auch bei Ausführung von eigentliche» Porzcllangemäldeu, welche als Kunstwerke zurXXX. Klasse gehören und in dieser Abtheilung der Berichterstattung näher werdenbehandelt werden.
Die technische Behandlung der Farben ist zn Sövrcs, wie zu Berlin. Meißen ic.zu einer hohen Stufe der Ausbildung gelangt. Als eine in gewissem Maße neueAnwendung ist die Ausführung von Tableanrgcinäldeu in Kobaltfarben unter derGlasur besonders zu erwähne». Die Malerei unter der Glasur gewährt einen eigen-thümlichen weichen Ton der Farbe, einen zarten Ilebcrgang der verschiedenen Schat-tirnngen und verdient eine größere Vorbereitung.
BemcrkenSwerth waren ferner antike Vasen init Stgchbildnng antiker Malereiauf weißer matt gehaltener oder glasirter Oberstäche.
Ausgezeichnet »nd zwar in besonders hohen, Grade, war eine sowohl neue undeigenthümliche, als auch eine schöne Wirkung hervorbringende Dekoration einer sela-dongrünen Vase, nämlich mit weißen, durch den Pinsel in Relief aufgetragenenFiguren.
Sövres hat außer den Porzellanwaaren auch Emailarbeite» auf Knvserunterlage(Vasen, Schalen »'.) ausgestellt, deren hier nur der Vollständigkeit wegen vorüber-gehend Erwähnung geschieht, da diese Erzeugnisse zu anderen Klaffe» der Berichter-stattung gehören.
Die Porzellaufabriken zu Limoges verfertigen vorzügliche Waare» ausdenselben Rohmaterialien, welche zu Sövrcs angewendet werde». Die ausstellende»Firme» waren: Alluaud 8o„.; Gorsas und Perser; Jonhanneaud undDubois; A. Lachassagne (auch zu Paris ); C. Ricroch und Comp. (Arbei-ter-Association); I. B. Rnaud; I. Valin.
Die von diesen Porzellaufabriken ausgestellten Waare» zeichneten sich sämmtlichdurch gute Beschaffenheit, Härte und Dnrchscheincnheit der Masse, sowie durch Weißtder Glasur und zugleich durch billige Preise aus. Als Eigenthümlichkeit der Fabri-kation zu Limoges ist z» bemerken, daß mit wenigen Anönahnien daselbst nnr weißeoder durch Scharffener- (unter oder mit der Glasur eingebrannte) Farben dekorirteGefäße ic. dargestellt werde», während die weitere Verzierung dieser Waareu durchMalerei mit Muffel- oder Email-Farbe» in besondern Fabrikanstalten oder Künst-lerwerkstättcn zu Paris ausgeführt wird.
Die Einsendungen von Limoges betrafen größtentheils Gegenstände des gewöhn-lichen Gebrauchs, Tafel- n»d Kaffee-Service, auch Fruchtschalen und Körbe, zumTheil durchbrochen gearbeitet, von meistens etwas veraltete» Formen des Roccoco-stpls; jedoch waren auch größere Vasen in demselben Geschmacke, namentlich Blu-menvasen mit Laubgewiuden und ausgezackte,», vielfach gebogenen Blätterraude odernach Chinesischen »nd Indische» Mustern mit gegitterten Henkeln ic., weiß oder durchScharsfeuer-Farben, namentlich Kobaltblau oder Chromgrün, dekorirt, ausgestellt.
ES ist schwierig, die Leistungen der einzelnen Fabriken zu Limoges genau gegeneinander abzuwägen, das oben ausgesprochene Urtheil möge daher im Allgemeinen genü-gen. Die Fabrikanten Jouhanneaud »nd Dubois haben jedoch die ausgezeich-netsten größeren und schwierigen Arbeiten eingesendet und verdienen in dieser Bezie-hung besonders hervorgehoben zu werde», welches auch von Seiten der Jnry durchZnerkcnnung der Preis»,cdaille mit spezieller Auszeichnung geschehen ist.
I. M. Gille zu Paris ist einer der Fabrikanten, welche sich init Dekorationder aus den Fabriken zu Limoges bezogenen Porzellanwaaren beschäftigen, zugleichstellt derselbe jedoch auch Statuette» und Figuren in BiSeuit und glasirtem Porzellanin mannigfaltigster Auswahl dar. In der genannten Fabrik, welche wir selbst zubesuchen Gelegenheit fanden, sind circa 60 bis lll» Arbeiter »nd Künstler beschäf-tigt. Die Leistungen derselbe» sind ausgezeichnet zu nennen. Die Statuetten und
25*