400 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirtc Waaren.
Von Poole und Macgillivray, in London , Rußbaumbuffet in RömischemStyl, mit Hautreliefverzierungen tu Bronze und reicher Holzslnlytnr, etwas überladen, sonst in vielen Einzelheiten als sehr schön anzuerkennen.
I. M. Leuten, in London , Büffet von 10 Fuß Länge, mit reichem Schnitzwerk aus Neuseeland -Holz, das Ganze etwas steif und massiv. Die mit Schnitzwerk verzierten Füllungen bestanden aus Lindenholz und waren mit Glas bedeckt.
Außer den erwähnten Ausstellern von Sideboards führen wir noch in der Kürzefolgende aus:
Trollope und Söhne, in London , Aussteller des einzige» Enclosed-Side-board in der Englischen Abtheilung. Der untere Theil bildete einvKomnicde, undes ist nicht in Abrede zu stellen, daß durch diese Konstruktion das ganze Möbel einetwas schwerfälligeres Ansehen erhält, als die Piedestalbnffets. Als Aufsatz dienteeine hohe Spiegelwand, durch vier Säulen unterbrochen. Das Ganze war im Re-naiffancestyl gehalten, sehr wohl entworfen und in den Details sauber ausgeführt.Ein Himmelbett und eine Kommode aus Zitrouenholz von denselben Ausstellernsind gleichfalls rühmend hervorzuheben.
Von Gillow und Comp. aus London ein Büffet aus St. Domingo Maha-goni, die Ornamentik im Style Ludwigs XIV. gehalten. Bis auf die unförmlichenAdler, welche den Tisch tragen, ist die Ausführung zu loben.
Von dem 12 Fuß langen Nußbaum-Büffet von W., I. R. und E. Hunteraus London läßt sich dasselbe sagen; höchst unförmliche Füße, Füllhörner, welcheoben in die Häupter zweier Figuren, das Alter und die Jugend darstellend, untendagegen in Delphinköpse anslanfen, vernnzicren dieses Möbel. Auch der Spiegel-rahuien ist etwas steif und schwer. Die Tischplatte wird durch eine Tafel von schwar-zem Marmor aus Galway gebildet. Weit schöner als das Büffet ist ei» zugehörigesFlaschenfutteral, ein kofferförmiges Kästchen, der Deckel an den vier Ecken mitWidderköpfen und sylvanischen Emblemen verziert. Sehr schön und geschmackvollwaren auch die beiden zugehörigen Fauteils, welche von der Jury besonders belobtworden sind.
Zuletzt erwähnen wir noch der Mahagoni-Büffets von Snell und Comp.,Rivett und Söhnen (im Style Ludwig XIV. ) und Johnson und Jeanes,in London , ferner die eichenen Büffets von Bunting und von Hindley undSohn, in London , letzteres im Tndorstyle. In den Einzelheiten häufig lobenSwerth, machten sie im Ganze» keinen besonderen Eindruck. Offenbar der geschmack-loseste in der ganzen Ausstellung war aber der Nnßbaum-Sideboard von S. Pratt,in London .
Nächst den Sideboards mußten die großen prächtig eingerahmten Spiegel undKonsole» in der Englischen Abtheilung die Blicke auf sich ziehen. Früher nurden Reicheren zugänglich, werden seit Aufhebung der Glasstcuer die großen Spiegelimmer Allgemeiner. Durchschnittlich läßt sich sagen, daß der Geschmack der Eng-länder hierin nicht in vorthcilhaftem Lichte erschien. Die breiten rcichvergoldetenoder mit Schnitzwerk überladenen Spiegelrahnien, Tische, Piedestale machten häufigden Eindruck des Imposanten, Prächtigen, allein selten des Schönen. Roccoco undüberhaupt Abarten des Styls Ludwig XIV. waren vorherrschend, denen allerdingsauch vergoldete Rahmen und Gegenstände ähnlicher Art den besten Spielraum zurEntwickelung darbieten.
Das Gesagte kann im Allgemeinen von den ausgestellten Spiegeln und Konso-len von Howard, G. I. Donne, Ph. Ponsonby, Holland und Söhnenu. s. w. gelten. Bei Letzterem z. B. stellte der Spiegel gleichsam einen See dar,dem Wasserpflanzen und Blumen znm Rahmen dienten; Waffervögel in Schilf stützten das Tischblatt der Konsole; das Ganze war prächtig, allein so überladen unddabei aller festeren architektonischen Linien ermangelnd, daß es den gebildeten Ge-