250 XXIII. Klasse. Arbeiten in edlen Metallen.
G. Lemonnier (Paris). Der Geschmack in der Bijouterie ist in Frankreich einheimisch und allgemein verbreitet. Er gehl sowohl aus dem angebornen Talentals aus der ununterbrochenen Benutzung der guten Kunstschulen hervor. Dasselbegebildete Auge, welches in Lyon die Seiden so schön wählt, daß sie eine vollkommneHarmonie erzeugen, leitet auch den Juwelier in Form und Zusammenstellung derFarbe seines Geschmeides. Das findet sich durch eine Menge von Ausstellern be-stätigt. Aber Keiner hat mit solcher Eleganz, mit so wohlgefälliger Form oder soverständiger Anordnung des Materials die nie abnehmende Menge der Beschauerüberrascht und erfrenl, als Lemonnicr in seinem Schmuck für die Königin WiltweChristine von Spanien . Auch er hat die Blumen und das Blatt zum Vorbild ge-nommen; aber die Art, wie er dies Vorbild aufgefaßt und mit Geschmack zu einerso trefflichen Wirkung verarbeitet hat, indem er sich alle Mittel, welche dem Juwelierzu Gebote stehen, zu eigen machte, hat ihm mit Recht den Beifall aller Kenner unddie Bewunderung der Menge, so wie die große Verdienst-Medaille erworben.
Die Hauptausstellung des Herru Lemonnier besteht aus zwei verschiedenenSchmucken für die Königin Christine .
Der erste besteht in einer Diamant-Halskette, in der Form eines Bandes, wel-ches sich um weiße Blumen in Brillanten mit Smaragdblättern windet. Krone,Armband, Brustschmnck und Schulterknoten (aiguiliottes) sind von gleichem Material;zierliche Trauben von Brillanten und Perlen gehen aus den Kelche» lilienförmigerBlumen hervor. Das Bouquet entspricht dem Ilebrigcn, so daß dieser ganze Schmucknur Brillanten, Smaragden und Perlen enthält.
Die Aufgabe de« Künstlers, eine Masse der kostbarsten Steine von allen Größenso zu verwenden, daß eine anscheinende Leichtigkeit der Haupteindrnck bleibe und dochdabei, trotz der Beschränktheit der Farben, die Einförmigkeit zu vermeiden, hat HerrLemonnier zur größten Zufriedenheit gelöst.
Dasselbe kann von dem zweiten Schmuck der Königin gesagt werden, welcheraus Diamanten und Sapphiren besteht.
Die Krone ist hier unstreitig der gelungenste Theil. Sie ist diademsörmig; ihreBlumen sind Brillanten und das Mittclstück Sapphir. Ebenso sind die übrigen Theiledes Schmuckes gehalten. Auch hier ist das Band von Brillanten und die Lilie mitden verlängerten Stamina mit Glück verwendet.
Die Brillanten sind bald i» Silber, wenn größer, bald in Gold, immer aberVortheilhaft gesetzt; farbige Steine stets in Gold.
Noch hat Lemonnier andre kostbare Gegenstände ausgestellt, z. B. den Ehreu-degen des Herzogs von Bervick mit bleues <te I.v!> von Brillanten auf blauemEmail und mit einer um den Bügel gewundenen Schlange von Brillanten. Ebensoreizend ist eine Broche von Diamanten und rosenfarbenen Perlen.
Den Preis aber, die große Verdienstmedaille, erhielt er für jene beiden Parurcs,als das Geschmackvollste, was sich in dieser Klaffe vorfand. In der Fassung derSteine ist er von Andern übertroffen worden, wie wir an seinem Orte anführenwerden.
Aroment Menrice (Paris ). So wie alle Arbeiten, welche aus den Ateliersdes Herrn Froment hervorgehen, Kunstartikel sind, so auch in dieser Klaffe, wosich die reichste aber auch schwierigste Wahl bietet. Seine Brochen im Renaissance-Styl mit Rubinen und Achaten, mit Frangen, aus Diamanten zusammengesetzt,umgeben, sind tadellos. Eine andere in der Form eines Kreuzes in schwarzem Email,mit Sapphiren in der Mitte, von Zweigen aus Brillanten umflöchte», auf denen einVogel mit Körper aus Perlen sitzt, ist ebenfalls vorzüglich. Zwei andere Brechenendlich mir geflügelten Figuren zu den Seiten und ausgewählten Steinen in derMitte, sind gleichfalls Artikel, welche mit Recht zum Vorbilde dienen können.
Rudolphi (Paris ), hat die Ausstellung mit einer neuen Gattung der Ver«