tztz. 84 u. 85. Tafelglas aus Rußland und dem Zollvereine. 321
Unter Nr. 296 hatten nach dem Katalog Amelnng und Sohn zu Dorpat einen Spiegel eingesendet, dessen Preis zu 34 Lstr. 4 Sch. angegeben war. Unterden ausgestellten Russischen Erzeugnissen fand sich aber kein Spiegel und soll der-selbe während des Transports zerbrochen worden sein.
K. 85.
Mitteleuropa.
1. Der Zollverein.
Fünf Fabriken des Zollvereins habe» aus dieser Abtheilung ausgestellt:
Unter Nr. (l) 210 die Gräflich Solmssche Glashütten-Administration zn Ba-ruth (Kreis Jüterbogk-Luckenwalde in Preußen), welche ein reiches Sortiment kannellirten, gerippten und verschiedenfarbigen Tafelglases, da»» Lampengläser und andereHohlgläser einsendete. Da diese Einsendung, als die Jury der XXIV. Klasse sichmit den Waaren des Zollvereins beschäftigte, noch nicht vollständig aufgestellt war,oder die einzelnen Gegenstände zerstreut unter andere» Nummern nnd Firmen lagen,aus diesen Gründe» aber von der Jury nicht berücksichtigt werden konnten, so dürftees angemessen ftin, etwas weiter über diese alle Anerkennung verdienenden Fabrikatesich hier zu verbreite».
Die Einsendung bestand aus: 16 Stück verschiedenfarbige» Glasscheiben, unterwelchen auch Scheiben von Milchglas zu Uhrzifferblättern, Thermometerskalcn n. s. w.,das Milchglas bcmerkenSwerth wegen der, trotz der bei der Fabrikation desselben sichentgegenstellenden Schwierigkeiten, erreichten Weiße.
2l verschiede» geformte Lampencylinder, thcilweise mit Hüttenrand, welcher dem-jenigen vom Glasmacher beim Arbeiten angehefteten vorzuziehen ist.
3 spitze, unten gewalzte, aus ordinairem Glase gearbeitete, Bechergläser, ä 1000Stück 16 Rthlr.
3 ordinaire gerade Wassergläser, mit Stern im Boden, ä 1000 Stück 20 Rthlr.
3 ordinaire Weingläser ä 1000 Stück 26^ Rthlr.
3 ordinaire Liqneurgläser » 1000 Stück 15 Rthlr.
Mehrere Wassergläser mit »nd ohne Fuß, Champagnergläser, Rheinwein-, Ma-deira - nnd andere Weingläser aus Kreideglas, Fabrikate, die früher von diesen, Eta-blissement hauptsächlich geliefert wurde» und geschickte Arbeiter voraussetzen.
4 Wafferkaraffen, von farbigem Glase nnd geschlissen, ä 2 Rthlr.
27 Stück Lampenschirme aus Milchglas von verschiedener Form nnd Größe.
12 Stück Rohren anS Milchglas, Wachskerzen vorstellend, anf GaSkronen.
4 Ueberfangscheiben mit eingeätztcn Figuren und endlich
Ein großer eiserner Rahmen von 24 Qnadratfnß, eine Mnsterkarte verschieden-farbigen, wie auch kannellirten »nd gerippten Tafelglases enthaltend.
Die Glasfabrik zu Baruth wurde von dem Besitzer der Standesherrschaft Ba-ruth, Herrn Grafen zu Solms-Baruth, vor länger als hundert Jahren gegrün-det, nnd zwar bestand die Fabrik damals aus einem Ofen z» grünem Flaschen- »ndetwas Tafelglas. Der jetzt lebende Herr Graf zu Solms-Baruth ließ im Jahre1826 eine zweite Hütte erbauen, um bei Torffeuerung grünes Hohlglas zn erzeugen,während in der alten Fabrik ordinaires Tafelglas bei Holzfenernng fortgcarbeitetwurde.
Da sich der Torffeuerung Hindernisse in den Weg stellte», zugleich aber auchNachfrage nach weißem Hohlglase entstand, so wurde der Torfofen zn Holzfenernngeingerichtet nnd Buttelglas, wie auch weißes Hohlglas darin geschmolzen.
Im Jahre 1830 hatte die Lampenfabrikation eine größere Ausdehnung gewonnen nnd
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