402 XXVI. Klassc. Möbel, Dekorationen und lcickirte Waaren.
ral, welches nebst dem obenerwähnte» von Hunt er zu den schönste» der Ausstellunggehörte.
W. und Th. Banting, in Lenden, schöner runder Tisch, im Preis von IKOGnineen mit eingelegten Portraits auf Porzellan. Die übrige Einlegearbeit bestandi» Holz, worauf durch Brennen und Graviern die Dessins und Schattirnnge» her-vorgebracht waren. Um ansprechende Zeichnungen in diesem Wege hervorzubringen,bedarf es eines so hohen Grades von Kunstfertigkeit, wie bei den Ban tingsche» Ar-beiten entfaltet war; die meisten Arbeiten, welche die Ausstellung in diesem GenreanfwicS, waren gänzlich mißlungen und machten den Eindruck einer stümperhafte»Malerei.
Von sonstigen Ausstellern kunstvoll und reich gearbeiteter Tische, erwähnten wirbereits der Arbeiten von Caldecott. Ferner sind hervorzuheben: B. Dawcs, in Lon-don , wovon ein besonders schöner runder Tisch aus Ccdernholz und ein Damentischvon Nvsenholz (tuli,,), das sonst in England seltener z» sehen ist. — G. 2. Mo-rant, in London , kleiner runder Toilettentisch in Weiß und Gold, unterstützt vonStörchen, und ein größerer runder Tisch, unterstützt von Schwänen, beide gut aus-geführt, jedoch in der Zeichnung ziemlich steif. — Snell und Comp., in London ,ovaler Tisch in Renaissance, mit Einlegearbeit in der bei Banting erwähnten Ma-ttier, sehr schön ausgeführt, nur mit etwas steifen Füße»; ein kleines Arbcitskästchcnfür Damen verdient ebenfalls der Erwähnung, nur war der Obcrtheil etwas znmassiv für die schwache» Füße. — I. C. Grundy, in Manchester , runder Tisch inGold mit 72 Landschaften i» Ocl, unter Glas, eine eigenthümliche Idee, die, wie-wohl schön ausgeführt, doch mit dem Ganzen kontrastirte. — G. Watson, in Lon-don , prachtvoll ausgeführter achteckiger Tisch mit geschweiften Rändern in Renais-sance, mit höchst künstlicher Einlegearbeit i» Elfenbein, Hol; n. s. w., in der Mittedas Englische Wappen, »m dasselbe herum Blumen- und Fruchlstücke; im Ganzenetwas überladen, jedoch einen prächtige» Totaleindruck gewährend.
Bon W. Holland, in Warwick, Tischplatten in Schiefer, mit ganz täuschendimitirten Marmoreinlagen, dc» Florentinischen Tischen äbnlich. Unter den vielengelungenen Imitationen von Marmor, Holzarten n. dgl. auf Holz, Glas, Steinu. s. w., welche dieser Aussteller eingesandt hatte, gehörte» diese Tischplatten jeden-falls zu den gelungensten.
Sieht man von Styl und Ausführung ab und faßt blos vorn mechanischenStandpunkte die Konstruktion ins Auge, so haben wir vornehmlich zweier Systemevon Ausziehtischen (oxponelin^ Tadlet) zn erwähnen, wobei die Vorrichtungen znrVergrößerung des Tischblaltes oder znr Befestigung der Theile unter manche» Ge-sichtspunkten zweckmäßig erschiene». Bei dem runden Speisetisch von Zohnstoneund Zeancs, in London , bestand das Tischblatt in seiner normalen Form aus8 Sektoren, welche sich in nuten angebrachten hölzernen Koulissen in radialer Rich-tung ausziehen lassen. Dieses Ausziehen aller 8 Sektoren geschieht gleichzeitig durcheine kleine Drehung des Tischblattes auf dem Untergestelle. Zeder Sektor ist näm-lich mittelst eines Zapfens an einem eisernen Stäbe befestigt, dessen anderes Ende inschiefer Richtung nach der Peripherie des feststehenden Tischfnßes reicht und dort,etwa 1 Fuß von der Spitze des Sektors entfernt, gleichfalls mittelst eines Zapfensfestsitzt. Wird nun das ganze Tischblatt in der Richtung nach letzterem Befcstiguugs-pnnkt hin gedreht, so müsse» sich, wie die eisernen Stäbe aus der schiefen Stellungsich der radialen nähern, die einzelnen Sektoren von ihrem gemeinsame» Mittelpunkteentfernen, indem sie sich in radialer 'Richtung in den Konlisscn schieben. Einlagen,auf die verschiedenen Durchmesser berechnet, welche man der Tafel geben will, undauf den Kanten mit entsprechenden Zapfen und Zapfenlöchern zur Verbindung mitden Sektoren versehe», werde» alsdann zwischen die Sektoren gelegt und eine kleineDrehung des Tisches in umgekehrter Richtung, wodurch sich die keilförmigen Sekto-