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§. 96. Britisches Reich.
I. Mills, von Leeds , zeigte schönes Töpfergeschirr mit Bleiglasur, RockiughamWaare, geschmackvoll geformte Theekannen, gleichförmig braun und schwarz oderin Schattirungen, hell- und dunkelbraun, mit sebr angenehmer Abwechslung vonähnlichen Schattirungen in reinsten. Blau muschclartig gemalte Theekannen. Auch vonandern Ausstellern waren noch gute Töpferwaaren mit sehr gleichförmiger Glasureingesendet, von guten, Ansehen, besonders einige blaßgelbe (Nankinggelb) glafirteWaaren.
Erwähnung verdienen noch einige Fabrikanten, welche nur in einzelnen Artikelnarbeiten. Es ist auffallend, wie die Darstellung von Thürdrückern, Thürplatten undähnlichen Gegenständen, Griffen für Klingelzüge von feiner Fayence, sodann in glei-cher Weise die von nichreren Ausstellern eingesendeten Buchstaben aus Fayence(weiß und gefärbt mit reicher Farben- oder Gold-Schattirung) ganze Fabrikanstal-ten vorzugsweise zu beschäftigen im Stande ist.
Von besonderem Interesse war die Ausstellung von I. Finch zu London , Patent-träger für eine Erfindung neuer Bad- und Wascheinrichtungcn nach Angaben Sr.Königlichen Hoheit des Prinzen Albert, als Präsidenten der Gesellschaft zur Verbes-serung der Wohnungen der ärmeren Aolksklaffen. Obschon die nähere Beschreibungdieser Einrichtungen eigentlich zur Klaffe XXVII. gehört, so sind dieselben bezüglichdes Materials doch zugleich in dieser Klaffe aufzuführen. Die Badewannen sind vonglasirte» Kacheln konstruirt, an den Eckkantcn ist die dort besonders schädliche Fuge durchrechtwinklich gebogene Kacheln vermieden. Außerdem sind Waschgefäße von großenDimensionen in Fayence aus einem Stücke von guter Bearbeitung erwähnenswerth.
Ei» größerer Raum muß nach der Beschreibung der Ausstellung«-Gegenständevon gemeinem Steinzeug mit Salzglasur (seltener mit Bleiglasur, oder auch miteiner angeblich bleifreien, durch Säuren schwer angreifbaren Feldspathglasur) ver-gönnt werden. Vorzüglich sind in dieser Beziehung die Leistungen der FabrikantenS. Green und Comp. zu Princes Street, Lambeth, London , hervorzuheben.(Vergl. Band I. Seite 787.) Ein Destillirgesäß von 8 Fuß Höhe und 5 Fuß größ-tem Durchmesser, äOO Gallonen haltend, ist wohl das kolossalste, bis jetzt aus ge-meinem Steinzeug dargestellte Gefäß! Gleichfalls von bemerkenswerthen Dimensio-nen und einer auf dem Kontinente wohl noch weniger bekannten Anwendung warendie ausgestellten steinernen Kühlschlangen, in den Englischen Destilliranstalten nichtselten angewendet. Die Windungen der Röhre find durch eiugeschobene, mit densel-ben festgebrannte Thonstücke unterstützt; die untere horizontale Windung der erwei-terten Röhre enthält eine mit steinernem Hahn versehene Oeffnung. Der ganze Appa-rat hat eine cylindrische Gestalt und wird bis zu ö' Höhe und Durchmesser kon-struirt, aber auch in kleineren Dimensionen dargestellt. Ferner sind zu erwähnen:steinerne Apothekerbüchsen und Gefäße zu anderen Zwecken, namentlich zur überseei-schen Versendung von Eßwaaren mit konisch cingeschliffenem und mit einem Kreuzvon eisernen Schienen, welche unter dem zu diesem Behufe an vier diametral ent-gegengesetzten Stellen unterbrochenen Rande des Gefäßes eingreifen, versehenen Deckel.Der ziemlich luftdichte Verschluß ergab sich durch eine einfache Probe, indem mandie Luft im Innern des Gefäßes durch ein brennendes Papierstück verdünnte und denDeckel aufsetzte; dieser war alsdann bis zur völligen Abkühlung des Gefäßes nachlängerer Zeit mit großer Kraftanstrengung nicht abzuheben. Bon eigenthümlichemInteresse war eine Pumpcnvorrichtung, ganz aus Steinzeug konstruirt, für Säurenanwendbar, mit Kugelventil und cylindrischem, über dem Pnmpenstiefel hervorragen-den Kolben, an dessen erweitertem obern Theile, also unabhängig von der Pumpe,die metallischen Bewegungsvorrichtungen angebracht waren.
Neben der mannigfaltigsten Anwendung zu Waaren für die verschiedenartigstenZwecke, unter vielen ander» auch zu Garten-Etiketten (zum Einstecken iu den Bodenmit einer verlängerten Spitze versehen), ist das gemeine Steinzeug in neuerer Zeit zur