Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
404
JPEG-Download
 

404 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirte Waaren.

Von den übrigen Ausstellern in Stühlen ist nicht viel zn sagen. Ein schwerereichener Armsessel mit hoher Rücklehne von G, Shaklock in Bolsover, bei Ehcstcr-ficld, war in Einzelheiten, heraldischen Devise» der Vorfahre» des jetzigen KönigshäüseS, sehr gelnngen und kunstvoll gearbeitet, machte indeß im Ganzen zn sehr denEindruck des Schwerfälligen, um als wirklich schön bezeichnet werden zn können,'Des Armsessels aus Irischem Eibenholz von JoneS in Dublin ist bereits er-wähnt, Daß die eine Armlehne durch die Figur eines liegenden, die andere durch die einessitzenden Irischen Wolfshundes gebildet ward, störte die Snmnietrie des Ganzen,wiewohl manche Einzelheiten, der schönen Zeichnung und vollendeten Skulptur hal-ber, sehr lobend zn erwähnen sind.

Von D, Bell in Belfast war ein Armsessel aus Irischer Snmpfeiche ausge-stellt, einer Art Braunkohle, ganz schwarz, den, Ebenholz nicht »»ähnlich. DasSchnitzwerk sowohl als die Stickerei des Seffelüberziigs sind lobend hervorzuheben.

Besonderer Erwähnung verdienen noch die Rollstühle und die Sessel für Krankeund Invaliden von 2, Ward (früher Grifsin und Ward) in London , Neben höchstsolider und dabei eleganter AnSsührnng waren die sinnreichste» Mechanismen ange-bracht, um mit Leichtigkeit die Lage des Kranken ändern und ihm jede mögliche Er-leichterung, Abwechslung oder Bequemlichkeit verschaffen zn können. Die Räder derRollfüße waren mit Gummi überzogen, nur Stöße und Geräusch zu vermeiden, anchmehrere davon so eingerichtet, daß der Kranke sich selbst fortbewegen kann,

Anch die Bettseffel für Kranke von G, Minter in London verdiene», ihrer ein-fachen und billigen Konstruktion halber, eine besonders ehrenvolle Erwähnnng, welcheauch von der Znry ausgesprochen ward. Mittelst dreier endloser Schrauben, die sichdurch kleine Kurbeln drehen lasse», kann hier der Rücklehne, dein Sitz, wie demFnßtheil jede beliebige Neigung gegeben werden.

Von den in der Englischen Abtheilung ausgestellten Sopha's ist nicht vielRühmliches z» erwähnen; die meisten derselben waren äußerst plump und schwerfäl-lig konstrnirt.

Unter den wenigen Ausnahmen war ein mit grünen, Sammet überzognes Sophaans »ttpolirtcm Nußbaumholz von H, For in London , von gefälliger Form undmit schöner Holzsknlptur verziert.

Von Taylor und Söhne» in London ein recht elegantes Schiffssopha, dassich in ei» Bett umwandeln ließ. Mit Korkschnitzeln (nach patentirter Methodezubereitet) ausgestopft, soll dasselbe gleichzeitig bei Tchiffbrüchen als Apparat znr Le-benSrettung dienen. In beiden Seiten des Sopha'S waren elegante Wasch- und Toilet-tentische angebracht und mit demselben verbunden.

Eine lange siebcnsitzige Ottomanue mit kleine» getrennten Rücklehne» von So-werby und Castle in London war zwar keineswegs schön oder geschmackvoll gear-beitet, jedoch dürfte ihre Konstruktion (mit Gelenken), wonach man ihr ohne weiteresjede beliebige runde oder winklige Form geben konnte, unter Umstände» als gar nichtunpraktisch erscheinen.

Sehr plump war das sogenannte >Vanstea,I 8»la von Gillow und Comp.in London , sonst übrigens gut gearbeitet und schön geschnitzt.

Das kostbare Sopha von Rodgers und Dcar in London diente seltsamer-weise auch als Steinkohlenbehälter; bei armen Lenten möchte eine ähnliche Verbin-dung beider Zwecke mitunter ganz an, Platze sei», allein in Prachtzinimer», wo mansolche LuruSmöbel aufstellt, ist sicherlich anch Rann, genug für einen besonderenKvhlenkasten,

Unter den ausgestellten Betten ist vor Allem das Baldachinbett von Rodgersund Dear in London hervorzuheben. In Nußbanm ausgeführt, war es eines derschönsten Muster im reinen Renaiffancestyl, welche die ganze Ausstellung auszuwei-sen hatte. Kopf- und Fußende waren mit der reichsten Vergoldung und Einlege-