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z. 97. Zollverein.
gen. Immerhin bleibt e« jedoch die Ausgabe, wenigstens das Erreichbare anzustreben,und in dieser Beziehung erscheint es besonders wuchtig auf Veredlung auch der mehrvrdinairen Fabrikaticnsgegenständc hinzuarbeiten, und dem guten Beispiele mancherTheile Deutschlands überall nachzusolgen.
Das ächte Porzellan Deutschlands ist zu allen Zeiten seit Erfindung des Euro-päischen Porzellans durch Nötiger und Gründung der ersten Europäischen Fabrikzu Meißen bis in die Gegenwart mit Recht seiner Vortrefffichkeit wegen allgemeingeschätzt worden. Die Porzcllanmasscn der Deutschen Fabriken sind von vorzüglich-ster Beschaffenheit und letztere stehen in dieser Beziehung auf gleicher Stufe mit denFranzösischen Fabriken zu Sevrcs und zu Limoges, während Deutschland in Wohl-feilheit der daraus dargestellten Erzengniffe meist den Vorrang behauptet. Bezüglichder Verarbeitung des Porzellans, der künstlerischen Behandlung der Forme» der Ge-säße, der Verzierung durch Zeichnung und durch die höchste Ausbildung der Malerei,sowie endlich bezüglich der Darstellung ausgezeichneter Kunstwerke der Plastik wirbDeutschland im Allgemeinen allen andern Ländern, etwa mit alleiniger Ausnahmevon Frankreich , vorangestellt werden müffcn, während es jedoch einzuräumen seinwird, daß bei manchen Fabriken, wie wir weiter unten sehen werden, eine größereMannigfaltigkeit der Geschmacksrichtungen und des Schis zu wünschen sein möchte.
Die drei Königlichen Porzellan-Fabriken z» Berlin, zu Meißen und zu Nymphenburg bei München haben sich besonders durch Reichthum,Mannigfaltigkeit und Schönheit ihrer Einsendungen ausgezeichnet.
So viel man auch prinzipiell gegen das Bestehen von Staatsfabrike» einwendenkann, so ist es doch eben so gewiß, daß in manchen Zweigen der Industrie, nament-^lieh aber in der Porzellanfabrikation, solche Anstalten in Deutschland, Frankreich ic.durch höhere Ausbildung der Fabrikationsmethoden großen Nutzen gestiftet haben.Die Heranziehung der besten Kräfte des Landes, die Veranlaffnng großartiger Werkeder Kunst ohne Rücksicht auf unmittelbare Rentbarkeit der Fabrikanstalten, die Aus-führung chemischer Analysen in großem Maßstabe, mußten zn vielfachen neuen Ent-deckungen führen und diese Fabriken zu Mustcrschulen ausbilden.
Die Porzellanmalerei verdankt denselben größtenteils ihre jetzige hohe Ausbil-dung, Die Darstellung reiner, schöner Farbennüancen erfordert in vielen Fällen dieschwierigsten Untersuchungen, wozu Privatunternehnier sich nur selten verstehen wer-den, Die Anwendung des Porzellans zu Kunstwerken der Plastik ging gleichfallshauptsächlich von den Staatsfabrikcn aus. Außerdem haben diese Anstalten durchAusführung von chemischen Untersuchungen der Rohmaterialien (des Thons ic.) dieNatur derselben näher kennen gelehrt und dadurch wesentlich die höhere technischeAusbildung auch anderer Zweige der Thonwaaren-Fabrikatio» gefördert. Diese Ver-dienste der Porzellanfabriken des Staats gellen jedoch vorzugsweise für frühere Zei-ten; für den heutigen Standpunkt der Industrie überhaupt und der allgemeinen Ver-breitung der besten technischen Hülfsmittel in den zahlreich bestehenden chemischen La-boratorien möchte wohl die Nothwendigkeit des FortbctricbS solcher Fabriken alsStaatSanstalte», welche hauptsächlich einer Modeliebhaberei des vorigen Jahrhun-derts ihre Begründung verdanken, weniger unbestritten sein, und zwar um so weni-ger, als gleichzeitig bedeutende Leistungen von Privatunternehmungen in neuerer Zeitsich immer mehr bemerklich mache».
Jedenfalls werden aber die Staatsfabriken nur dann ihren richtigen Zweck er-füllen, wenn denselben die Aufgabe gestellt wird, die Thvnwaarenfabrikation ihrerbetreffenden Länder in der Eigenschaft als allgemeine Mnsteranstalten zn befördern.
Die Königliche Porzellan-Fabrik zu Berlin hat die anerkannte Tüchtigkeit ihrerLeistungen durch Einsendungen der reichsten und kunstvollsten Arbeiten bewährt. DieMasse des Berliner ächten Porzellans ist vorzüglich, die Glasur von reiner weißerFarbe, die Verzierung in Farbe und Vergoldung ausgezeichnet. Von besonderem