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XXV. Klasse. Gebrannte Waaren.
Baumrinde geriefte» Stellen oberflächlich blau oder braun gefärbt, wobei die weißbleibenden erhabenen Verzierungen sich sehr gut aus diesem gefärbten Grunde her-vorheben; solche Gefäße sind gewöhnlich inwendig mit einer dünnen durchsichtigenGlasur versehen.
H. Minton und Conip. hatten, außer den genannten zahlreichen Gegenstän-de» von Parian, eine kunstreiche und mühsame Arbeit aus derselben Masse ausge-stellt. nämlich ein vollständiges Kamin mit geschmackvollen Arabesken, Laubgewindenund Figuren verziert.
3. Englisches (welches) Porzellan. Glasirte Waaren. H. Million u. Comp.haben auch in diesem Artikel das Ausgezeichnetste in der Englischen Abtheilung derAusstellung geliefert. Die Masse und Glasur ist von dem schönsten Weiß, welchesjedoch, nach erhaltenen Angaben, nicht wie bei dem ächten Porzellan gleich dauer-haft sein soll, indem dasselbe vielmehr nach kürzerem Gebrauch einigen Stich in dasGelbe annehme. Die Aussteller haben den richtigen Takt bewiesen, indem sie in derzahlreichen Einscndnng der geschmackvollsten Tafelservice, Fruchtschaalen, Thee- undKaffeeservice, dieses schöne Weiß nicht zu sehr durch Vergoldung und Malerei über-deckt haben. Von der vortrefflichsten Wirkung auf das Auge sind die einfachenweißen Gefäße mit feinen Goldzcichnnngen und den zarteste» Blumenmalereien,lleberhaupt muß es als ein besonderes Verdienst dieser Aussteller betrachtet werden,daß sie in der Dekoration des Englischen Porzellans nicht zu weit gegangen sind.Blnmen-Malerei und Vergoldung und letztere auch nicht im Uebermaße bilden diehauptsächlichsten Verzierungen, selten begegnet man einem größeren Tableau odereiner Landschaft; diese sind aber auch alsdann, wie bei allen übrigen EnglischenAussteller», mit wenigen Ausnahme», nicht geglückt zu nennen. Das Englische Porzellan eignet sich, wegen der Zusammensetzung seiner leichtflüssigen Glasur, nichtm dem Grade zur höheren Malerei, als das ächte Porzellan. Selbst die in breiter»Streifen aufgetragenen einfachen Deckfarben zeigen die Nachtheile der weichere»Glasnr durch häufige Bläschen, was diesen Stellen bei genauer Betrachtung meistein etwas löcheriges Ansehe» giebt. Von vortheilhaster Anwendnng sind dagegendie unter der Glasur aufgetragenen oder mit der Glasur gemengte» sogenanntenScharffcuer-Farben, worin Ausgezeichnetes geleistet worden ist, namentlich sind nebendem bekannten Kobaltblau (in tieferen Tönen Königsblau genannt) vorzügliche grüneFarbe», zum Theil neu und eigenthümlich, namentlich ein reines blasses Spangrn»,lobend zu erwähnen.
Die Formen der Porzellan-Waaren, Tafelservice, Tafeläufsätze, Kaffee- undTheescrviee, vielfach mit durchbrochener Arbeit, sind sehr geschmackvoll zu nennen;die Verbindung des glasirten Porzellans mit Parian-Figuren ist bereits oben erwähntworden. Sehr dünn ausgearbeitete Tassen zeugen von der sorgfältigen Behandlungder Masse. Die Ausführung der Vergoldung, die Verzierung in Farbe» und dieBlumenmalerei ist bereits mit Anerkennung bemerkt worden. Die Anwendung desGoldpurpurö und die damit erzeugten Farben, sowohl dunkelpurpurroth, als Rosa(mit Silberzusatz), und besonders daS sogenannte Rose Dubarry Ludwig des XV.,verdienen mit der oben erwähnte» Beschränkung, wegen des etwas blasigen Ansehens,alles Lob. Die von H. Minton und Comp. ausgestellten Vasen von kleinerenDimensionen bis zu kolossaler Größe sind meistens von edcln Formen, zum TheilNachahmungen der besten Antiken. Die schönste Wirkung zeigen auch hier die größ-tenihcils weiß gehaltenen und die einfarbigen, blauen oder grünen Vasen mit spar-samer Verzierung in Vergoldung oder Silberstrcifcn und Blumenmalerei.
4. Feines Fayence, Steingut, zum Theil auch sogenanntes Stone-China (feinesglasirtes Stemzeug), die Masse und Glasur von ausgezeichneter Weiße. Die Eng-lische seine Fayence ist überhaupt in ihrer Vorzüglichkeit allgemein anerkannt, obscho»die Fabriken des Zollvereins in neuerer Zeit, wie wir bereits angedeutet haben und