hat neben seiner reichen Ausstellung in Silbergeschirrauch einige sehr gute Juwelierarbeiten eingesendet. Wir haben unter Anderm eineBreche bemerkenswerth gefunden, welche das dem Dürer zugeschriebene Bildniß sei-ner Frau in Stein geschnitten enthält. Auch ein Halsschmuck, aus einer Kette inSchuppenform bestehend, an welcher ein Medaillon mit drei Smaragden und zweiBrillanten befestigt ist, zeichnet sich vor den gewöhnlichen aus.
R. Attenborough (London ). Unter einigen gut gearbeiteten Schmucksachen,welche er ausgestellt hat, machen wir aufmerksam auf den ein Armband bildenden,gewundenen Goldreif mit Email und Steinen, Weinlaub vorstellend, so wie auchauf die Armbänder mit Brillanten in tiefblauem Eniail und auf die Rubinen undDiamanten in türkisfarbigem Email.
Widdowson und Vealc (London ) haben für ihre Ringe und Halsschmuckdie ehrenvolle Erwähnung erhalten.
Martin, Baskett und Martin (Cheltenham ) sind ehrenvoll erwähnt wor-den für eine Kette in Gold mit blauem Eniail und für eine Uhr mit Türkisen undBrillanten, so wie für eine'gleichfalls mitTürkiS und Eniail ausgestattete goldene Kette.
2. Zollverein.
F. Haulick (Hanau ). Mit besonderem Vergnügen führen wir die schön gear-beiteten Bijouterieen dieses Ausstellers a», an deren Spitze eine Busen- oder Haar-nadel steht, deren künstliche Ausarbeitung, verbunden mit schöner Zeichnung, demHerrn Haulick die Preismedaille erworben hat.
Dieselbe stellt eine Nelke vor, von Brillanten und Rubinen zusammengesetzt,deren Blätter Smaragd , die übrigen Theile Gold und Email sind. Sie steht ineiner gleichfalls zierlich gearbeiteten und gut emaillirten kleinen Vase, von welchersie getrennt und so als Haar- oder Busennadel getragen werden kann.
Der Preis dieser Nelke beträgt 200 Lstr.
M. Goldschmidt und Sohn (Frankfurt a. M.) erhielten die ehrenvolle Er-wähnung für eine vollständige Damenparüre. Sie enthält ein Armband, eine Brosche,einen Uhrhaken und Ketten; Alles in Gold, grünem Email und Brillanten.
C. Schwarz (Berlin ) hat ein neues Motiv für den Schmuck gefunden, indemer Thautropfen in Brillanten auf Blätter setzt. Auch sein Kampf zwischen Löweund Schlange, in Gold mit Diamanten, ist nicht ohne Verdienst.
3. Oesterreich.
H. Grohmann (Prag) hat für gute Arbeiten in dem Böhmen eigenthümli-chen Artikel, den Granaten, die ehrenvolle Erwähnung erhalten.
In Frankreich besteht das Gesetz, daß jeder Artikel mit einem Stempel bezeich-net sein muß, welcher den Grad der Feinheit des Goldes angiebt. Sie haben dortdrei Gattungen Gold, die sie besonders für Juwelenschmuck verarbeiten.