Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 81. Einleitung.

Im Jahre 1841 besaß Belgien 24 Glasöfen, welche 2,000,000HjFuß Tafelglas erzeugten Im Jahre 1847 war die Zahl solcher Ta-felglasöfcn auf 37 gestiegen, welche 272 Häfen enthielten und circa32 Millionen s^Fuß im Werthe von 5 Millionen Frcs. erzeugten. DieEinfuhr von Belgischem Tafelglas nach dem Zollverein vermehrte sichseit dem Bestehen des letzteren um das Fünffache.

Frankreichs Glasindustrie hatsich, wie überhaupt seine ganze In-dustrie in neuester Zeit, nicht in dem Maßstabe erweitert, wie solches vonEngland und Belgien gilt. Das Prohibitivsystcm, wodurch die Rohma-terialien den Fabriken zu theuer kommen, sowie die im Vergleich zu Eng-land und Belgien zeitraubenderen und kostspieligeren Kommunikationsmit-tel, mögen Ursache sein, daß die Glassabrikation, die qualitativ sehr be-deutende Fortschritte machte, nicht auch gleiche Schritte bezüglich der Quan-tität hielt Im klebrigen hat sonst die Glassabrikation Frankreichs meh-rere Vortheile vor der in anderen Ländern voraus. Es wird nämlich einbedeutender Theil der Fabrikation in verhällnißmäßig nur wenigen An-stalten betrieben, welche aber desto ausgedehnter sind, dadurch geringereRegiekosten verursachen und die Konkurrenz nicht zu fürchten haben, wasfreilich für das konsumircnde Publikum Frankreichs kein Vortbcil ist. Aufdiese Weise ist es den Französischen größeren Krystallglasfabriken möglichgewesen, eine gemeinschaftliche Niederlage ihrer Produkte in Paris zu er-richten (liue cle Uor.'tcliz ?ois 80 „iöre Xo. 30) unter der Firma Launay,Hautin und Comp.

Die schon seit langer Zeit bestehenden umfangreichen Gußspiegel-fabriken von St. Gobain und St. Eirey haben außerdem noch den Vor-theil, daß sie im Besitze bedeutender, in der Nähe der Fabriken befindlicherPrivatwaldungcn sind. Dadurch, daß diese Fabriken durch gänzlichesVerbot der Einfuhr fremder Glaswaaren, oder durch sehr hohe Zölle (beiunbelegten Spiegeln 28 Prozent) geschützt sind, kommt es, daß man dieFranzösischen Spiegel im Auslande billiger kaust, als in Frankreich selbst,wenigstens ist solches, wie oben schon erwähnt, bei den Französischen Spie-gelniederlagcn in England der Fall. Nach Spiegelglas, welches wohlden bedeutendsten Exportartikel der Französischen Glasindustrie bildet, dürf-ten dann Lurusgläscr folgen, welche, gefärbt und ungefärbt, sich stetsdurch die Mannigfaltigkeit und Schönheit ihrer Farbe auszeichnen. Dadieselben mehr durch Farben und Vergoldung dekorirt werden, als durchden kostbaren Schliff, und sie deshalb in« Vergleich zu den geschliffenenBöbmischen, Schlcsischen und Bayerischen Gläsern, trotz der höheren Ar-beitslöhne in Frankreich , dennoch billiger als die letztgenannten zu stehenkommen, so hat die Teutsche Glassabrikation dadurch eine sehr gefährlicheKonkurrenz erbalten. Diese Fabrikation von Lurusgläsern findet nochum so größeren Absatz, als sie durch die so sehr vorgeschrittene Bronze-sabrikation Frankreichs unterstützt wird, indem eine Menge von Glas-gegenständen, als: Lampen, Thürgriffe, Flacons rc., mit Bronze inontirt

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