354 XXIV. Klasse. Glaswaaren.
A. Lacarriere daselbst an, welche geschliffenes und dekorirteS Feinglas, Tafelauf-sätze, Lüster und dergl, eingesendet hatten.
In der Darstellung künstlicher Perlen, sowie künstlicher Edelsteine, worin Frank-reich, namentlich Paris , schon längst sich rühmlichst hervorgethan hat, sind gleich-falls viele Fortschritte gemacht worden, wie aus den ausgestellte» Gegenständen vonSavary und MoSbach, Bouillctte, Hyvelin und Comp., Truchy, Con-stant Valös hervorgeht. Glasblumen und andere aus gedrehten Glasstäbchen vorder Lampe gearbeitete Schmuckgegenstände der Mad. Grand Jean zeigten vongutem Geschmack.
Joaquim Manocl zu Marinha hat durch seine Einsendung von Krystall-gläsern gezeigt, daß Portugal in dieser Beziehung hinter den besten Fabriken nichtzurückgeblieben ist. Das Glas war von vortrefflichem Glanz und Farblofigkeit.
Zn Jndgir-Koy, bei Konstantinopel , ist von dem Großherrn in neuerer Zeit eineGlasfabrik angelegt worden, die, nach den eingesendeten Produkten zu urtheilen, ganzdieselben Erzeugnisse liefert, wie Mnrano. Proben hiervon finden sich in derSammlung des Königlichen Gewerbe-Instituts zu Berlin .
11. Persten.
Unter den Persischen Einsendungen waren Gläser zn Nargileh's und kleineSpiegel enthalten, erstere mit bunten Farbe» und durch Schliff geziert.
Kleine Schalen von ReisglaS, von blauem und röthlichem Glase, sowie kleineFlacons von Reisglas, blanem, grünem, gelbem und rothem Glase zeigen, daß inChina wenigstens die Fabrikation des bunten Glases, sowie die Nachahmung desJu und Schadest in Glas (Reisglas) nicht aufgehört hat. AventuringlLsrr warendurch eingeschmolzene Goldblättchen hervorgebracht, durch welche zuweilen dem sonstfarblosen Glase eine rubinrothe Farbe ertheilt wird. (Proben hiervon finden sich inder Sammlung des Königlichen Gewerbe-Instituts zu Berlin , sowie in der technolo-gischen Sammlung zu Jena .)
Schon oben ist die Rede davon gewesen, daß aus einem Sande, welcher in derNähe von New-Pork gewonnen wird '), in England, besonders durch Powell undSohn zu London , das schönste Feinglas dargestellt wurde, gleich ausgezeichnet durchseine Farblofigkeit wie durch seinen großen Glanz und starke Strahlenbrechung. Wasdiese Farblofigkeit betrifft, so lieferte die Hütte zu Brooklyn bei New-Dcrk einausgezeichnetes Glas, an welchem auch der Schliff i»it größter Sorgfalt ausge-führt war. Indessen wollte es scheinen, als ob diesen Amerikanischen Gläsern nichtdas Liebliche des Glanzes eigen wäre, wie wir denselben an den Englischen Gläsernbewundern, die Englischen Gläser erscheinen warm, wogegen die Amerikanischen kaltwie Eis. Gleiches gilt von den Gläsern, welche an einem Kronleuchter sich befinden,den Cornelius uud Comp. zu Philadelphia eingesendet hatten. ES ist aber nichtzn bezweifeln, daß bei den riesenmäßigen Fortschritten, welche die Nordamerikanischen Staaten in jeder Beziehung machen, anch die Glasfabrikativn bald die Höhe erreichthaben wird, wie sie das Mutterland besitzt.
') Siehe Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleißes inPreußen, Jahrgang 1843 S. 17 u. s. Herrn Pohl wurde dafür vom Vereine derausgesetzte Preis zuerkannt.