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XXV. Klaffe. Gebrannte Waaren.
che» und größere Gegenstände, als Sänlen-Piedestale, zeigten sämmtlich eine kunstreicheBehandlung der Farm und reiche Erfindungsgabe. Die Masse des feinen Steinzeugswar meist von blaß grünlich grauer Farbe von angenehmer Nüaneirnng; die zur Verzie-rung angebrachten ganz oder halberhabenen Figuren, Frucht- oder Lanbgewinde,entweder von derselbe» Farbe oder häufiger anders gefärbt, entweder lichtgelb oderdunkelbraun, die Land- und Fruchtverziernngen häufig mit Platinlüfter überzogen.Die Gefäße znm Theil im Innern mit undurchsichtigem weißen Eniail glasirt.
Die von Villeroy und Boch ausgestellte feine Fayence (Steingut) ist gleich-falls von vorzüglicher Beschaffenheit und steht, sowohl in Härte der Masse, Reinheitund Weiße der Glasur, als auch in der Dekoration durch Kupferstich-Ueberdruck undMalerei unter der Glasur, namentlich die in Deutschland bisher noch nicht ausge-führte Malerei mit Kobaltblau in verschiedenen Schattirnngen, dunkelblau undhellblau verlaufend, sowie endlich in sogenannter Japanesischer Malerei und Vergoldunggegen die Englische » Fabrikate gleicher Art keineswegs bemerklich zurück, währendin Beziehung auf billige Preise das Deutsche Fabrikat den Vorrang hat. Dasselbegewinnt deshalb auch stets größere Beliebtheit auf dem Deutschen Markte und wirdzugleich mit guten Erzeugnissen anderer Deutschen Fabriken, welche gleichfalls desFortschritts sich befleißigt haben, den immer noch in einiger Quantität eingeführtenEnglischen Waaren gegenüber, bald vollständig konkurriren können. Die Leistungen von Villeroy und Boch haben selbst in den Augen Englischer Sachverstän-diger die allgemeinste Anerkennung gesunde».
Otto Strahl, von Frankfurt a. d. O., hat ebenfalls durch die gute Beschafffenheit seiner feinen Fayence, schöne weiße Glasur und durch die für solche Waarenungewöhnlich gute Vergoldung, sowie auch gefällige Formen, besonderes Lob erhalten. — I. G, Altmann, Töpfermeister zu Bunzlau , hatte Fabrikate von der inden östlichen Provinzen des Preußischen Staates wegen seiner Haltbarkeit und Wohl-feilheit sehr geschätzten s. g. Bunzlauer braunen Waare eingesendet, welche eigentlichfeines Steinzeug ist, außen durch Angußfarbe (ockerhaltigen Thon), braun gefärbt,innen weiß, entweder bloß an der innern Fläche, oder auch auf der Außenfläche mitbleiischer, durchsichtiger Glasur versehe».
Feine und gemeine Fayence haben ferner eingesendet: Pätsch »nd Hintze,zu Frankfurt a. d. O.; Wittwe I. G. H. Mattschaö und Sohn, daselbst;Uechtritz nnd Faist, zu Schramberg in Württemberg . Meistens Gegenständeallgemeiner Nützlichkeit, anch verzierte Gegenstände.
H. Jannasch, zu Bernburg , hatte Vase», Blumentöpfe, Wasser-'und Kaffee-kannen, von dem Einsender künstlicher Marmor genannt, ausgestellt, eine ziemlichfeste Thonwaare (eine Art Steinzeug) mit verschiedenfarbig marmorirter Glasur. —Vom Grafen von Franken berg-Ludwigsdorf, Besitzer der Steingutfabrik zuTillowitz in Schlesien, waren einige wenige Stücke vorhanden. Eckkonsolen, Fruchtkörbe , Vasen, sehr gleichmäßig schwarz glasirt mit Verzierungen in Gold- undSilberlüstre.
Die Thonwaarenfabrik von E. March, im Thiergartenfelde bei Berlin , hatteneben mehreren Kunstgegenständen, Mosaikplatten :c., welche in andern Klaffen be-handelt werden, verschiedene chemische Geräthe aus gemeinem Steinzeug (große undkleine Ballons nebst Hahn »nd Rohr, Abdampfschalen) ausgestellt, von guter Masseund lobenswerther Ausführung; (vergl. Bd. I. Seite 798). — Ungerer, zu Hirsch-berg in Schlesien, hat gleichfalls Steinzeug-Waare ausgestellt, Wasserleitung-röhren,welche, obschon zu einer anderen Klaffe gehörend, hier nur erwähnt werden wegender Eigenthümlichkeit der porzellanartigen Masse.
In der Rohproduktcn-Sammlnng aus dem Herzogthume Nassau befanden sichzur Darstellung der vorzüglichen Eigenschaften des Naffauischen Thons (allgemein