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XXIV. Klasse. Glaswaaren.
Zeichnungen auf mattem weißem, nur durchscheinende», Grunde, stellt man theilsdurch Stehen mit Flußsäure dar, meist aber durch Ausschmelzen eines weißen Emails.Zu diesem Zwecke werden die Glastafelu auf einer Seite ganz mit der Emailmaiseüberpinselt, nach dem Trocknen derselben dann eine aus dünne», Ziuu- oder Messing-blech bestehende Schablone aufgelegt, in welckwr die Figuren und Zeichnungen, welchedurchsichtig werden sollen, mittelst eines herzförmige» doppeltschneidigen MefferchenS,ganz in der Art, wie die älteren Radirmeffer sind, ausgeschnitten werden, und dies«ausgeschnittenen Stellen dann mit einer kleinen steifen Bürste, wozu man sich derFinger-Nagelbürsten bedienen kaun, ausgebürstet. In einer Muffel oder Röhre bei einerschwache» Rothglühhihe wird dann das Email aufgeschmolzen. Zuweilen wird dasEmail noch mit Farben bemalt, oder die durchsichtige» Stellen mit Einbrenilfarbe»(roth durch Kupfcrorydul, gelb durch Chlorsilber) gefärbt. Als Email wird theilsphoSphorsaurer Kalk (gebrannte Knochcnasche) bcnuht, wie Referent bereits bei Gelegen-heit der Versammlung der Naturforscher zu Erlange» in, Jahre 1b40 j„ der technolo-gischen Sektion beschrieben hat,') sowie auch gebranntes, in Wasser abgeschrecktes undfeingcriebcneS Bleiglas, welches mit Wasser angemacht und auf die Glastafeln auf-gepinselt wird. Statt des AnSbürstcnS durch eine aufgelegte Schablone werden eben-falls Zeichnungen aus freier Hand mittelst spitzer Hölzchen in die getrocknete Email»lasse radirt, und ebenso hat man schon durch mechanische Vorrichtungen, z. B. durchLiniir- und Guillochiriiiaschinei, diese AuSradirungen bewerkstelligt. Mouffelingläserwerden auch durch Ausdrucken rw„ mit flüssiger Emailmassc getränkte». Spitzengrund,sowie durch Aufziehen desselben auf gummirten Glastafelu und Ueberpudern mitEmailpnlrier dargestellt.
2» farbigen Neberfanggläsern werden die Zeichnungen, die farblos oder andersgefärbt erscheinen sollen, theils durch Schleifen, theils durch Stehen mit gasförmigerund tropfbar-flüssiger Flußsäure hervorgebracht.
Soll aber farbloses Glas geätzt werde», so wendet man hierzu besser das gegos-sene dickere Spiegelglas an, in welches dann die Figuren sehr tief geätzt (embossest)werden können, und wenn gasförmige Flnßsäure zur Hervorbringung derselben ange-wendet wird, einen eigenthümlichen silberartigen Schein erhalten, welcher noch mehrhervortritt, wenn man die Oberfläche des Glases matt schleift. Wie früher schoneinmal erwähnt, wird der silberartige Schein des geätzten Glases dadurch erzeugt,daß die gasförmige Flußsänre das amorphe Glas schneller und stärker angreift, alsdie fast in allen Gläsern sich findenden kleinen Krystalle verschiedener Silikate, welchedadurch über das amorphe Glas hervorragend stehen bleiben und hierdurch diesesilberscheinartige Lichtbrechung, wie solche auch bei den sogenannten Inkrustationenwahrgenommen wird, hervorbringen.
Eine ähnliche Wirkung bringt man hervor, wenn man in gußeisernen oder an-deren Platienforme», welche crbabene nicht polirte Zeichnungen, Buchstaben oderZahlen enthalten, in einer gewöhnlichen Spindel- oder Hcbelpreffe Glasplatte» preßt,und diese dann matt schleift. Auch werden diese eingepreßten Figurenplatten zuweilenmit Eiitbrennfarben oder Lackfarben ausgemalt, »nd dann zu Hausnummern, Firnie» ,e., in Laternen, ferner zu beweglichen Jalousien, und Ventilatoren, sowie zuKirchen- und anderen Fenstern verwendet.
Unter den verzierten GlaStafeln fanden sich auf der Ausstellung auch solche, diemit figurirte», weißen, sowie mit bnntbedrucktem Spitzengrnnd beklebt waren; haltbarersuchte man diese Arbeit dadurch zu machen, daß man den Spitzengrnnd zwischenzwei auf einander gelegten GlaStafeln befestigte.
Zu Fenstern auf Treppen ic., die dem Regen nicht ausgesetzt sind, hat man auchGlaStafeln angewendet, welche man mit weißem und farbigem SprengglaS nach ver-schiedenen Zeichnungen und Farben mittelst mehrerer Schablonen oder Patrone»bestreute, nachdem die Glastafeln vorder mit einer Harzauflösuug überzogen worden.