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XXIV. Klasse. Glaswaaren.
Gemälde, die mittelst Oelfarbe auf mattgeschliffenem Glase hervorgebracht werden unddurch Unterlegen von auf einem Brettchen wellenförmig aufgespannter weißer Folieverschieden Lichtscheine und Lichtwandlnngen, z. B. die Lichtwandlung des fließenden Was-sers ,c. zeigen, wovon bei diesen Ausstellungsgegenständen noch weiter die Rede sei» wird.
Endlich mag auch noch hier des verbleiten, d. h. mit Blei überzogenen Tafel-glases gedacht werden, welches weiß und mehrfarbig mit metallischem Blei belegt,zu Glasmosaiken an Kamineinfassungen, Fußböden, zu Knöpfen u. dgl. mehr angewendetwird. Die Glastafeln werden in einem flachen eisernen Kasten liegend vorher in einerRöhre oder Muffel bis zur Rothglühhitze angewärmt, dann geschmolzenes Blei mittelsteines Löffels aus dem Schmelztiegcl auSgehobe» und über die etwas geneigten GlaSta-feln gegossen. Damit sich das Blei gleichmäßig verbreite und zugleich die Kohlen- oderOrydtheile zurücklasse, wird dasselbe nicht direkt über das Glas, sondern zuerst in dasobere Ende des eisernen Kastens, der an den Seiten und in der Mitte mit aufrecht-stehenden Blechstücken kouliffenartig versehen ist, gegossen, wo dann das Blei sich durchdiese verschiedenen Wände hindurch winden und in mehreren kleinen Strömen über dieGlasplatten ergieße» kann. Die Glasplatten werden während der Neigung desKastens, die nach und nach stärker wird, um das überflüssige Blei durch eine Oeff-nung in dem Boden der untern Seite des eisernen Kastens ablaufen lassen zu können,mit eisernen Stäbchen an den Boden des Kastens angedrückt und festgehalten. Dadas Blei, um auf dem Glase zu hafte», schon etwas erkaltet sein muß, so tritt oft-mals der Fall ein, daß es auf dem Glase in Oktaeder» krystallisirt. Es adhärirtübrigens so stark, daß es sich nur mit Mühe von den zerbrochenen Glasstücken ab-lösen läßt. ES ist zwar diese Mctallisirnng des Glases nicht so schön als die durchandere Metalle oder Mctallgemische hervorgebrachte, dagegen wohl auch die wohlfeilste.
Dadurch, daß die Steuer auf die Produktion des Glases in England aufgeho-ben und das gewerbtreibcnde Publikum ermuntert wurde, eine ausgebreitete« Anwen-dung von dem Glase zu machen, hat letzteres denn auch eine so ausgedehnte Anwendunggefunden, daß es nicht nur als Ersatz für Steine, Metall und andere anorganischeMajerialen in der Architektur, zu häuslichen und gewerbliche» Geräthschaften ic. an-gewendet wird, sondern sogar auch statt organischer Materialien, wovon die Imitationender verschiedenen Maser- und anderen feinen Holzarten, von Gardinen oder Vorhänge»und anderen Gewebe-Imitationen ». s- w. Beispiele abgeben. Diese mannigfaltige An-wendung von Glas, und zwar von Tafelglas zn verzierten Fenstern so wie zu eigent-lichen Glasmalereien, zu Dekorationen von Wänden, Fußböden, Kaminen, zu Tisch-platten, Schränken und andern Tischlerarbeiten, zu Firmen u. s. w. hatten in derEnglischen Abtheilung allein 57 Aussteller gezeigt. So stellten:
James Hetley und Comp. zn London ein Glasgemälde (ohne Angabe desLerfertigerS) aus: die Himmelfahrt Christi , im Italienischen Style, die Blumen-gewinde und die Medaillons, welche sich um das Gemälde herumzogen, waren imStyle des 13. Jahrhunderts ausgeführt. Das dazu verwendete farbige Glas, sowie die Arbeit selbst, genügte allen billigen Anforderungen.
William Kidd, 12 koland Street, Oxford Street zn London , stellte belegteund verzierte Spiegelgläser aus, und zwar giebt er an, im Besitze einer neuen Methodezn sein, um glatte Oberflächen von Glas zn kolorireu und zu belegen. Die Gläserwaren theilweisc vor dem Belege» an den Rändern durch eingeschliffene Bordüren undBlumengewinde verziert, wie auch zum Gebrauche für Tischplatten, Felder vonSchränken ». s. w., in die Mitte der Gläser Blumenkränze, Früchte, Arabesken, Wap-pen, Inschriften eingeschliffen waren. Nach dem Belegen scheine» die matten einge-schliffenen Zeichnungen auf der glänzenden Fläche des Glases, ähnlich wie bei getrie-benen Arbeiten, erhaben zn sein, welches einen ganz gute» Effekt machte. Ebensofanden sich einige der Spiegelgläser mit farbigen Guirlanden umgeben, welche vordem Belege» der Gläser auf der Rückseite nnt Lackfarben aufgemalt waren.