Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 72. Juwelicrcu Heiken und Bijouterien.

Wendung des Email bereichert, und obgleich dieses mehr in die Abtheilung desEmails gehört, so sind doch viele dieser Artikel i» einem so hohen Grade Bijoute-rien, daß man ihrer schon hier Erwähnung thun muß. ES ist dies die Verwendungder Emails als solider Körper auf Gold gesetzt und zu brnolies, Iirscelcts und Na-deln benutzt; meist ist dazu die Gestalt kleiner Weintrauben gewählt. Diese Traubenstehen mit gut gezeichnetem Weinlaub in Verbindung und schließen oft ein artigesBasrelief- oder Emailbild, mit Geschmack gefaßt, ein, welche Art von Schmuck zu-nehmend den Beifall der Liebhaber gefunden hat.

F. Dafrique (Paris ) hat eine Sammlung Bijouterien ausgestellt, in welchersich unter Anderen die mehrfarbigen Kameen mit Metall- und Emailfassung aus-zeichnen. Dies ist eine neue Gattung von Verzierung; Hr. Dafrique hat dafürdie Preismedaille erhalten.

Wir haben uns hier nothwendiger Weise auf diejenigen Künstler beschränkenmüssen, welchen Preise zu Theil geworden, sonst würden wir bei der Unzahl sehrverdienstlicher Artikel nicht so bald das Ende erreichen.

Leon Rouvenat (Paris ) stellte Arbeiten in Juwelen und Email aus, so wieModelle in vergoldeter Bronze von Kronen, Szeptern, Schwertern ic., welche Dingealle in massivem Golde und Juwelen er für fremde Monarchen ausgeführt hatte.Er erhielt die ehrenvolle Erwähnung.

' 5. N u ß l a ii d.

Dies nordische Reich hat in mehr als einem Artikel erfolgreich mit Frankreich gewetteifcrt, dessen Schule seine Künstler die größte Ehre machen; in der gegenwär-tigen Klaffe aber hat Rußland seine Meister, in einer Abtheilung wenigstens, über-treffen, denn nichts kommt der Vortrefflichkeit der Fassung der Edelsteine gleich, wiesie von den Herrn Ka einer er und Zeftigen ausgestellt ist.

Kaemerer und Zeftigen (Petersburg ). Diese Juweliere des KaiserlichenHofes haben einen Schmuck ausgestellt, welcher dem Geschmack nach zu den bestengehört, der Fassung nach unbedingt der beste ist.

Der Kopfschmuck besteht aus einer Ranke der Brhonia. Die Blätter find ausDiamanten zusammengesetzt, die Früchte aus langen, birnenförmigen Smaragden.Die verschiedenen Theile dieser Ranke können auseinander gelegt und einzeln getra-gen werden. Das Ganze enthält 2836 Rosetten, 12!) Brillanten und 12 Smaragde.

Wenn man in dem Schmuck der Königin von Spanieu den feinen Geschmackund die Tüchtigkeit bewundert hat, so ist hier die Treue der Nachahmung der Naturim Einzelnen, in Zeichnung und Bewegung vortrefflich.

Das Nächste ist ein Berthe aus Bouquets von Johannisbeeren gebildet, zu de-ren Frucht bald polirte ungeschliffene Rubinen, bald Brillanten verwendet sind. DieBouquets sind an einer Doppelreihe von Brillanten befestigt, und in der Mitte derZwischenräumc der Bouquets sind kleine Medaillons mit andern traubenartigen Ver-zierungen angebracht. Dies ist von einer reizenden Wirkung.

Außer diesen beiden Stücken sind »och besonders zu erwähnen: ein Bouquet ausHagebutten und Maiblumen, ganz in Brillante » und Rosetten; und eine Breche, dieeinen Zweig der Jpomea darstellt, in Diamanten und ausgewählten Türkisen.

Die Vorzüglichkcit dieser Artikel, der darin gezeigt« Geschmack, vor Allem aberdie unübertroffene Fassung der Edelsteine haben die Juni veranlaßt, die HerrenKaemerer und Zeftigen für die große Verdienst-Medaille vorzuschlagen.

Iahn und Bolin (Petersburg ), ebenfalls Hofjnwelierc, haben sehr verdienst-vollen Schmuck ausgestellt. Ihr Diadem gehört zu dem Reichsten, wqs die Ausstel-lung zeigt: wie eine Sonne strahlen 3526 Diamanten, aus welchen es zusammenge-setzt ist. 11 ausgewählte Opale und 67 Rubinen, welche das Diadem im engstenZirkel als Kette umgeben, bringen eine sehr angenehme Mannigfaltigkeit in denSchmuck. Die Diamanten sind auch hier zu Blättern gefaßt, doch haben dieselben