252 XXIII. Klasse. Arbeiten in edlen Metallen.
durch ihre symmetrische Anordnung etwas mehr Förmliches, welches dem orientali-schen Kopfschmuck wohl angemessen ist.
Ein Armband von Türkisen und Diamanten, eine Breche in der Form einerSchleife, aus 754 Türkisen zusammengesetzt, und ein paar Ohrgehänge mit gleichfabelhafter Anzahl von Türkisen beurkunden dieses Haus als vortreffliche Künstler,während die Fassung nichts zu wünschen übrig läßt.
Die Herren Bolin und Iahn haben die Preismedaille erhalte».
D. Romain (Rotterdam). Holland ist nur durch Romain für dieses Fachvertreten. Er hat einen Brustschmuck ausgestellt, welcher aus einem in Email ge-malten Bildniß von einem Bouquet umgeben besteht, das sich in drei verschiedeneSchmuckartikel theilen läßt. Diamanten-Rosetten und Perlen sind die Hauptbe-standtheile. '
Hr. Romain ist dafür mit der Preismedaille belohnt worden.
B. G. Mamede (Oporto ) hat einen Amethystschmuck ausgestellt, in welchemdie Fassung gut und das Gold-Filigranwerk geschmackvoll und geschickt gearbeitet ist.Er erhielt dafür die ehrenvolle Erwähnung.
§. 73 .
Kameen, Jntaglios in Stein und Muscheln, Glaspasten.
Kameen werden geschnittene Steine genannt, wenn sich die Figur,der Kopf u. s. w. erhaben aus dem Grunde erhebt.
Jntaglios hingegen die Steine, in welche der Gegenstand vertiefteingeschnitten ist.
Die Steinschneidekunst in beiden Richtungen stammt aus der älte-sten Zeit. Schon die Jndier, Acgypter und Assyrer verstanden es, in denStein Figuren einzuschnciden, erst bei den Griechen jedoch erreichte dieseKunst in ihrer doppelten Anwendung die höchste Stuft der Vollkommenheit.
Der von dem Steinschneider am meisten beliebte Stein war derOnyr und Sardonyr, dessen verschieden farbige Schichten für die verschie-denen Theile des darzustellenden Gegenstandes geschickt benutzt wurden.So finden wir z. B. öfters die obere Lage des Steines für das Haarund das Gewand, die zweite für das Fleisch und die dritte für den Hin-tergrund eines erhaben geschnittenen Kopses benutzt. Aber auch andereEdelsteine, ja sogar den Diamant hat man erhaben und vertieft geschnit-ten. Häufiger aber wurde der Karneol, der Kalccdon uns Amethyst an-gewendet.
Um einen Stein zu schneiden, befestigt man denselben mittelst einerWachsmischung an dem Kopfe eines Griffes und hält denselben an ver-schiedene durch ein Rad in drehende Bewegung gesetzte Spindeln undRädchen, die mit Diamantcnstaub bestreut und mit Oel angefeuchtet wer-den, wodurch nach und nach die gewünschte Form herausgeschliffen wird.
In neuerer Zeit hat man angefangen, eine Art unechter Kameenaus den Schalen der zu dem Geschlechte der Lassis gehörigen Muscheln