Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXV. Klasse. Gebrannte Waaren.

sur, dock nicht ohne einen Stick in das Blaue. Große Auswahl in Formen, be-sonders Vasen mit blätterartig ausgezacktem Rande. Gute Nachahmung der Japa-nefischen Malerei auf Teller und Tassen. Porzellan-Figuren und Blume».

Gebrüder Haidiuger, zu Ellbogen. Die Glasur gleichfalls nicht ganz feh-lerfrei. Sehr verschiedenartige Gegenstände, Service, Fruchtschale», Basen. DieVerzierung in Blumenmalerei lobenswcrth. Besondere Erwähnung verdient eine gutgelungene Ausführung der noch neuen Methode der Malerei von Tableaur in Ko-baltblau unter der Glasur. Wir werden weiter unten bei der Französischen Porzel-lanfabrik zu Scvres Gelegenheit haben, diese Malerei unter der Glasur, welche eineneigenthümlich weichen Ton zeigt, näher zu behandeln.

Aus Ungarn hat Moriz Fischer, zu Hörend, Porzellanwaaren ausgestellt.Eine große Chinesische Vase mit gezittert durchbrochenen Henkeln und mit Chinesi -scher Malerei hat durch ihre gelungene Ausführung Anerkennung gefunden. Dieübrigen eingesendeten Gegenstände, gewöhnliche Tafelservice, Teller, altmodisch ver-ziert durch Vertiefungen und erhabene Stelle», und eine auffallend lang und schmalgeformte elliptische Fischplatte machte,, sich durch ihre gleichförmige Dekoration mitBlumenmalerei, vorherrschend rothe und braune Blumen mit grünen Blätter» undStengeln, ohne die sonst so HLusig angewendete blaue Farbe, besonders bemerklick.

Für Gegenstände des allgemeinen Bedürfnisses hat diese Gleichförmigkeit derVerzierung allerdings manchen Nutzen, indem dieselbe den Ersatz verbrochener Servicestücke sehr erleichtert; namentlich in England ist dieser Vortheil znr Geltung gekommen, indem man dasselbe Muster von Zeichnungen durch das ganze Land auffast allen Tafelservicen des gewöhnlichen Hausgebrauchs wiederfindet, zugleich einevortheilhaste Mode für den Fabrikanten, welcher für diese, einen großen Absatz gewährende Sorten von Waaren nicht gezwungen ist, stets neue Verzierungen zuersinnen.

In feiner Fayence ist von L. und C. Hardmuth, zu Budweis in Böhmen ,Vorzügliches geleistet worden. Die Masse erscheint gut verarbeitet, die Glasur istvon reiner weißer Farbe; etwas mehr Glanz würde die Schönheit der Waare nocherhöhen, ebenso haben die etwas veralteten Formen, welche theilweise zu bemerkenwaren, nicht allgemein gefalle» können, ein Fortschritt in dieser Beziehung ist jedochbei einzelnen Gegenständen auch nicht zu verkennen.

Von der dem Grafen Minitzeck, zu Frain i» Mähren , gehörigen Fabrik wa-ren gleichfalls Fayence-Waaren ausgestellt. Einige mit Farbengrund (Nankinggelboder blos graugrün) und Goldzeichnnng dekorirte Gegenstände, Kaffeeservice, Tafel-aufsatz ,c. verdienen lobend erwähnt zu werden. Dagegen ist der Kupferstichdruck inetwas zu stark hervortretenden Linien, wodurch die Zeichnung zu hart wird, aus-geführt.

Von mehreren Ausstellern, unter Anderen in zahlreichster Auswahl von Schil-ler und Gerbing zu Bodenbach bei Tetschen in Böhmen , sind Gegenstände vonTerra-Cotta und aus steinzeugartiger Masse eingesendet worden, in den verschieden-sten und zum Theil geschmackvollen Formen. Vasen, Kannen, Becher, gefloch-tene durchbrochene Körbe. Da diese Waaren meistens mit einem Firniß, nicht miteingebrannter Glasur versehen sind, so können dieselben, wenn sie auch noch so ge-fälliges Aussehen besitzen, immerhin nur eine geringe Anwendung finden zu Nipp-lisch-Verzierungen, Spielsachen »nd wenigen andern Zwecken, wobei erhöhter« Tem-peraturen, namentlich unmittelbare Einwirkung der Flamme, nicht vorkommen.Uebrigens sind diese Waaren doch von ziemlicher Verbreitung und werden ebenfallsin bemerkenswerth schönen Formen, zum Theil nach antiken Mustern, zu Pirna inSachsen dargestellt.