Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 99. Frankreich .

wendnng nicht völlig neu genannt werden kann. Von demselben Aussteller warenzugleich Proben von Etiquette» mit eingebrannten Email-Lettern eingesendet, fürwelche jedoch eine Originalität nicht angesprochen werden kann-

Eine uns als neu bezeichnete Anwendung des gemalten Porzellans, sowohlBlumen als Figuren, zu Einlagen in Möbel, gleichsam wie ausgeschnitten nach denKonturen des dargestellten Gegenstandes, wird hier nur vorübergehend erwähnt.Die Wirkung, besonders auf dnnkelm Holze, erscheint sehr angenehm, selbst mehrals die bisherige Dekoration mit eingesetzten gemalten Porzellantafeln.

L. Lacombe zu Calamare (Lot) hat künstliche Blumen in Porzellan, naturge-treu ausgeführt, eingesendet. (Hyazinthen ic.)

Steinzeug hatten ausgestellt:

Mansard zu Paris und C. de Boissimon zu Longeais (Jndre und Loire ).Besonders der Erstere zeichnete sich aus durch geschmackvolle Formen seiner sehrinannigfaltigc» Waaren. Nasen von kleinster Dimension bis zu kolossaler Größe,Basen mit Ausbreitung nach oben und unten und Einschnürung in der Mitte, mitrippenförmigcn Erhöhungen und Vertiefungen nach der Länge der Gefäße und daherblumenartig ausgcbvgcuciu obern Rande, reich verziert durch erhabene Weinlanbge-winde und Trauben, auch Figuren, entweder wie das Gefäß selbst gleichförmig braungefärbt (omch Kochsalz glastet), oder in verschiedenen Farben auf der Glasur grünund blau w. emailirt; ferner Kruge aller Art mit erhabene», entweder gleichfarbigenoder verschiedenfarbigen Verzierungen, eben solche Dosen, Schalen, durchbrocheneKörbe, kleine Diminutiv-Gegenstände Hu Kinderspielsachen ic.

Das Steinzcug des Ausstellers C, de Boissimon war entweder weißlich ge-färbt niit Salzglasur, oder dunkel- und gelbltchbraun mit bleiischer Glasur.

Dn Tret» bläh zu Paris hatte aus der Fabrik zu Rubclles bei Melun Tafel-service (Teller) und Kacheln aus ziemlich weiß sich brennender Fayenccniaffe einge-sendet, auf eine zwar nicht ganz neue, aber doch in der speziellen Ausführung eigen-thümliche Weise dekorirt. Dieselben erhalten nämlich durch Formen eingedrückteVertiefungen, welche demnächst mit halbdurchfichtiger gefärbter Glasurmaffe ausge-füllt werden, wobei die tiefsten Stellen dickere Schichten von Glasur aufnehmen unddaher dunkler erscheinen, als die erhabeneren Stellen, welche weniger mit Glasurüderdeckt werden und dadurch Heller bleiben. Die so dargestellten Tableaur, Figu-ren, Landschaften, auch Arabesken haben ein nicht ungefälliges und häufig selbst einüberraschend angenehmes Ansehen und waren im Allgemeinen mit vielem Geschmackausgewählt. Vorzugsweise wird blau oder grün gefärbte, aber auch dunkelviolette,braune und schwärzlichgraue Glasur angewendet. Teller mit grünen Tableaur inder Mitte, umgeben mit einem gelb glasirten, häufig durchbrochenen Rande ssndminder angenehm für das Auge, obschon die Zeichnung darin sich besser hervorhebt.Eine nachtheilige Eigenschaft haben diese Geschirre und Kacheln mit ähnlichen Er-zeugnissen derselben Thonsorte gemein, nämlich die geringere Haltbarkeit und nichtseltene Rissigkeit der Glasur, welche übcrdieß in der Färbung schwer gleichförmigherzustellen ist, namentlich aber auf der Rückseite der Gefäße sehr unschöne Schat-tirungen annimmt. Immerhin ist diese Methode der Dekoration, welche als eineumgekehrte Lithophanie bezeichnet werde» kann und daher auch den Namen Litho-ponie erhalten hat, der wohlfeilen Darstellung wegen, der speziellen Aufmerksam-keit werth. Die Leistungen der Fabrik zu RubelleS haben von allen Seiten gebüh-rende Anerkennung gefunden.

Von C. Avisseau zn Tours sind cmailirte Fayencestücke, ähnlich dem älterenFranzösischen Fayence von Palissy , eingesendet worden, mehrere große Platten(Teller) mit erhabenen Thierfiguren, Fröschen, Eidechsen, Schildkröten, Schnecken,unter Schilf und Kräutern, eine Platte mit Fischen (ein wahres Fastenspeisen-Ge-