Ztztz XXV. Klaffe. Gebrannte Waaren.
ße» Platten mit vollständig ebener Oberfläche, wie sie für die Ausführung größererTableaurgemälde erforderlich ist, wird von jedem Sachverständigen anerkannt werde»müsse». Von Seiten des besuchenden Publikums wurde dagegen allgemeine Be-wunderung gewidmet den zur Eierschalendünne ausgearbeiteten, durch besondere Halt-barkeit und Dauerhaftigkeit jedoch in geringem Grade sich auszeichnenden Tassen, ')Schalen und Kannen. Diese Waaren werden durch Guß bereitet. Ein dünnerThonbrei wird in hohle Gvt'sformen, welche die äußere Gestalt des darzustellendenGefäßes bestimmen, eingeschüttet; nach wenigen Minute» ist bereits durch Abscrp-tion des Gypses in unmittelbarer Berührung mit demselben soviel von der Massedes Thonbreies eingetrocknet, daß eine dünne Wandung dadurch gebildet worden;der überflüssige Thon wird hierauf ansgegosse», und »ach kurzer Zeit löst sich dasGefäß durch ferneres Eintrocknen von dem Gypse ab und kann leicht ohne Beschä-digung ans der Form genommen werden. In gleicher Weise werden auch hohleHenkel für Kannen und Tasse» in zwcitheiligen Formen dargestellt. Bei solchen fei-nen Gegenständen wird der Thonbrci in die Eingüsse eingespritzt und nach Erzeu-gung der Wandung das Ueberstüssige durch Umdrehen der Form ausgeschüttet. EineTasse dieser Art mit einfachem.Goldrande wird für Rthlr. Preuß. Konrantverkauft.
Durch Gieße» werden auch andere größere Gegenstände mit starken Wandun-gen hergestellt, wo dann aber ei» etwas konsistenterer Thonbrei angewendet und län-gere Zeit in den Formen belassen wird.
Die Einsendungen der Fabrik zu SövreS waren sehr geschmackvoll aufgestellt,worin die Franzose» vor allen andern Nationen sich ausgezeichnet haben. Diese ge-schmackvolle Anordnung hat dem Französischen Departement der Ausstellung einenbesondern Reiz verliehe», welcher anderwärts vermißt wurde. Der für das Sövres-Porzcllan hergerichtete Salon war rings an den Wänden mit den herrlichsten Gobc-lintapeten behängt, mir an einem Theile, der dem Eingänge gegenüberstehendenWand, war das Porzellan in mehreren Etagen aufgestellt; von diesem Mittelpunkteginge» zwei Schautische aus in divergirender Richtung, nach dem Eingänge hineinen größere» Zwischenranm lassend, welcher für Aufstellung einiger besonders be-merkenswerther Stücke benutzt wurde. Das von oben reichlich einfallende Lichtwar den ausgestellten Gegenständen, welche eine klare Beleuchtung erfordern,besonders günstig, und cS kann daher nicht verwundern, daß diesem Salon eine her-vorragende Gunst von Seite» des Publikums geschenkt wurde. Die darin ausgestellten Erzeugnisse der Kunst und Industrie verdienten jedoch auch unzweifelhaft einvorzügliches Lob.
Die Anstalt zu Sovres, nicht an Rücksichten der Ockonomie gebunden, ist imStande, sich in den mannigfaltigsten Formen zu bewegen und neben Originaldar-stellnngen die anerkanntesten Geschmacksrichtungen aller Zeiten und Völker in dasBereich ihrer Fabrikationen zu ziehen. Die Antike war reich vertreten, ebenso be-gegnete man sowohl den schönsten Formen der mittelalterlichen und neueren Euro-päischen Kunst, als auch den wirklich geschmackvollen Bildungen Ostindiens undChina's , mit Anwendung veredelter Dekorationen. Besonders ausgezeichnet warendie Chinesischen Mandarin-Urnen von ungewöhnlichen Dimensionen, jedoch auch zuverhältnißmäßig hohen Preisen, bis zu mehreren Tausend Franken. Als schwierigeErzeugnisse find zu erwähnen die mit durchbrochenem Netzwerk überzogenen Gefäße,sowohl kleinere Gegenstände, als größere Vasen; durchbrochene Chinesische Lampen.Die Dekoration des SovreS-Porzellans durch Haut- und Basreliefsfiguren und Ara-besken, Laubgewindcn w. ist dem Besten in diesen Genres gleich zu achten; überallergiebt sich die Mitwirkung vorzüglicher artistischer Talente. Besonders ist dies aberbei der Porzellanmalerei zu erkenne», sowohl bei Verzierung der Gefäße, Vasen, als