Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
388
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388 XXV. Klaffe. Gebrannte Waaren.

Figuren von den kleinsten bis zu größeren Ausführungen zeigen, mit wenig Ausnah-me», künstlerische Behandlung und reichen Geschmack; ebenso ist die Malerei in Emailfärben auf glasirtem Porzellan und die Vergoldung des Lobes werth. Die nachLondon eingesendeten nicht zahlreichen, aber mit großem Takte ausgewählten Gegen-stände waren sehr geschmackvoll in einer eigends dazu hergerichteten Nische angeord-net. Eine 4 Fuß hohe Statue des durch seine aufopfernde Thätigkeit bezüglich derEinführung der Fayence-Fabrikation in Frankreich wohlverdienten Bernard dePalissy, in BiScnit-Porzclla» ausgeführt, nahm eine hervorragende Stelle ein;außerdem waren noch andere Biscuilarbeiten, eine Thiergruppe, Becher mit BaSrelief-Figuren >c. ausgestellt, sämmtlich mit der äußersten Sorgfalt künstlerisch vollendet;desgleichen Figuren in glasirtem Porzellan und gemalt, besonders schön und natur-getreu dargestellt — ein gefangener Vogel mit sich sträubenden Federn ic. GemalteVasen mit Basrelief-Verzierungen. Namentlich sehr elegant behandelt ei» Schmuck-kästchen mit erhabenen Blumen und Draperie, auf das zarteste gemalt anf dem schö-nen weißen Glasurgrundc. Ein Porzellan-Kamin mit brauner Grundfarbe unddamenbrettartigen Feldern von Blau und Weiß, in der Mitte ein Medaillongemäldemit erhabenen Figuren umgeben. Fußbvdenplattcn mit erhabener Zeichnung undVergoldung. Endlich ist noch zu erwähnen eine Nachahmung der Bronze, welchejedoch i» dieser Anwendung auf der an und für sich schöneren und theueren Porzel-lanmasse, dieselbe ganz durch die Bronzesarbe verdeckend, von sehr zweifelhaftemtechnischen Werthe erscheint.

H. I. Nast ainö zu Paris hatte geschmackvoll geformte Vasen, namentlicheine solche in Biscnit von ungewöhnlicher Größe mit BaS- und Hautrelief-Figuren,durchbrochene Fruchtkörbe, von weiblichen Figuren getragen, eingesendet.

Unter den übrigen Ausstellern Von Porzellanwaarcn ist besonders noch zu nennen:

De BcttignieS zu St. Amand les Eaur (Departement du Nord ), Fabri-kant des Frittcn-Porzellans, welches, wie bereits in der Einleitung angedeutet wor-den, nur uneigentlich dem Porzellan beigezählt wird und vielmehr als ein unvoll-ständig geschmolzenes thonerdcrciches Glas zu bezeichnen ist und nur noch einzig inder genannten Fabrik und einer bcnaebbarten zu Tonrnay in Belgien dargestellt wird,während dasselbe in früheren Zeiten vor Erfindung des Europäischen ächten Porzel-lans, zu Anfang des vorige» Zahrhnuderis, weit verbreitet war und damals auchzu SövreS und zwar bis zum Jahre 1765 verarbeitet wurde. In der Fabrik zuSt. Amand selbst wird hauptsächlich nur weiße oder einfach in der Glasur gefärbteWaare dargestellt, welche demnächst zu Paris mit Emailfarben gemalt und durchMontirung mit Bronze re. dekorirt wird. Die Malerei auf dem Frittcn-Porzellangewährt einen eigenthümlichen, dem Auge angenehmen Schmelz, gestattet jedoch nichteine höhere künstlerische Ausführung, beschränkt sich daher zweckmäßig nur auf Blu-mengemälde.

Von Boudou de St. Amand zu Lamarque bei Agen (Lot et Garonne )waren Proben einer neuen Dckorationsmethode des Porzellans und der feinen Fa-yence durch eine Art von Emailsarbendruck auf der Glasur in Knpferstichmanier in ver-schiedenen Farbe», in Blau , Grün, Braun, Violct, Schwarz und in Gold, ausge-stellt. Obgleich die Ausführung Manches zu wünschen.übrig läßt, indem die Schat-tirungslinien zu stark hervortreten und daher der Zeichnung ein zu rauhes Ansehengeben, so nehmen sich doch einige Farben, namentlich Grün und die Ausführung inVergoldung nicht übel aus. Es dürfte wohl zn empfehlen sein, diese wohlfeile Me-thode der Dekoration näher zn prüfen und zn verbessern, wenn auch der Druck aufder Glasur (kat-printing der Engländer), nur in anderer Weise, nämlich, wie obenbereits angegeben, durch llebertragnng einer Zeichnung in Oel und Bestäubung derso dargestellten Oelzeichnung mit Emailfarben, ausgeführt, in der allgemeinen An-