Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
391
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§§. 100 u. 101. Belgien, Holland tt. die übrigen Länder, 391

BiScuit ausgeführt, waren zahlreich vorhanden, größtcntheils die vorzüglichen Mei-sterwerke Thorwaldsen'S darstellend. Der bleibende Einfluß eines hervorragen-den Kunstgcnies auf höhere Entwicklung und Veredlung der mit der Kunst ver-wandten Industriezweige seines Vaterlandes giebt sich hier deutlich zu erkenne».Die eingesendeten Porzellanwaaren, Tafel- und Kaffee-Service, Basen :c. zeichnensich ebenfalls durch gute Malerei aus. Ferner sind Nachahmungen Etrnrischer undPompejanischer Gefäße zu erwähne». Ordinaire Kochgeschirre, wie sie angeblichvon den Jütländische» Bauern verfertigt werden, von nicht sehr stark gebrannterMasse, ziemlich dünn ausgearbeitet nud mit einer Art Graphitüberzug, mögen aller-dings durch Wohlfcilhcit, weniger aber durch besondere Haltbarkeit sich auszeichnen.

Schweden und Norwegen hat von Thonwaarcn nichts eingesendet.

Dagegen waren von Rußland mehrere kolossale Porzellanvasen, überreich ver-goldet, und mit gut ausgeführten Tablcaur-Gemälden dekorirt, ferner ein großerrunder Porzellantisch mit Blumenmalerei überdeckt, durch die Kaiserliche Porzcl-lanfabrik zn St. Petersburg zur Ausstellung gebracht. So reich und künst-lerisch vollendet diese Dekorationen erscheinen mögen, so müssen wir doch unsere be-reits früher ausgesprochene Ansicht wiederholen, daß es nicht zweckmäßig genanntwerde» könne, eine an und für sich schöne und edle Masse, wie das Porzellan, soganz und gar verschwinden zn machen, nud als untergeordneten Grund zu behandeln.Ein Anderes ist es bei eigentlichen Porzellangcmälden, wo allerdings das Porzellander untergeordnete Träger sein muß, und in diesem Falle nur durch die Fähigkeit,eingebrannte unzerstörbare Farben besser als jede andere Masse aufzunehmen, eineneigenthüniliche» Werth besitzt.

§. 101 .

Italien, Spanien, Portugal, Türkei, Griechenland, Asien ,

Afrika, Amerika .

Aus den Italienischen Staaten hat nur ein Aussteller, der Marquis L.Ginori, zu Florenz , lobenswerthe Arbeiten in BiSeuit und gemaltem Porzellan,Tassen, Teller und Vasen mit Tableanr und Landschaften eingesendet. Dieses Por-zellan scheint von guter Qualität zu sein-

Von Spanien waren eingesendet: Einige in verschiedenen Farben emailirteKacheln und Fußbvdenplatten mit zum Theil nicht üblen Figuren und Arabesken-Zeichnuttgeu. — Ein kolossaler Krug von über 7 Fuß Höhe und 5 Fuß größtemDurchmesser, von umgekehrter Eiform, anf der wenig abgestutzten Spitze auf schma-ler Basis stehend, von unglasirter, ziemlich stark gebrannter, vollständig dichter Masse,war als ein älteres Fabrikat von historischem Werthe. Solche Gefäße wurden vor-mals zur Aufbewahrung von Wein und Olivenöl, welche Flüssigkeiten Jahrhundertelang sehr vorzüglich darin sich ^erhielten, in den Klöstern angewendet.

Ein ähnliches, jedoch etwas kleineres Gefäß war von Portugal eingesendet.Aus demselben Lande stammend, war durch die Porzellanfabrik von Pinto Basto,zu Vista Alegre bei Aviero, ächtes Porzellan ausgestellt, von sehr harter, dauerhafterMasse. Die Leistungen dieses noch nicht lange Zeit bestehenden Etablissements, ineinem für Entwickelung der Industrie überhaupt nicht sehr günstigen Lande, sindalles Lobes werth, wenn auch die Formen und die Dekoration der ausgestellten Ge-genstände (Tafel- und Kaffee-Service, Vasen ic.), namentlich die Malerei, den An-