Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 96. Britisches Reich.

W. T. Copeland zu Stoke »pon Trent, Staffordshire. Dieser Aussteller hateine reiche Auswahl von Parian-Biscnit-Porzella», Statuette», Vasen, Säulenstän-der ic. eingesendet. Die Statuette» sind von künstlerischer Durchführung, soweit die«von solche» Fabrikaten gesagt werden kann, theils Originale, theils Kopien; vonletzter» sind namentlich unter vielen andern anzuführen als bekanntere Gegenstände-Jno und Bachus nach Foley; Sabrina nach Marshall; ein Junokopf von mehr alsLebensgröße und gelungener Ausführung nach einer Antike. Die Parian Statuettenwerden in so vielen Theilen als erforderlich in Gypsforme» durch Gießen dargestellt.Die Masse wird zu diesem Behufe in halbstüssigem Zustande durch Eingußöffnunge»in die Formen eingeschüttet, der GvPS absorbirt Las Wasser und trocknet die Masse.Wenn dies so weit als nothwendig geschehen ist, werden die einzelnen Stücke heraus-genommen, sodann zusammengefügt und überarbeitet. — Sowohl in Beziehung aufkünstlerische Behandlung der Formen als sorgfältige Bearbeitung der Masse undgenaueste Beachtung der Schwindnngsverhältnisse, welche je nach den Dimensionender einzelnen Theile sehr verschiede» sind, muß den Leistungen des Fabrikanten W.T. Copeland alles Lob ertheilt werde». Bon schwieriger Ausführung find nament-lich auch die ausgestellten, feindurchbrochenen Körbchen aus Parian-Biscuit .

I» Englischen , Porzellan, sowie in feinen, Fapence ist die Ausstellung des W.T. Copeland ebenfalls sehr mannigfaltig; die Farben-Verzierungen, Malerei undVergoldung verdienen Anerkennung, soweit dieselben und besonders die Malerei aufeinfachere Anwendung sich beschränken; dagegen hat derselbe nicht wie die vorerwähn-ten H. Minton und Eomp. in demselben Maße der höher», nicht für das Englische Porzellan und noch weniger für die Fayence geeigneten Malerei von Tableanr undLandschaften sich enthalten: diese Ueberschreitungen sind aber auch als mißglückt zubezeichne». — Von den Farben sind besonders ziemlich wohlgelnngene Nachahmun-gen des Rosaroths (Kose Dubarr)-) zu erwähnen, außerdem eine blaßviolette Farbe,welche von dem Aussteller als neu angesprochen wird. Von guter Wirkung ist dies. g. Perl-Dekoration, erhöhte, wcißglasirte Punkte auf Goldpurpur-Grund. DieVasen in Englischem Porzellan sind von den schönsten Formen, zum Theil nach vor-züglichen antike» Mustern; eine Vase mit Tauben, welche sich in alle» illustrirtenPublikationen über die Ausstellung abgebildet findet, ist besonders hervorzuheben.

In Fayence ist eine große Auswahl von Kamintafeln i»it der verschiedenartig-ste» Malerei von Blumen, Tapeten oder Stickniustern ausgestellt worden, ferner sehrgute bedruckte Waare; bemerkenswerth ist eine große Badewanne aus einem Stückevon ungewöhnlichen Dimensionen und schwieriger Ausführung.

Eine Art des Farbendrucks auf der Glasur, bei Porzellan- und Fayence-Waarenangewendet, wird in folgender Weise ausgeführt. Eine nicht sehr tief gravirteKupferplatte wird mit Leinöl überstriche» und dann abgewischt, so daß das Oel nurin den Vertiefungen zurückbleibt, welches sodann zuerst auf besonders präparirte Leim-platten, und von da auf die glasirte Waare übertragen wird. Die auf diese Artauf die Glasur gebrachte kaum sichtbare aus Oel bestehende Zeichnung wird sodannmit feinem Farbenpulver überstäubt und in dem Muffelofen eingebrannt.

Copeland hat mit Recht vor der Beurtheilung--Kommission volle Anerken-nung gefunden, und wenn demselben nicht die große Medaille zugesprochen wordenist, so kommt dies daher, daß i» diesem Falle, wie auch in manchen andern, derGrundsatz zu bestimmt festgehalten wurde, wonach diese Medaille nur für neueErfindungen oder eigenthümliche Anwendung bekannter Methoden, nicht aber fürhöhere Grade des Verdienstes in gleichen Gattungen von Arbeiten verschiedener Aus-steller bestimmt sein sollte. In demselben Falle befinden sich die zunächst zu nen-nenden Fabrikanten.

Wedgwood und Sühne, zn Etruria bei Bnrslem, Staffordshire , Nachfolgerdes berühmten Josiah Wedgwood (1730 — 1795), welcher als der Schöpfer der

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