Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
370
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370 XXV. Klasse. Gebrannte Waare.

den doch hier schon vorläufig Erwähnung zu thun, da auch solche Mosaikwaare zuTellern und zu Kaminberzierungen in Tafeln verarbeitet worden ist.

Die Hauptgrundlage dieser Mosaik bildet ein dunkelrvth gefärbter Thon ; derselbewird als fast trockenes Pulver gepreßt und erhält dabei vertiefte Zeichnungen, welchemit einer feinen, flüssigen Thonschlempe von sich blaßgelbtich brennender Masse aus-gefüllt werden; da der Thon auf der porösen Grundmasse rasch erstarrt, so kann dasUeberflüssige leicht durch Abstreichen entfernt werden. In Vertiefungen, welche so-dann in zweiter Reihe auf dem gelblichen Thone angebracht werden, wird eine mitKobalt gemengte, demnächst lebhaft blau sich darstellende, aber durch die größereSchmelzbarkeit bei dem Brennen sich etwas einsenkende Thonmaffe eingefüllt; in glei-cher Weise werden auch weiße Zeichnungen durch weiße Thonmaffe erzeugt. Die soausgeführten Mosaikarbeiten sind von der ausgezeichnetsten Wirkung. Die durch diegelben, blauen, braunen und weißen Farbenabändernngen dargestellten Zeichnungenverdienen Bewunderung. — Eine ähnliche Mosaik ist von denselben Fabrikanten zurBezeichnung der Straßennamen mit weißen Buchstaben auf schwarzem Grunde angewendet worden.

H. Minton und Comp. zu Stoke npon Trcnt, in dem durch seine Thon-Waarcn-Jndustrie allgemein bekannten s. g. Pottery-Distrikt von Staffordshire , habendemnach beinahe in allen Zweigen der Thonwaaren-Ziidustrie Vorzügliches geleistet.Durch die genauere Beschreibung dieser Gegenstände haben wir gewissermaßen eineUebersicht über einen großen Theil der Thoinvaaren-Zndustric Englands gewonnen,welche es gestatten wird, bei den übrige» Ausstellern ähnlicher Artikel etwas kürzerzu verweilen. — Zum Schlüsse wird nur noch bemerkt, daß H. Minton undEomp. allgemein die verdiente Anerkennung gefunden haben; für diese strebsamenFabrikanten wurde von der Beurtheilnugs-Kommission einstimmig die große Medaillein Vorschlag gebracht.

Die Fabrikanlage dieser Herren, welche wir zu besuchen Gelegenheit hatten, besteht a>zs drei getrennten großen Gebäuden mit weitläufigen Hofräumen; das einefür die Fabrikation des Porzellans, das andere für die Fayence und gemeinereTöpferwaaren (von letzteren ist, obschon die Fabrikation auch darauf sich erstreckt,nichts ausgestellt worden); das dritte Gebäude für die Thon-Mosaiken. Diese Ge-bäude würden zusammen ein beträchtliches Stadtviertel bilden, die Zahl der Arbeiterbeträgt gegen 1000. Besonders bcmcrkenswerth ist der außerordentliche Eifer, stetsneue Anwendungen für die Thouwaaren aller Art aufzufinden, wobei nichts zu ge-ring geachtet wird. So werden den Besuchern der Fabrik mit besonderer Vorliebe»eben den vortrefflichen Mosaik-Thonplatten die oben erwähnten Tafeln zu Straßen-bezeichnungen vorgezeigt. Dasselbe Strebe», den Thonwaaren eine immer größereVerwendung zu verschaffen, werden wir im weiter» Verlaufe unsers Vortrags nochöfters lobend zu erwähnen Gelegenheit finden.

Einigermaßen möchte es auffallend erscheinen, daß die in England sonst sehrweit getriebene Trennung der Abtheilungen eines Fabrikationszweiges bei den Thon-waaren nicht immer Anwendung findet; dies gilt aber hauptsächlich in diesem Gradenur bei den Fabrikanten der edleren Thonwaaren, welche cS vielfach in ihrem Vor-theile finde» müssen, auch geringere Erzeugnisse darzustellen, um das nicht immergleichförmige Material, welches sorgfältig sortirt werden muß, vollständig und mitVortheil zu verwenden; anch haben die verschiedenen Thonwaaren doch manches Ge-meinsame, namentlich in der Darstellung der Formen, wodurch bei der Verbindungmehrerer Abtheilungen der Fabrikation, bezüglich zweckmäßiger Vertheilung der Ar-beitskräfte, Vortheile zu erringen sind. Außerdem ist in dem speziellen Falle nichtzu übersehen, daß Minton zum Theil als Erfinder neuer Fabrikationszweige nachund nach seiner Industrie immer weitere Ausdehnung gegeben hat.