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XXV. Klasse. Gebrannte Waare».
Formen vorhanden. Die äußere Verzierung in Schwarz mit Silberzeichnungen machteinen nicht übel» Eindruck auf das Auge; außerdem waren Verzierungen in gelben,grünen und schwarzen Zeichnungen (Blätter, Arabesken und Streifen) auf rothemGrunde häufig in der ausgestellte» Sammlung zu sehen. — Terra-Cotta -Gegen,stände, aus Madras eingesendet, sind als Nachahmungen Europäischer Industrie zubetrachten und haben in dieser Beziehung nichts Eigenthümliches dargeboten.
Die gemeineren Thongeschirre, kleinere und größere Töpfe, ganz oder nur zumTheil glasirt und unglasirt, waren »nr in Beziehung auf die für uns ungewöhn-lichen Formen, welche aus andere Sitten und Gebräuche bafirt sind, von einigemInteresse. Die häufige Beimischung von Glimmer in der Masse oder nur oberfläch-lich, deutet auf theilweise Anwendung von kaolinartigci» Thone. Diese gemeinenTöpfergeschirre find ebenfalls meist nur schwach gebrannt.
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Der Zollverein.
Die Thonwaaren-Industrie des Zollvereins war durch 22 Aussteller vertreten.Obschon damit nicht ein vollständiges Bild des Umfangs dieses wichtigen Fabrik-zweiges im Zollvereine gegeben wurde, so ist doch, mit wenigen Ausnahmen, dasganze Gebiet der Thonwaaren aller Klassen, wen» auch zum Theil nur in einzelnenExemplaren, zur Anschauung gebracht worden. Besonders reichhaltig und ausge-zeichnet waren die Einsendungen von ächtem Porzellan, sodann von feinem Stein-zeug und feiner Fayence; außerdem waren ausgestellt, gemeines Steinzeug, gemeineFayence und Töpfcrwaaren, Terra Cotta rc. Unverkennbar zeigte sich ein bedeuten-der Fortschritt in den höher» Thonwaaren, sowohl in sorgfältiger Behandlung derMasse, als in Darstellung künstlerischer Formen und geschmackvoller Verzierung.
In ordinairen Thcnwaaren (gemeinem Steinzeug :e.) sind die Einsendungenebenfalls zum Theil sehr lobenswcrth, obschon die geringere Reichhaltigkeit undMannigfaltigkeit der ausgestellten Gegenstände darauf hindeutet, daß dieser in na-tional-ökonomischer Beziehung wichtigste Theil der Thonwaarcn-JnLustrie in Deutsch-land einer noch größeren Entwickelung fähig, und in vielen Theilen Deutschlands ,nach unsern Erfahrungen, auch wirklich bedürftig ist. In dieser Beziehung könnenwir von England vieles lernen, wie oben bereits durch Darstellung der daselbst inungewöhnlichem Aufschwünge begriffenen Ausdehnung dieser Fabrikation zu denmannigfaltigsten neuen Anwendungen anzudeuten versucht worden ist. Die gemeine-ren Töpfergeschirre vieler Gegenden Deutschlands stehen weit gegen die Englischen Erzeugnisse ähnlicher Art zurück, sowohl in der Behandlung der Masse, als in derGlasur und auch nicht minder in den Formen, welche zuweilen in Deutschland nochsehr roh und gewöhnlich sind. Es wäre sehr zu wünschen, daß durch Einführungschönerer Formen der Thongefäße zugleich auf die Veredlung des Geschmacks der unte-ren Loksklaffcn hingewirkt würde. In dieser Richtung sind jedoch bereits sehr nam-hafte vortreffliche Leistungen einzelner Distrikte mit Anerkennung zu erwähnen. Eineallgemeinere Verbreitung solcher Bestrebungen würde von den wobltbätigsten Folgenbegleitet sein; es muß hier jedoch wiederholt werden, daß die Fabrikation in Deutsch-land überhaupt wegen geringeren Reichthums des Landes in nicht so günstigen Ver-hältnissen steht, als in England. Das Bedürfniß außerordentlicher Wohlfeilheit,welche weit aus die größte Masse der Industrie-Erzeugnisse betrifft, bildet vielfachein Hinderniß höherer Entwickelung. Der von den Englischen Fabrikanten auf demheimischen Markte zu erzielende bedeutende Absatz theuerer Waarensorteu muß auf diehöhere Ausbildung der Industrie im Allgemeinen in großem Maße sich wirksam zei-