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XXV. Klasse. (Gebrannte Waaren.
Verdienste ist namentlich die Malerei, sowohl größerer Tableaur (Original-Kompo-sitionen, oder Kopien nach van Micris, Hogarth w.), als auch Landschaften; vonletzter» ist wohl das Beste in der ganzen Ausstellung geleistet worden. Die Basenund Gefäße sind größtcnthcils von geschmackvollen Formen, zum Theil nach antikenMustern, eine Vase in s. g. Persischen Style, andere nach Originalentwürfcn vonSchinkel u A. Bezüglich der Dekoration einiger Vasen wäre es nnserm Dafür-halten nach zu wünschen gewesen, die weiße Farbe der Glasur nicht so sehr zu überdecken,da es nicht ganz gebilligt werden möchte, daß die schöne Porzellanmaffe, wo eS sichnicht um Darstellung eigentlicher Porzellangemälde handelt, lediglich als eine Artvon untergeordnetem Grunde behandelt wird. — Die von Berlin eingesendeten Sta-tuetten von Biscuit-Porzellan (knieendc Venus, Ganymedes ic.) und namentlich einegrößere Arbeit in Biseuit, zwei Kandelaber mit weißen Figuren und Lanbvcrzierungauf grüngefärbtem Grunde (auf Bronze-Sockel und montirt mit 19 Bronze-Leuch-tern), zeugt von dem hohen künstlerischen Standpunkt der Fabrik. — Die bekanntenund in ziemlicher Anzahl in das Ausland, besonders nach Nordamerika ausgeführtenLithvphanien waren in schönen Eremplaren ausgestellt. Eine z»>» erste» Male zurAnschauung gebrachte neue Methode der Dekoration der Lithophanien durch Anwen-dung der Malerei hat allgemein gefallen.
Die nachträglich eingesendeten Gegenstände des gewöhnlichen Verkehrs, Tafel-»nd Kaffee-Service >c. beweisen, daß die Berliner Fabrik sowohl bezüglich wohlfeilerPreise, als gefälliger Formen in diesem Zweige der Fabrikation gleichfalls gegenandere Anstalten ähnlicher Art nicht zurücksteht. — Die Berliner Fabrik beschäftigtgegenwärtig gegen 300 Arbeiter.
Die Köuigl. Sächsische Porzellansabrik zu Meißen , im Auslande mehr unterdem Namen Dresdener Fabrik bekannt, die älteste aller Europäischen Porzcllanfabri-ken, verarbeitet eine vorzügliche Masse, wovon insbesondere die ausgestellten, in ihrervortrefflichen Eigenschaft anerkannten chemischen Geräthe, Tiegel, Abdampfsebalen,Röhren w. Zeugniß geben. — Die von Meißen ferner eingcsendetcu Porzcllanwaa-ren, Vasen, Kaffee- und Thee-Service, Fruchtschalen w. waren hauptsächlich imRoccocostyle des vorigen Jahrhunderts gehalten; dieser Styl gestattet eine man-nigfaltige Anwendung erhabener Verzierungen von Blumen und Figuren (s. g. Wat-teau-Figuren), und eine reiche Dekoration in Malerei und Vergoldung. Ein großerSpiegelrahmen und ein Kronleuchter mit neun Girandolen waren besonders reichverziert. — Die fast ausschließliche Beibehaltung des Roccocostnls wurde von vielenSeiten einigem Tadel unterworfen; man sprach vielfach den Wunsch aus, daß dieMeißener Fabrik neuer Formen sich bedienen möchte, um ihre vorzüglichen Fabrikatedem Geschmacke der Zeit nicht nur stets anzupassen, sondern auch durch Anwendungreinerer Stylrichtungen zugleich auf Veredlung des Geschmacks hinzuwirken. Derstarke Absatz der Fabrik und ein jährlicher angeblicher Gewinn gegen 20,000 Tha-lern beweist dagegen, daß die Meißener Porzellanwaarcn in ihrer jetzigen Gestalteinen großen Begehr finden, weshalb wenig Veranlassung vorhanden ist, von demdermaligen Gange der Geschäfte abzugehen.
Zu wünschen wäre cS jedoch stets, daß die Meißener Fabrik mehr als bisherauf neuere Formen ihre Aufmerksamkeit richten würde, um den Charakter einer Mu-steranstalt zu behaupten und nicht der Gefahr sich auszusetzen, der Veralterung zuunterliege». Eine Vase nach einem Entwürfe von Semper, originell in Form undVerzierung und andere ähnliche Gegenstände beweisen jedoch, daß die Meißener Fa-brik nicht ganz gegen andere Geschmacksrichtungen sich abschließt, klebrigen« habendie Vorzüge der Meißener Fabrikate, namentlich in Beziehung auf die eigenthümlichdieser Anstalt noch als Geheimniß angehörende Vergoldung in Matt und Glanz,welche namentlich in Verbindung mit der zum Theil milchweißen Glasur eine sehrangenehme Wirkung hervorbringt und zu sehr billigen Preisen dargestellt wird, fer-