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tz. 96. Britisches Reich und dessen Kolonien.
kommenden häufigen Thonlager von guter Qualität »nd sehr verschiedener Zusam-mensetzung mußten die Entwickelung dieser Industrie begünstigen; dieselbe produzirtcjedoch Anfangs nur Gegenstände zum gewöhnlichsten Gebrauche, Topfe zum Aufbe-wahren von Butter :c. Die Erhebung der Fabrikation auf den gegenwärtigen hohenStandpunkt verdankt man, wie bereits mehrfach erwähnt, den großartigen Bestre-bungen und Leistungen eines Josiah Wedgwood , welcher für die Thonwaaren-Fabrikation dieselben Verdienste sich erworben hat, wie Arkwright für die Baum-wollen-Jndustrie. '
Das Vorkommen der vorzüglichsten Steinkohlen in dem Töpferei-Distrikte vonStaffordshire , die vorzüglichen Verkchrsverbindungcn mit den wichtigsten HäfenEnglands durch Kanäle und Eisenbahnen, habe» diesem Bezirke auch dann noch beiweitem den größten Theil der gesammten Thon-Industrie erhalten, als man zur Dar-stellung der besseren Waarensorten, zu Englischem Porzellan, feinem Steinzeug »ndfeiner Fayence, die sehr entfernt gelegenen edlen Thon- und Kaolinlager von Dor-setshire »nd Cornwall und die Feuersteine von Kent hauptsächlich zu verwenden be-gann, Die zu Staffordshire vorkommenden geringern, aber zum Theil doch sehrfeuerfesten Thonsorten werden außer der allgemeinen Verwendung zu geringeren Thon-waaren, in großen Quantitäten zu den Thonkapseln, worin die zu brennenden fei-neren Waaren eingesetzt werden, ferner zu Ofenmaterial oerwcndet, und unterstützenin dieser Weise auch die Hähern Zweige der Thon-Industrie. Immerhin ist dieseKonzentration der Fabrikation nach einer einzigen, für manche der gebrauchten Roh-materialien sehr entlegenen Gegend etwas BemerkenswcrtheS, was jedoch auch beiandern Industrien, bei Glas- und Eisenwaaren, Stahlfabrikation, Baumwollen- undTuch-Manufaktur sich in ähnlicher Weise in Großbritannien wiederholt, und eineeigenthümliche Erscheinung ist, aber wohl erklärbar nach genauer Beobachtung derjedesmaligen Handels- und Verkehrsverhältuisse, welche auch in andern Ländern,jedoch selten so durchgreifend als in Großbritannien , ähnliche Konzentrationen vonIndustriezweigen veranlaßten.
Die Ausstellung von Thonsorten aller Arten und der bei Darstellung der Thon-waaren verwendeten Zusätze (Feldspath, glimmersreier Granit, Feuerstein , reinerQuarz rc.) aus den verschiedenartigsten Lokalitäten Großbritanniens und Irlands ,sowie auch aus den entferntesten Kolonien, zeugt von der außerordentlichen Beach-tung, welche diesen höchst nützlichen, obgleich äußerlich unscheinbaren Materialiengewidmet wird. Wir müssen jedoch in dieser Beziehung auf Klasse I. (Rohmate-rialien rc.) verweisen.
Von den Britischen Kolonien war nichts Bemerkenswerthes in Thonwaarenvorhanden, dagegen ist eine interessante Sammlung aus den Britischen Besitzungenin Ostindien durch die Ostindische Kompanie, welche überhaupt durch Ausstellungihrer reichen Sammlungen großes Verdienst für Vollständigkeit der Darstellung indu-strieller Zustände aller Länder sich erworben hat, eingesandt worden. Eine Reiheder Ostindischen Sammlung von Thongefäßen n,achte sich besonders bemerklich, so-wohl durch ihre geschmackvollen Formen, als durste die Art ihrer Fabrikation. DieseGefäße sind aus roth- oder gelbgebranntem Thone (Terra 6ott») sehr dünn undleicht ausgearbeitet, nur schwach gebrannt und außen durch verschiedenfarbigen Thon-nnd Firniß -Ueberzug, zum Theil niit wenig haltbaren Zeichnungen in Gold- undSilber (Geld- »nd Silberschaum) verziert. Die Gefäße sind meistens zur Aufbe-wahrung von Flüssigkeiten bestimmt; der untere Haupttheil derselben ist meist bau-chig, fast kugelförmig; an diesen untern Theil schließt sich ein langer Hals an, amGrunde eng, nach der obern Ausgußöffnung sich erweiternd, im Innern an dem eng-sten Theil mit einem durchbrochenen Zwischcnboden versehen, um das Eindringenvon Insekten zu verhindern. Außerdem waren anch schlankere Vasen und Becher inschönen und nicht selten, namentlich in neuerer Zeit anch in Europa , nachgeahmten