Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 96. Britisches Reich.

unten noch weiter sehe» werden, ein keineswegs gering zu schätzender Konkurrent i»diesem Artikel geworden sind. Die reinweiße Farbe verdankt diese Waare hauptsächlich den, in neuerer Zeit in größerem Maße angewandten Feuerstein, welcher sichvollständig weiß brennt und auf diese Weise gleichsam bleichend wirkt; dagegen wirdvon älteren Fabrikanten behauptet, daß der gegenwärtig im Uebermaße beigemengteFeuerstein die Dauerhaftigkeit und Stärke der Waare beeinträchtigt habe.

Das Bedrucken und die einfache Malerei mit Kobaltfarben unter der Glasursind hinreichend bekannt, und es bedarf nur der Erwähnung, daß auch hierin dieAussteller durch Auswahl geschmackvoller Zeichnungen einen hervorragenden Platzbehaupten.

Auch durch Malerei aus der Glasur sind einige Artikel recht artig verziert, na-mentlich ist von guter Wirkung eine einfache weiße Blätterzcichnung mit sparsamergrauer Schattirung auf blaß- oder dnnkelrothcm Grunde; ferner sind zu erwähnendie in derselben Art, oder mit grün gemaltem Laubwerk auf dem schönen weißenGrunde, oder mit einfach gefärbten Streifen verzierte» größeren Gefäße, namentlichWaschbecken mit Krugen. — Besonderes Verdienst in technischer Beziehung besitzengroße Fayence-Platte» von ungewöhnlichen Dimensionen. — Eigenthümlich für Eng-land ist ferner die Anwendung der feinen Fayence in 3 — ck Fuß hohen und !1 Zollbreiten Tafeln zur Verzierung der Seitenwände der Kamine; diese Tafeln werdentheils »lit Blumenbouqnets und Blumenguirlanden, Fruchtstücken, oder nach Tape-tenzeichnungen und in Slickmustermanier bemalt.

5. Gemeine Fayence, insbesondere Majoliea, Thonwaare von gelb oder rothsich brennender Grundmaffe mit undurchsichtiger, emailirter Glasur überdeckt.

H. Minton und Comp. haben einen wohlgelungenen Versuch gemacht, dieMajoliea des Mittelalters nachzuahmen. Eine kleinere Vase mit Deckel, erhabenenWeintrauben- und Blätterguirlanden und Figuren, zeigt eine glückliche Auffassungder Behandlung der Majoliea; die bunte» Farben sind angenehm, nicht zu grell voneinander abstechend, und technisch gut ausgeführt, indem die Farben sich ziemlich gut,soweit es von dieser Gattung Waare verlangt werden kann, von einander ablösen;selbst die Malerei anf dem flachen Theile der Vase, eine Gruppe darstellend vonKnaben (Trauben tragend) ist von guter Wirkung. In Majoliea sind ferner vondemselben Fabrikanten, und zwar von diesem allein, ausgestellt: eine reiche Samm-lung von größeren Vasen und Töpfen für Blumengewächse. Die Formen sind sehrmannigfaltig (unter andern, Nachahmungen der Nautilusmuscheln), und von denFarben ist das eben bereits Gesagte zu wiederholen; von angenehmer Wirkung sindmehrere Töpfe mit erhabenen Blättern und Blumen, namentlich einer derselben mitgrünen Farrenkräutern und rothen Fingcrhutblume» auf mattblauem Grunde. Dieabwechselnde Verbindung von gelben und blauen Farben, in grellerem Abstich, ist eben-falls für die genannte Sorte von Waaren nicht ganz ungeeignet, obschon die Nebenein-anderstcllung weißgefärbter Verzierungen auf blauem oder grünem Grunde geschmack-voller erscheint. Es ist natürlich, daß nur eine geringe Reihe von Farben bei dererforderlichen Wohlfeilheit der Majoliea-Waaren zu Gebote steht. — Soweit dieUrtheile des die Ausstellung besuchenden Publikums bekannt geworden sind, hat dieMajoliea der H. Minton und Comp. vielen Beifall gefunden, und wird voraus-sichtlich ein ziemlicher Absaß in diesen Artikeln zu erwarten sein.

K. Terra-Cotta-Vasen und größere Figurengruppen von guter, gleichartigerMasse und von ausgezeichneter Arbeit sind ferner von den genannten Fabrikantenausgestellt. Die vorzüglichste Beachtung aber verdienen mosaikartige Darstellungenin verschieden gefärbtem Thon. Obschon der größte Theil dieser Erzeugnisse viel-mehr zu der Klaffe XXVII. gehört, indem dieselben meist als Mosaik-Fußböden undVertäfelung, überhaupt zu architektonischen Zwecken Verwendung finden, so ist dersel-

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