Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
332
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332 XXIV, Klaffe. Glaswaare».

Belgien hat überflügeln lassen, doch noch die meisten Glassortc» wohlfeiler produzutals die übrige» glaSproduzirenden Länder, bezüglich der reine» Farbe und Weiße desGlases aber alle anderen übertrifft. Auch hat es bis jetzt gewissermaßen noch immerdir Fabrikation und den Handel der kleinen Spiegel oder sogenannte» NürnbergerSpiegel allein in den Hände», Belgien hat dagegen seine Taselglasfabrikation in dasUnglaubliche gesteigert, und verdankt diese Erweiterung hauptsächlich der Fabrikationeiner guten Mittelsorte von Glas, die es sehr wohlfeil produzirt und billig verkauft.Frankreich steht zwar in der Fabrikation der Mittelsorten von Glas Belgien nach, da-gegen zeichnet es sich aus in den bessere» und stärkeren Glassorten; die bestgeschmol-zenen und am vorzüglichsten gearbeiteten, dabei aber auch hoch im Preise stehenden Ta-felgläser finden sich jedoch in England, nur sind dieselben zu stark gefärbt. Jedenfallsist die Fabrikation anch dieser Glassorten in der neueren Zeit außerordentlich vorge-schritten, aber dennoch läßt sie noch Manches zu wünschen übrig und ist »och nicht ausder Höhe angelangt, auf welcher andere Zweige der Glasfabrikation bereits stehen.

Abschnitt H

(bemaltes und auf andere Weise versiertes Tafelglas.

8 - 88 .

Das gemalte und auf andere Weise dekorirtc Tafelglas begreift nach den HeadJuries zwei verschiedene Arten des verzierten Glases, als:

1, MousselinglaS, tief und flach geätztes, weißes oder farbiges bemaltes Tafelglas (Lnamcllcfl, Lmkodsost, ktelieü, pamteü erlitte or colonreü >VimlnevKlas»), und

2, Gemalte und verbleite (d. h, durch Blei verbundene) Fenster (I'aintcfl anetHeasteel VVinfloevs),

Da das Tafelglas wohl erst im 4, Jahrhundert Anwendung zu Fenstern erhielt,wen» man auch früher schon Tafelglas zu fertigen verstand, so ist wohl aus die-sem Grunde auch anzunehmen, daß die Glasmalerei erst nach der Einführung vonGlasfenstcr» entstanden, sei. Die ältesten Spuren von Glasmalerei finden sich inDeutschland und zwar in Bayer», und ebenso die ältesten Nachrichten und Urkundendarüber, ') In einer alten Urkunde zu Tcgcrnsce bei München von, Jahre 999, istdie Nachricht von dem damaligen Abt Gozbert enthalte», daß Gras Arnold gemalteFenster an das Bayerische Kloster Tegcrnsec geschenkt habe, und ebenso findet sichin der früher schon erwähnten Urkunde des Deutschen Mönchs Theophilus, welchesich zu Wolfenbüttel befindet, und wenn nicht schon aus dem 9,, höchstens aus demAnfange des 11. Jahrhunderts herstammt, bereits eine Beschreibung der Glas-malerei, Nach Tegernsee finden sich die ältesten Spuren der Glasmalerei in HildeS-heim 1022—tü39, dann zu Oberehnheim 1100 in einem uralten Fenster des RathHauses daselbst, der einstigen Residenz Herzog AthelrichS,

In keinem anderen Lande haben sich Glasmalereien aus so frühen Zeiten vor-gefunden, und es ist deshalb wohl mit Recht anzunehmen, daß diese Kunst in Deutsch-land erst entstanden und ausgebildet worden ist. Dies wird auch von den kunstver-ständigen Engländern und Franzosen anerkannt, indem z, B. der FranzoseMillin')in seiner kritischen Bearbeitung des kunstgeschichtlichen Werkes des Engländers Dal-le, way eine auf die Glasmalerei bezügliche und zu Gunsten der Deutschen lau-tende Stelle nicht zu ändern wagte, sondern sie als von seiner eigenen Ueberzeugunggebilligt wortgetreu mit: l'invention <Iu verre colorö vieot ä'^IIemazne et äesk»)-s-8as wicdergiebt.

Das Technische der Glasmalerei ist so wenig, als die Verfertigung gefärbterTafelgläser in Deutschland jemals verloren gegangen. Betrachten wir aber die